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„Berti“ verrät die Hauspreise

Immobilienmarktbericht „Berti“ verrät die Hauspreise

Wertvolle Informationen für Hauskäufer und -verkäufer, für Mieter und Vermieter im Landkreis bietet der aktuelle Immobilienmarktbericht 2013 für die Region.

Marburg. Der Bericht verzeichnet wachsende Umsätze und Rekordergebnisse bei Immobilienverkäufen, darunter den höchsten Anstieg an Wohnbaulandkäufen für den Landkreis.Wer sich Anzeigen anschaut oder selbst inserieren will, weil er Bauland, ein Haus oder eine Wohnung sucht oder anbietet, möchte gerne wissen, welcher Preis günstig, überteuert oder angemessen ist. Dabei helfen kann zum einen der neue 80-seitige Immobilienmarktbericht der Gutachterausschüsse für Immobilienwerte. Er bietet einen genauen Überblick über die Entwicklung der Preise und die Zahl der Verkäufe für die Landkreise Marburg-Biedenkopf, Gießen und Lahn-Dill-Kreis mit der Stadt Wetzlar, ohne die Städte Gießen und Marburg.

Der Mietwertkalkulator bietet eine Einschätzung

Wer es noch genauer wissen will, der kann „Berti“ und „Mika“ erwerben. Berti steht für „Berechnung typspezifischer Immobilienwerte“, Mika für „Mietwertkalkulator“. Beides sind Excel-Anwendungen, die mit wenigen Eingaben realistische Werte für durchschnittliche Kaufpreise von freistehenden Standard-Häusertypen oder für Wohnraummieten an einem Ort berechnen.

Zu den notwendigen Eingaben gehört der Bodenwert in Objektlage. Diesen verrät gebührenfrei „Boris“, das hessische Bodenrichtwertinformationssystem, verfügbar im Internet unter www.boris.hessen.de

„Unser Ziel ist es, Transparenz im Immobilienmarkt zu schaffen, im schlimmsten Fall, Immobilienblasen rechtzeitig zu erkennen“, betonte Gerhard Lips, Leiter des Amts für Bodenmanagement (AfB) Marburg, als er gemeinsam mit Vermessungsdirektor Lothar Dude-Georg den Marktbericht 2013 sowie Berti und Mika vorstellte. Beide sind Vorsitzende der vier Gutachterausschüsse, die den Bericht auf Grundlage beurkundeter Kaufverträge erarbeitet haben.

Die Zahl aller registrierten Grundstücksgeschäfte im Bereich des AfB lag 2012 mit 8768 Fällen um 7,7 Prozent höher als 2011 und auf dem höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Der Geldumsatz stieg um 16,3 Prozent über den des Vorjahres auf 780 Millionen Euro.

In Marburg-Biedenkopf lag der Anstieg mit 9,1 Prozent auf 2478 Grundstücksgeschäfte höher als in den anderen beiden Landkreisen.

Noch weit mehr über dem Durchschnitt von acht Prozent lag unser Kreis bei den Kauffällen von Wohnbauland, dort gab es eine satte Steigerung um 25 Prozent auf 177. Es habe wohl Nachholbedarf gegeben, kommentierte Lips dies. Überdurchschnittlich habe besonders die Gemeinde Lahntal zugelegt, etwas weniger Ebsdorfergrund, die beide zum „Speckgürtel“ Marburgs gehörten.

Ebenfalls deutlich mehr gewerbliche Bauflächen als im Vorjahr wurden verkauft. Flächen- und Geldumsatz lagen in der Region um 36 Prozent höher. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern wurde das hohe Niveau von 2010 und 2011 nochmals übertroffen, in Marburg-Biedenkopf gab es drei Prozent mehr Kauffälle, wobei die Objekte um durchschnittlich 3,9 Prozent teurer und um 10 Prozent größer waren und somit der Geldumsatz um sieben Prozent stieg. Der mittlere Kaufpreis lag bei 157000 Euro. Der Trend zu den Ballungsräumen zeichne sich auch in deren Preisen ab. Die mittleren Bodenpreise seien relativ konstant geblieben, sacken aber im ländlichen Bereich etwas ab.

Preise für Wohnbauflächen vergleichsweise niedrig

Die Preise für Wohnbauflächen in guten Lagen steigen im Landkreis Marburg-Biedenkopf mit der Nähe zu Marburg von 45 Euro je Quadratmeter in Angelburg, Münchhausen und Steffenberg bis auf 100 in Lahntal, 105 in Cölbe und 120 Euro in Weimar und Kirchhain. Deutlich teurer ist das Gießener Umland mit bis zu 200 Euro.

Bei den Landwirtschaftsflächen stiegen einzig im heimischen Landkreis die Flächenumsätze, die ohnehin schon auf wesentlich höherem Niveau lagen, wie auch die Geldumsätze stiegen - auf 452 Hektar und 4,8 Millionen Euro.

Die Statistiken des Immobilienmarktberichts zeigen die Entwicklungen von 2006 bis 2012. Einzelne Auswertungen umfassen noch größere Zeiträume. Daneben werden auch weitere Daten wie die Höhe und Entwicklung der Preise von Einfamilienhäusern und Orientierungswerte für Wohnungsmieten präsentiert. Welche Werte das Finanzamt für die steuerliche Bewertung ansetzt, kann man ebenfalls entnehmen.

Eine Gewerberaum-Mietwertübersicht ist unter www.wirtschaft-lahndill.de abrufbar. Sie ist als Gemeinschaftsprojekt der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill und der Gutachterausschüsse entstanden und umfasst im heimischen Landkreis nur den Altkreis Biedenkopf.

Der Immobilienmarktbericht kostet digital als PDF-Dokument 35 Euro, als gebundene Druckausgabe 50 Euro. „Berti“ kostet 100 Euro, eine Berti-Einzelauskunft 30 Euro. „Mika“kostet 30 Euro. Erhältlich sind sie beim Amt für Bodenmanagement Marburg, Robert-Koch-Straße 17, 35037 Marburg, in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Telefon 06421/616317, Fax 06421/ 616373. E-Mail: afbmarburg.gs-gutachterausschuss@hvbg.hessen.de. Internet: www.gutachterausschuss.hessen.de

von Manfred Schubert

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