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Berauschter Lkw-Fahrer hinterlässt Trümmerfeld

Aus dem Gericht Berauschter Lkw-Fahrer hinterlässt Trümmerfeld

Wie wichtig Verantwortungsbewusstsein im Straßenverkehr ist, bläute Richterin Dr. Antonia Alles einem Mann aus Friedberg ein. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, im Juli 2014 mit seinem Lkw einen Linienbus der Stadtwerke Marburg beschädigt und Fahrerflucht begangen zu haben.

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Ein Lkw-Fahrer ist für eine Fahrt unter Alkoholeinfluss zu 2400 Euro Strafe verurteilt worden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Laut Anklageschrift soll er des Weiteren mehrere parkende Fahrzeuge angefahren und während der gesamten Fahrt unter Alkoholeinfluss gestanden haben. Insgesamt entstand ein Schaden von mehr als 20.000 Euro.

„Der Vortag war mein Geburtstag. Ich trinke zwar höchstens zweimal im Jahr, aber in der Kneipe habe ich mir einige Schnäpse gegönnt“, sagte der Angeklagte. Am Morgen darauf hätte er sich gut gefühlt und sei in Richtung Marburg aufgebrochen. Doch während der Fahrt hätte er mehr und mehr ein beklemmendes Gefühl bekommen.

„Ich habe schon eine Berührung bemerkt“

Etwa zeitgleich stieg ein Zeuge aus Wenkbach in seinen Pkw. Während der Fahrt auf der Bundesstraße 3 sei ihm der Lkw sofort aufgefallen, woraufhin er die Polizei informiert hätte. „Er ist in Schlangenlinien von der einen zur anderen Seite der Fahrbahn gefahren“, erinnerte sich der Zeuge und fügte hinzu, dass der Lkw „mit viel zu hoher Geschwindigkeit“ in die Abfahrt Marburg-Mitte eingebogen wäre.

Kurz danach entging der Lkw nur haarscharf einem Unfall mit einem Linienbus, dessen Außenspiegel er beschädigte. „Ich dachte, wir stoßen frontal zusammen und habe dem Fahrer signalisiert, langsamer zu fahren“, sagte der Busfahrer. „Ich habe schon eine Berührung bemerkt. Das passiert aber ständig beim Lkw-Fahren. Habe einfach meinen eingeklappten Spiegel wieder neu ausgerichtet“, berichtete der Angeklagte.

Die Richterin zeigte sich über dieses angeblich übliche Verhalten bestürzt: „Das geht gar nicht. Man muss anhalten und sich vergewissern, was passiert ist. Sie haben den Busfahrer und seine Fahrgäste in massive Gefahr gebracht.“

Angeklagter verweist auf Medikamenteneinnahme

In der Emil-von-Behring-Straße verursachte der Friedberger die nächsten Schäden, als er an mehreren Pkw entlangschrammte. „Spiegel und Glassplitter flogen durch die Luft“, sagte eine Anwohnerin. Als die Polizei kurze Zeit später an der gleichen Stelle vorbeikam, stellte ein Polizist fest: „Das sieht ja aus wie ein Trümmerfeld.“ Einige Minuten später stellten die Polizisten den Kraftfahrer. Der Friedberger befand sich laut einem Polizeibeamten in berauschtem Zustand und „konnte kaum gerade gehen“.

Der Angeklagte erinnerte sich, vor der Fahrt ein von seinem Arzt verschriebenes Medikament zum ersten Mal eingenommen zu haben. „Für ungeübte Trinker kann ein solches Medikament im Zusammenspiel mit Alkohol zu Fahruntüchtigkeit führen“, meinte der medizinische Sachverständige Dr. Arne Bargmann.

Dennoch rügte die Richterin den Angeklagten. „Sie haben gemerkt, das etwas nicht stimmt, sind aber dennoch weitergefahren. Sie waren eine Gefahr für den Straßenverkehr“, sagte sie und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 2400 Euro.

von Benjamin Kaiser

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