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"Behrings Erben" forschen weiter

Studium generale "Behrings Erben" forschen weiter

„Die Bekämpfung der Infektionskrankheiten gestern und heute“: Das ist der Titel für das Studium generale im kommenden Wintersemester.

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Dr. Ulrike Enke und Dr. Christof Wegscheid-Gerlach organisieren das Studium generale.

Quelle: Manfred Hitzeroth

Marburg. Im kommenden Jahr ist der 100. Todestag des berühmten Marburger Forschers und Pharma-Unternehmers Emil von Behring (1854-1917). Bereits im Jahr 2001 stand Behrings Lebensleistung in Marburg ein Jahr lang im Mittelpunkt. Damals wurde mit Ausstellungen, Events und Symposien dem 100. Jahrestag der Verleihung des Medizin-Nobelpreises an Behring gedacht. Diesen Preis hatte er vor allem für seine Entwicklung eines Impfstoffes gegen Diphtherie erhalten, wofür er auch den Beinamen „Retter der Kinder“ bekam.

Die historische Erinnerung an Behring sowie die aktuelle Forschung stehen im Fokus der Konzeption der öffentlichen Vortragsreihe „Behrings Erben“ beim Studium generale im Wintersemester. Das erläuterten im Gespräch mit der OP die beiden Haupt-Organisatoren Dr. Ulrike Enke (Emil-von-Behring-Bibliothek) und Dr. Christof Wegscheid-Gerlach (Koordinator des Fachbereichs Pharmazie).

Zu Behrings Erben werden die Mitarbeiter in den Nachfolgefirmen der von Behring in Marburg gegründeten Behringwerke, aber auch die Forscher an der Marburger Universität gezählt, in der Immunologie, Mikrobiologie und Virologie zur Entwicklung von neuen Arznei-Wirkstoffen beitragen. „Die Grundlagen des Schaffens wurden durch die von Behring entwickelte Immuntherapie gelegt“, erklärt Wegscheid-Gerlach. Beim Eingangsvortrag am 2. November wird Ulrike Enke einen Überblick über Behrings Leben und Wirken geben. Sie ist gerade dabei, eine wissenschaftliche Biographie des Forschers zu verfassen und gibt einen Zwischenstand ihrer Arbeit.

Eine Geschichte des Impfens aus sozialhistorischer Perspektive ist das Thema des Vortrags von Professor Malte Thiesen eine Woche später. Er legt den Schwerpunkt darauf, dass der Staat sich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts mit neuen Impfgesetzen in die Gesundheitsfürsorge eingemischt und die unter anderem von Behring entwickelten Wirkprinzipien aufgegriffen habe.

Dass Impfstoffe auch heutzutage eine nicht zu unterschätzende Bedeutung besitzen, darüber spricht Professorin Angelika Banzhoff von der Marburger Niederlassung Firma Glaxo­smith Kline, der Impfstoffsparte der ehemaligen Behringfirmen.

Ein Ziel der Vorlesungsreihe ist es, möglichst den aktuellen Stand der Forschung in Bezug auf die Infektionskrankheiten zu präsentieren. Besonders spannend könnte so der Vortrag von Professor Ugur Sahin werden. Er berichtet, wie man in Zukunft bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen vielleicht auch die Heilkräfte von Viren nutzt. Mit einem reich bebilderten Vortrag über die Behring-Route, wo man in Marburg auf den Spuren des Forschers wandeln kann, beschließt Karin Stichnothe-Botschafter vom Kulturamt der Stadt am 8. Februar das Studium generale.

von Manfred Hitzeroth

Übersicht

Die Vorträge sind immer mittwochs ab 20.15 Uhr im Audimax (Uni-Hörsaalgebäude, Biegenstraße 14):

  • 2. November: Emil von Behring: Von Berlin nach Marburg (Dr. Ulrike Enke, Marburg).
  • 9. November: Die seuchenfreie Gesellschaft. Geschichte des Impfens im 19. und 20. Jahrhundert (Professor Malte Thiesen, Oldenburg).
  • 16. November: Welche Bedeutung haben Impfstoffe heute? (Professorin Angelika Banzhoff, Marburg).
  • 23. November: Ebola in Westafrika: Lehren aus der Epidemie (Dr. Thomas Strecker, Marburg).
  • 30. November: Referent wird noch bekannt gegeben.
  • 7. Dezember: Zur Geschichte der Immunologie und Vakzinologie und ihrer neuen Entwicklungen (Professor Stefan Kaufmann, Berlin).
  • 14. Dezember: Zur Bedeutung der Tierversuche in der Serum- und Impfstoffprüfung im Wandel der Zeit (Dr. Klaus Cußler, Langen; Dr. Axel C. Hüntelmann, Berlin).
  • 11. Januar 2017: Aktuelle Aspekte der Immunologie (Professor Theodor Dingermann, Frankfurt).
  • 18. Januar: Prävention schlägt Infektion: Hygienemaßnahmen bei Antibiotika resistenten Erregern (Professor Reinier Mutters, Marburg).
  • 25. Januar: Mit Viren heilen (Professor Ugur Sahin, Mainz).
  • 1. Februar: Gesundheitsindustrie in Hessen in Zusammenarbeit mit der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (Podiumsdiskussion).
  • 8. Februar: Naturwissenschaftliche Entdeckungen entlang der Marburger Behring-Route (Karin Stichnothe-Botschafter, Marburg).
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