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Behlen formuliert eigene Erklärung

Streit beigelegt Behlen formuliert eigene Erklärung

Der heimische FDP-Bundestagskandidat Jörg Behlen hat in der Auseinandersetzung mit CDU-Konkurrent Dr. Stefan Heck nicht ganz das gemacht, was Heck verlangt hatte - jedoch will Heck die Sache damit ruhen lassen.

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Vertragen sich nicht so gut wie ihre Parteien: FDP-Kandidat Jörg Behlen und CDU-Bewerber Dr. Stefan Heck. Beide wollen für Marburg-Biedenkopf in den Bundestag einziehen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Ich überweise doch der schwarzen Kanzlei auf dem Tannenberg keine 661 Euro“, sagte Jörg Behlen gestern über die Unterlassungserklärung, die ihm von Stefan Hecks Anwalt, einem Vertreter der Kanzlei von Hecks politischem Ziehvater Dr. Christean Wagner, vorgelegt worden war. „Dann hätte ich diese Summe zahlen müssen - mein Anwalt hat mir davon abgeraten“, erklärte Behlen auf Anfrage der OP und informierte über die Unterlassungserklärung, die sein Anwalt stattdessen für ihn formuliert hat.

Darin rudert Behlen zurück, was seine Äußerungen über Heck angeht - hinsichtlich der Redebeiträge des CDU-Mannes im Kreistag und auch, was die vermeintliche Äußerung Hecks zur Stimmenabgabe für die FDP angeht. Und Behlen verpflichtet sich dazu, auf die diffamierenden Bezeichnungen „Jüngelchen von der JU“ und „aufgeblasener Parteikarrierist“ künftig zu verzichten. „Ich schicke ihm auch keine SMS mehr, sonst fühlt er sich wieder bedroht und das will ich nicht“, erklärte Behlen, „ich hoffe, dass wir künftig wie Erwachsene miteinander umgehen“. Christdemokrat Heck gab sich gestern versöhnlich. „Das ist aus meiner Sicht ausreichend“, sagte er gegenüber der OP zu Behlens Unterlassungserklärung, „von meiner Seite steht einem normalen Umgang jetzt nichts im Wege“.

Behlen greift in seiner Unterlassungserklärung einen kompletten Beitrag auf, den er im sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht hatte. Er verpflichtet sich rechtsverbindlich, folgendes nicht mehr verlautbaren zu lassen: „Sehr ungehalten über die Verlautbarung seines Mitbewerbers Dr. Stefan Heck von der CDU. Laut eines Zeitungsartikels habe dieser verlautbart, dass jede Stimme für die FDP eine verschenkte Stimme sei. Behlen: Grundsätzlich ist keine Stimme, die in der Wahlurne landet, eine verschenkte Stimme. Die Äußerung von Heck empfindet er als unverschämt. Und so etwas kommt von einem Mann, der es seit seiner Zugehörigkeit zum Kreistag noch nicht einmal geschafft hat, dort eine Rede zu halten. Das Jüngelchen von der JU wird mich definitiv von meiner unangenehmen Seite kennenlernen. Ein aufgeblasener Parteikarrierist mit null, null Substanz, aus dem wir mal die Luft ablassen werden.“

Heck hatte sogleich nach diesen Äußerungen deutlich gemacht, dass er seit seiner Zugehörigkeit zum Kreistag von 2006 an zehn Reden zu unterschiedlichen Themen gehalten habe - zwei Reden davon seit 2011. CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender Werner Waßmuth gab gar eine Pressemitteilung dazu heraus, in der er sämtliche Reden Hecks mit Datum auflistete. Zum Vergleich: Jörg Behlen, der dem Kreistag seit Frühjahr 2011 angehört, hielt allein im Jahr 2012 im Kreistag 26 Reden. Das geht aus der Jahresstatistik hervor, die Kreistagsvorsitzender Detlef Ruffert geführt hat.

Zur vermeintlichen Aussage Hecks über die verschenkten FDP-Stimmen erklärte Heck, dass er lediglich von den Erststimmen für den Direktkandidaten gesprochen habe.

von Carina Becker

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