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Behindertenbeirat weist auf Probleme hin

Verbesserungsvorschläge Behindertenbeirat weist auf Probleme hin

Der Behindertenbeirat hat in seiner fünften konstituierenden Sitzung unter anderem Probleme bei der Erreichbarkeit des KFZ und dem fehlenden Behindertenparkplatz am Steinweg erörtert. Aber es gab auch gute Entwicklungen.

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Stellvertreterin Stefanie Ingiulla (39) half dem blinden Vorsitzenden Franz-Josef Visse, den Überblick während der Sitzung zu behalten.

Quelle: Yannic Bakhtari

Marburg. „Es sollte ausreichend Bewegungshilfen für Rollstuhlfahrer geben“ - immer wieder beschwerte sich Beiratsmitglied Peter Günther (65) über Probleme im Alltag. Denn er sitzt im Rollstuhl, noch dazu in einem sehr großen, weil elektrisch. Dass dieser viel Platz einnimmt, wird ihm nach eigener Aussage immer wieder zum Verhängnis. „Wenn ich zum Beispiel zum KFZ hinunter möchte, funktioniert oftmals der Aufzug gar nicht, oder ich muss klingeln, bis vielleicht mal jemand kommt, um mich hereinzulassen.“ Zu dem, was bei Veranstaltungen vorhanden sein muss, damit Menschen mit Behinderung daran teilnehmen können, hat der Beirat ein Papier erstellt, das allerdings noch überarbeitet werden soll.

Als weiteres Problem brachte der 59-jährige Roland Böhm zur Sprache, dass „der Behindertenparkplatz am Steinweg von heute auf morgen ohne Ersatz weg war“. Das Gremium will bei der Stadt nachfragen, wo Behinderte am Steinweg ersatzweise parken können. Damit nicht genug: Peter Günther beschwerte sich noch darüber, dass Bussteige zu niedrig für Rollstuhlfahrende seien. „In anderen Städten klappt das ja auch besser“, sagte der Marburger. Dem entgegnete Franz-Josef (Joe) Visse (62), wiedergewählter Vorsitzender, dass die Stadtwerke „sich sonst beim Einlenken die Busse dadurch kaputt machen würden“. Wie „andere Städte“ diese Schwierigkeit handhaben, konnte Günther allerdings nicht beantworten.

Doch nicht alles scheint schlecht zu sein: Auf Nachfrage erklärte der SPD-Stadtverordnete Thorsten Büchner dem Beirat, dass die Durchsagen am Hauptbahnhof zugunsten von Menschen, die schwer hören, mittlerweile deutlicher und lauter geworden seien.

Als Gremiumsmitglieder sich bei Dr. Kerstin Weinbach (SPD) nach verlängerten Betriebszeiten der Buslinie 20 erkundigten, musste die Erste Stadträtin den Beirat enttäuschen, das sei den Stadtwerken zu teuer. Oft würden gerade in den Abendstunden im Aquamar Angebote wie Aquajogging für Menschen mit Behinderung angeboten - nur von den Terminen wegfahren gestaltet sich noch problematisch. Eine Überlegung des Behindertenbeirats war es, Anrufsammeltaxis zu beauftragen.

von Yannic Bakhtari

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