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„Beginn einer sicher sehr schönen Zeit“

Neue deutsche Staatsbürger „Beginn einer sicher sehr schönen Zeit“

Mit Musik und Geschenken wurden rund 50 der ingesamt 165 neuen deutschen Staatsbürger willkommen geheißen.

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Die neuen Staatsbürger mit Oberbürgermeister Egon Vaupel und weiteren städtischen Vertretern auf dem Markt.

Quelle: Marie Rentergent

Marburg. Insgesamt 165 Personen unterschiedlichster Herkunftsländer und Altersgruppen haben in diesem Jahr in Marburg die deutsche Staatsbürgerschaft erlangt, was im Trend der vergangenen Jahre liege, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) im Historischen Rathaussaal.

Musikalisch umrahmt wurde die Begrüßung am Klavier durch Clara Pilgrim von der Musikschule Marburg, die mit Stücken von Ludwig van Beethoven und Boris Schlechter begeisterte. „Ich bin froh und dankbar, Oberbürgermeister der Universitätsstadt Marburg sein zu dürfen, die auch deshalb eine so wundervolle Stadt ist, weil Menschen aus 141 unterschiedlichen Nationen hier leben. Welcher andere Oberbürgermeister kann von so einem Reichtum in seiner Stadt reden?“, fragte Vaupel.

Der Oberbürgermeister zollte den Anwesenden Respekt und gratulierte ihnen dafür, dass sie das „Gestrüpp rechtlicher Voraussetzungen“ einer Einbürgerung überwunden haben: „Die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen, ist nicht ganz so einfach, wie wir, die wir hier geboren sind, manchmal glauben.“

Er erkannte aber auch an, dass die Staatsbürgerschaft eine Sache sei, die Identität eine andere: „Was ist denn Identität? Bleibt nicht ein Teil des Herzens immer da, wo man geboren wurde? Die eigene Identität, dazu gehört auch die Kultur, mit der wir groß werden. Es ist richtig, dass wir alle Deutsch sprechen müssen, aber Kinder sollen auch die Sprache ihrer Eltern lernen. Ich glaube, das ist ganz wichtig für die Identitätsfindung.“

Marico Engel: Bringen Sie sich ein

Vaupel fand auch Worte für die Verantwortung, die alle Marburger gerade zu Zeiten der Flüchtlingskrise tragen: „Ich glaube, dass die Universitätsstadt Marburg eine gute Zukunft vor sich hat. Aber die wird sie nur dann haben, wenn sie Menschen, die zu uns kommen, mit offenen Armen empfängt. Ich habe so ein Glück gehabt, hier geboren worden zu sein. Uns geht es in Deutschland so gut, weil wir hier in Freiheit leben können. Deswegen können sich viele überhaupt nicht vorstellen, was es bedeutet, in der eigenen Heimat keine Zukunft für seine Kinder und sich selbst zu sehen.“

Auch Marico Engel vom Ausländerbeirat hieß die neuen Marburger willkommen zu dem „Beginn einer sicher sehr schönen Zeit hier in der märchenhaften Stadt Marburg“ und lud die Anwesenden dazu ein, sich selbst aktiv in den Beirat einzubringen, der eine Brücke zwischen Migranten, Stadtgeschehen, Vereinen und Politik bildet, und in diesen Bereichen Veranstaltungen organisiert.

Außerdem erinnerte sie die neuen Staatsbürger daran, dass sie nun berechtigte Wähler für die im März kommenden Kommunalwahlen seien. Dann war es endlich Zeit für die Übergabe der Geschenke: Für die Erwachsenen gab es Blumen; für die Kleinen Aquamar-Gutscheine und Froschfiguren.

„Wir wollen Geschenke geben, weil wir uns auch freuen, dass Sie nun nicht nur Marburger Bürger – das waren Sie auch vorher schon – sondern auch deutsche Staatsbürger sind“, kommentierte der Oberbürgermeister, nicht jedoch ohne den Hinweis, dass diese bürokratischen Vorgänge im Prinzip ja bloß Formsache sind: „Menschen sind Menschen – egal welchen Pass sie haben.“

von Marie Rentergent

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