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Preis für "Inklusion bewegt" Begegnungen ohne Ausgrenzungen

„Inklusion bewegt“ ist kein Einzelprojekt, sondern eines, das viele Projekte im Landkreis Marburg-Biedenkopf fördert. Dies überzeugte das Fachpublikum des „Paritätischen Hessen“, und das kürte es zum Gewinner des Inklusionspreises.

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Koordinierungsstellen-Mitarbeiterin Julia Burk (von links), Paritätische-Regionalgeschäftsführerin Iris Demel, fib-Geschäftsführer Wolfgang Urban und „Inklusion bewegt“-Projektleiterin Anna Kaczmarek-Kolb.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Das Projekt „Inklusion bewegt“ überzeugte mit seiner Koordinierungsstelle und einer fulminanten Rapmusik-Einlage einer Gruppe aus dem Waldtal, bestehend aus zehn Jugendlichen mit und ohne Behinderung, das Publikum der Fachtagung „Inklusion - Mode oder Menschenrecht?“

Der Wohlfahrtsverband „Paritätisches Hessen“ veranstaltete die Tagung, bei der es um eine kritische Bestandsaufnahme der Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention ging, in Frankfurt am Main. Die rund 150 Teilnehmer waren aufgerufen, dabei auch über die Vergabe des Inklusionspreises des Paritätischen Hessen zu entscheiden. 23 Mitgliedsorganisationen aus unterschiedlichen Bereichen sozialer Arbeit hatten sich darum beworben; eine Jury hatte drei davon ausgewählt, die sich bei der Fachtagung präsentieren konnten.

Den ersten Preis gewann das Projekt „Inklusion bewegt“. Seit April 2015 werden der Landkreis und die Stadt Marburg als „Modellregion Inklusion“ zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gefördert. Speziell geht es dabei um die Entwicklung inklusiver Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche. Man will ein Miteinander ermöglichen, unabhängig von Behinderungen, ethnischer oder sozialer Herkunft. Dafür stellt das Hessische Ministerium für Soziales und Integration Fördergelder bereit.

Die zweite Säule des Projekts bildet die von der „Aktion Mensch“ geförderte Koordinierungsstelle „Inklusion bewegt“ beim Verein zur Förderung der Inklusion behinderter Menschen (fib) in Marburg. Dort gibt es Informationen und Beratung zur Förderung von Freizeitinitiativen. Darüber hinaus bietet sie Fortbildungen an, zum Beispiel zum Thema Barrierefreiheit, leichte Sprache, Öffentlich­keitsarbeit oder dem Umgang mit medizinischen Problemen Jugendlicher mit Behinderung.

Das Projekt „Inklusion bewegt“ läuft bis März 2017. Im ersten Jahr wurden darüber bereits 20 Einzelprojekte gefördert. Ursprünglich habe man mit dieser Zahl über die gesamte Laufzeit gerechnet, hob Wolfgang Urban, Geschäftsführer von fib, im Pressegespräch hervor. Weitere hätten sich auch ohne Zusatzförderung auf den Weg gemacht, die meisten im kreativen und sportlichen, aber auch im Umweltbereich. 30 bis 40 Projekte seien im Landkreis an dem Thema dran, schätzte er.

Die Vielfalt der Projekte habe „Inklusion bewegt“ gegenüber den anderen Bewerbern ausgezeichnet, meinte Urban. „Das Besondere ist auch, dass Kinder und Jugendliche sich sowohl bei der Planung als auch bei der Entscheidung über Förderung der Projekte in Form eines Begleitausschusses beteiligen“, erläuterte Urban weiter. Zum Beispiel seien die Kinder- und Jugend­parlamente von Stadt und Landkreis einbezogen.

„Inklusion bewegt“ wird von fib und dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit (bsj) gemeinsam mit der Jugendförderung des Landkreises und der Stadt koordiniert. Im Hintergrund steht ein großes aktives Netzwerk aus regionalen Trägern der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe. Die fachübergreifende Zusammenarbeit, die Fülle der geförderten Projekte, die Beteiligung behinderter und nicht behinderter Kinder am Prozess sowie die mitreißende Darbietung der inklusiven Rap-Gruppe haben die Teilnehmer der Fachtagung des Paritätischen Hessen überzeugt.

Den zweiten Preis erhielt die inklusive Ballettgruppe für zehn Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren aus dem Familienzentrum Billabong in Frankfurt/Main. Der dritte Preis ging an das Lebenshilfewerk Waldeck-Frankenberg für seine Beteili­gung an dem Projekt „Gemeinsame Waldwoche“, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam ehrenamtlich für den Naturschutz im Nationalpark Kellerwald-Edersee arbeiten.

Informationen zu „Inklusion bewegt“ gibt es bei der Koordinierungsstelle, Weidenhäuser Straße 17, in Marburg, Telefon: 06421/6977239, www.inklusionbewegt.de

von Manfred Schubert

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