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Befreiungsschlag für „kleines Paradies“

Herder-Institut Befreiungsschlag für „kleines Paradies“

Der Erweiterungsbau des Herder-Institutes auf dem Schlossberg ist am Dienstag eingeweiht worden.

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Instituts-Direktor Professor Peter Haslinger freut sich sehr über den Erweiterungsbau.

Quelle: Manfred Hitzeroth

Marburg. Die vorher festgelegte Bausumme von 5,25 Millionen Euro, die zur Hälfte vom Land Hessen und vom Bund getragen wurde, wurde beim Bau des Erweiterungsgebäudes für das Herder-Institut sogar nicht einmal voll ausgeschöpft.

Entstanden ist trotzdem ein schmucker sechsstöckiger Magazinturm, in dem künftig ein großer Teil der Bestände des Institutes für Ostmitteleuropa-Forschung untergebracht wird und benutzt werden kann. Dabei handelt es sich unter anderem um eine einzigartige Kartensammlung, ein Bildarchiv und Urkunden sowie zahlreiche Fachbücher. Dies erläuterte Professor Peter Haslinger, Direktor des Herder-Institutes.

Aufgrund seiner wunderbaren Lage über den Dächern der Stadt in unmittelbarer Nähe des Schlossparks habe ein amerikanischer Gastforscher das Herder-Institut einmal als „little ­paradise“ bezeichnet, so Haslinger. Doch die Arbeitsbedingungen seien für die Mitarbeiter in den zurückliegenden zehn Jahren „nicht ganz so paradiesisch“ gewesen, denn der Raummangel sei evident gewesen. Es habe zwischenzeitlich ein „Wachstum in der Zwangsjacke“ gegeben. Die Erweiterung verbuchte Haslinger nun als einen Befreiungsschlag. Die Lagerkapazität habe sich dadurch um einen Schlag verdoppelt, berichtete der Institutsdirektor bei der offiziellen Einladung vor rund 100 geladenen Gästen.

Aufgrund des Erweiterungsbaus sieht sich Haslinger auch in der Lage, weitere Pläne wie die Einrichtung einer neuen Abteilung für digitale Geschichte oder die Errichtung von „Liebig-Arbeitsplätzen“ für Forscher und Studenten von der mit dem Herder-Institut verbundenen Osteuropa-Abteilung an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

„Dieser Bau war notwendig für die Zukunftsfähigkeit des Institutes“, sagte Ministerialdirigent Dr. Rolf Bernhard vom hessischen Wissenschaftsministerium. Das Herder-Institut sei führend in der Osteuropaforschung in Deutschland und international. Es diene nicht nur als Service-Institution für die Forschung sondern auch als wichtige Begegnungsstätte.

Durch den neuen Bau sei jetzt eine angemessene Unterbringung der Sammlungen garantiert, meint Matthias Kleiner, Direktor der Leibniz-Gemeinschaft, zu der das Herder-Institut gehört. Sein Grußwort wurde verlesen, da er aufgrund eines Staus auf der Autobahn nicht rechtzeitig anreisen konnte. In einer Phase weltweiter Konflikte und Krisen, die sich auch im östlichen Europa abspielten, sei das Herder-Institut besonders bedeutsam, sagte der Gießener Uni-Präsident Professor Yoybrato Mukherjee. Er wundere sich jedoch, dass die Exper­tise des Institutes nicht noch ­gefragter sei. Sowohl die Stadt Marburg als auch der Denkmal - und Gestaltungsbeirat den Erweiterungsbau an „städtebaulich sensibler“ und markanter Stelle im Stadtbild begleitet, machte Direktor Haslinger deutlich. Der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bezeichnete den Bau als sehr gelungen. Er passe sich gut in das Gebäudeensemble des Herder-Institutes ein.

„Viele Kostbarkeiten der Forschung befinden sich hier“, sagte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. Das Herder-Institut bezeichnete sie als einen gastfreundlichen Ort, der gleichzeitig für eine Ernsthaftigkeit der Forschung stehe.

von Manfred Hitzeroth

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