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Bedienung bricht in Gaststätte des Arbeitgebers ein

Jugendstrafe Bedienung bricht in Gaststätte des Arbeitgebers ein

Während die Quittung für den Einbruch in die Berghütte auf der Sackpfeife für eine junge Frau glimpflich ausfiel, muss der erwachsene Komplize auch für weitere Taten 18 Monate in Haft.

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Die Verhandlung fand vor dem Jugendschöffengericht in Marburg statt. Archivfoto

Marburg. Die gestrige Verhandlung vor den Marburger Jugendschöffengericht war von einer „unerwarteten Dynamik“ gekennzeichnet. So bezeichnete Richterin Andrea Hülshorst die zu Beginn von den beiden Angeklagten, eine 21-Jährige aus dem Hinterland und ein 29-Jähriger aus dem Wittgensteiner Land, überraschend geleisteten Geständnisse.

So konnte der Tathergang schnell geklärt und ein Urteil rasch gefällt werden. Hülshorst verhängte über die heranwachsende Frau eine Arbeitsauflage von 75 Stunden nach Maßgabe des Jugendamtes. Dieses Strafmaß bezeichneten zuvor sowohl der beantragende Staatsanwalt Christian Laubach als auch der Pflichtverteidiger als angemessen. Hülshorst wies die Angeklagte darauf hin, dass nach Erwachsenenrecht zu einer wesentlich höheren Strafe oder sogar Haft wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall hätte kommen können.

Die zur Tatzeit 20-Jährige arbeitete in dem Lokal, aus dem im August des vergangenen Jahres eine elektronische Kasse samt „Orderman“ nebst zugehörigem Funkdrucker, eine Kassette mit Wechselgeld, mehrere Schnapsflaschen sowie sowie das Geld aus zwei aufgebrochenen Automaten entwendet wurde. Der Schaden wurde mit rund 10.500 Euro beziffert. Laut ihrem Geständnis, das der Urteilsfindung zugute gehalten wurde, plante sie die Tat mit ihrem Komplizen etwa eine Woche zuvor und lies am Tatabend ein Fenster der Hütte offen. Wie sich während der Verhandlung herausstellte fuhr sie an jenem Abend die damals 18-jährige Freundin des Angeklagten zur Berghütte, auf die nun ein eigenes Verfahren zukommt.

Die Beteiligten flogen auf, weil die Tochter des Gaststätten-Betreibers dem damals 28-Jährigen verdächtigte und ihm anbot, die Kasse zurückzukaufen. Als Begründung erfand sie, dass in der Kasse ein Chip eingebaut sei, mit dem man die Tageseinnahmen manipulieren könne. Aus Angst, dass die Kasse geortet werden könne, versenkte sie der Angeklagte daraufhin in einem Weiher.

Während ein Gutachter der Angeklagten eine günstige Prognose stellte, kam dies für den arbeitslosen Koch nicht in Betracht. Er musste sich vor dem Gericht noch wegen des Kaufs von Betäubungsmitteln in zwei Fällen, der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung unter Drogeneinfluss und des Fahrens ohne Führerschein verantworten. Er verursachte im November des vergangenen Jahres einen Unfall, indem er mit einem Motorrad, dass er unerlaubt nutzte, gegen ein Auto fuhr.
Obwohl auch er geständig war, kam erschwerend hinzu, dass er eine laufende Bewährungszeit hatte wegen mehrerer einschlägiger Delikte. Das Strafmaß für ihn lautete deshalb: Ein Jahr und sechs Monate Haft.

von Gianfranco Fain

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