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"Beachtliche humanitäre und soziale Leistung"

Heimatvertriebene "Beachtliche humanitäre und soziale Leistung"

Persönliche Erinnerungen standen im Zentrum der Reden zum "Tag der Heimat".

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Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (von links), Irmgard Heinl in eine Karlsbader Tracht, Kurt Heinl in einer Egerländer Tracht und Oberbürgermeister Egon Vaupel.

Quelle: Viola Schrader

Marburg. In diesem Jahr stand der „Tag der Heimat“ unter dem Leitmotto „Unser Kulturerbe - Reichtum und Auftrag“. Der Vorsitzende des Marburger Kreisverbandes vom Bund der Vertriebenen, Kurt Heinl, hatte aus diesem Anlass Verbandsmitglieder aber auch lokale Polit-Größen eingeladen. Schirmherr der Veranstaltung war der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel. Die Festansprache wurde von Dr. Thomas Schäfer, dem Hessischen Finanzminister, gehalten.

In seiner Begrüßungsrede erinnerte Heinl an die Ereignisse vor 60 Jahren. Damals, im Juni 1953, wurde in der Philipps-Universität der Gesamtverband der Heimatvertriebenen proklamiert, der dann mit den Marburger Beschlüssen in die Verbandsgeschichte eingegangen sei. Heinl betonte die große Zahl Vertriebener, die ab dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis Juni 1949 nach Hessen gekommen seien - insgesamt 652298 Flüchtlinge und Vertriebene. Mit der Heimat sei es wie mit der Gesundheit, sagte Heinl etwas wehmütig: „Solange man sie hat denkt man darüber nicht weiter nach.“

Vaupel griff das Stichwort des „Auftrags“ aus dem Leitmotto der diesjährigen Veranstaltung auf. Auftrag sei es auch an all diejenigen zu erinnern, die auch heute noch ihre Heimat verlieren. Der Konflikt in Syrien sei dabei nur ein Beispiel. „Die Einhaltung und Achtung der Menschenrechte ist mehr als ein kulturelles Erbe des Westens“, sagte Vaupel. Menschenrechte müssten überall gültig sein. Der Oberbürgermeister würdigte auch die Aufnahme und Integration der Heimatvertriebenen in Hessen nach dem Zweiten Weltkrieg als „eine beachtliche humanitäre und soziale Leistung“.

Die anschließende Festrede von Finanzminister Dr. Thomas Schäfer trug eine sehr persönliche Note. Schäfer erzählte von seiner Mutter, die selbst als Heimatvertriebene aus Schlesien gekommen war. Diese Erfahrungen hätten eine tiefe Spur in der Erinnerung hinterlassen. Durch Erzählungen seien diese Erlebnisse authentisch an ihn weitergegeben worden. Schäfer würdigte außerdem, dass die Vertriebenen, sowohl in der BRD als auch in der DDR, einen beträchtlichen Anteil zum Aufbau Deutschlands beigetragen hätten. Abschließend lobte Schäfer die Arbeit des Kreisvorsitzenden Heinl als unverzichtbar.

In einem Schlusswort bedankte sich der Kreisvorsitzende bei den Rednern. Ihm selbst, so Heinl, seien in erster Linie die kulturellen Werte geblieben. Sein Großvater sei Bauer gewesen, worauf er stolz sei und weswegen er an diesem Tage auch in der Egerländer Tracht erschienen sei.

Die Festreden wurden von musikalischen Einlagen begleitet. Für diese sorgten Gunther Friedrich am Klavier und Christian Keller am Cello.

von Viola Schrader

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