Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Bauzaun schützt Bewässerungs-System

Campus-Baustelle Bauzaun schützt Bewässerungs-System

Das Spazierengehen im Park am Fuße der Oberstadt ist nur noch eingeschränkt möglich: die nördliche Hälfte des ­Botanischen Gartens wird bis Oktober 2015 gesperrt.

Voriger Artikel
Routen-Revolution bei Schlossbus-Rundfahrt
Nächster Artikel
Chance für Tempo-Limit auf B 3 steigt

Ein Teil des Alten Botanischen Gartens wird zeitweise für die Öffenmtlichkeit gesperrt.   

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die Vorarbeiten für das Ausheben der Baugrube für den Neubau der Uni-Bibliothek (UB) sind angelaufen: Dass die heiße Phase der Bauarbeiten demnächst beginnt, hat ab Donnerstag deutlich sichtbare Auswirkungen auf den angrenzenden Alten Botanischen Garten. Um die Auswirkungen auf das sensible Ökosystem des unter Denkmalschutz stehenden Parks der Universität möglichst zu begrenzen, plant die Universität eine Sperrung der nördlichen Hälfte, und das voraussichtlich für eine Dauer von rund anderthalb Jahren.

Alte Bäume zwingen zum „vorsorglichen Handeln“

„Wir sind sehr vorsorglich wegen der alten Bäume im Botanischen Garten“, sagte Uni-Projektmanager Joachim Haak auf Anfrage der OP. Denn die Uni erwartet nach dem Aushub der Baugrube ein Absenken des Grundwasserspiegels. Falls man nicht vorsorglich gegensteuern würde, könnte das den Wasserhaushalt der Bäume entscheidend durcheinanderbringen.

Deshalb wird ein temporäres Bewässerungssystem aufgebaut: Von einer Pumpenstation am „Schwarzen Wasser“ (Mühlgraben) beim „Welcome Hotel“ sollen Kunststoffleitungen zu den Bäumen hin verlegt werden, die größtenteils oberirdisch verlaufen. Das nördliche Areal ungefähr von der Mitte des Teichs bis zum Bauareal auf der Fläche der ehemaligen Uni-Frauenklinik soll aus Schutz vor Zerstörungswut durch einen Zaun abgetrennt werden. Bis auf zwei Verbindungswege, die zum Schäferbau führen, in dem noch der Uni-Betrieb im Institut der Pharmazeutischen Biologie weiterläuft, kann dieser Teil des Parks dann bis in den Herbst kommenden Jahres nicht mehr betreten werden. Die südliche Hälfte des Parks kann nach wie vor über die Treppe am Pilgrimstein und den Holzsteg über den Mühlgraben betreten und öffentlich genutzt werden.

Freundeskreis des Gartensbegrüßt Schutzvorrichtung

Positiv beurteilte Manfred ­Kionke, Vorstandsmitglied im „Freundeskreis Alter Botanischer Garten“ die geplante Schutzvorrichtung. Der Verein hat sich besonders den Schutz der alten Bäume sowie der übrigen Pflanzen- und Tierwelt im Park der Universität auf die Fahnen geschrieben. „Wie groß dieser gesperrte Teil sein würde, das war uns bisher zwar unklar“, sagte Kionke. Klar sei jedoch gewesen, dass es sich um keine kleinräumige Sperrung handeln würde.

Kionke hofft, dass sich die Natur in dem ab Donnerstag gesperrten Areal in den kommenden anderthalb Jahren vielleicht erholen könne. Zwar sei es nicht der Ansatz der „Freunde des Botanischen Gartens“, diesen gewissermaßen unter eine Käseglocke stellen zu wollen.

Aber die Nutzung des Gartens sei in den vergangenen Jahren stärker gewesen, als es ihm guttun würde.

Spezialfirma baut das Bewässerungssystem auf

Uni-Projektmanager Haak sagte im Gespräch mit der OP, dass man bei der Festlegung der Größe des abzusperrenden Areals nach dem Motto „Lieber zu viel als zu wenig“ vorgegangen sei.

Durch aufwändige Untersuchungen sei im Vorfeld des UB-Neubaus ermittelt, welche Bäume während der Bauphase eine spezielle Bewässerung erhalten müssten. Haak machte deutlich, dass es im Falle dieser relativ nahe an die Baufläche angrenzenden Bäume nicht ausreichen würde, sie konventionell zu bewässern.

Und so soll das System funktionieren, das von einer durch das Hessische Baumanagement betreuten Spezialfirma ab Donnerstag aufgebaut wird: Von der Pumpenstation werden die Wasserleitungen sternförmig zu den Bäumen geführt. Dort werden sogenannte „Erdlanzen“ installiert. Das sind Rohre, die bis zu 60 Zentimeter tief in den Erdboden eingelassen werden. „Diese Erdlanzen ermöglichen uns, die Wurzelbereiche der Gehölze über das Erdreich gleichmäßig zu bewässern“, erklärt Haak.

In den kommenden Monaten soll an vorher festgelegten Stellen regelmäßig die Bodenfeuchtigkeit gemessen und protokolliert werden. Zudem sollen auch im südlichen, weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglichen Teil stichprobenartige Messungen vorgenommen werden.

„Dadurch können wir frühzeitig reagieren, falls der Grundwasserspiegel unter das zulässige Niveau sinkt“, sagt Dr. Eckhard Diehl, Leiter des Dezernats Gebäudemanagement und Technik der Marburger Philipps-Universität.

von Manfred HItzeroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr