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Bauprojekt im Stadtwald steht vor der Vollendung

Fachwerk Bauprojekt im Stadtwald steht vor der Vollendung

"Haus Frielendorf" soll 2017 beendet sein. Seit 2013 läuft das Bauprojekt von Jugendlichen bereits.

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Alle Beteiligten vor dem beinahe fertigen Haus im Freizeitgelände Stadtwald.

Quelle: von Marcus Hergenhan

Marburg. Die Wände stehen, das Dach mit den Bieberschwanzziegeln hält dich, der Boden ist verlegt und das Fachwerk gefüllt - kurzum: Bis auf einige Details im Innenbereich ist das alte Fachwerkhaus fertig.

Jedes Jahr hatte sich bislang eine Gruppe aus 22 Jugendlichen im freiwilligen sozialen Jahr an neun Tagen verteilt auf zwei Termine um den Aufbau der eingelagerten Bauteile aus dem Hessentag gekümmert.„Das ist jetzt die insgesamt vierte Gruppe und wenn die im nächsten Jahr ihren zweiten Termin hier fertig haben, wird der Bau abgeschlossen sein,“ sagt Bildungsreferent Oliver Dahl.

Die Jugendbauhütte ist ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Trä-gerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd). Sie bietet ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege an.

Über so viel jugendlichen Einsatz für den Erhalt denkmalgeschützter Gebäude und speziell am „Haus Frielendorf“ freute sich auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne): „Die Stadt ist natürlich sehr glücklich darüber, dass durch ehrenamtliche Arbeit dieses Gebäude, nebenbei das Einzige, das der Hessenpark bislang abgegeben hat, hier auf dem Jugendgelände des Stadtwalds aufgebaut wurde.“

Natürlich bedeute ein solches Projekt immer Verwaltungsaufwand und verursacht Kosten, weswegen sich Dahn und seine Kollegen bei Christian Kiesow von der Stiftung Denkmalschutz und Jürgen Heer vom Fachdienst Jugendförderung bedankten.

Auch für die kundigen Handwerker Markus Schuh und Rüdiger Zeberer, brachte das Arbeiten mit den Jugendlichen schöne Erfahrungen. „Das ist was ganz anderes als unter Zeitdruck auf der Baustelle, hier konnten wir noch richtiges Handwerk betreiben mit Holz oder Lehm und die FSJler haben super mitgemacht,“ sagt Zerberer. Die meisten Jugendlichen von 18 bis 22 Jahren absolvieren ihr soziales Jahr in Bereichen, die mit der Denkmalpflege zu tun haben, wie etwa Lina Reinhard, die sonst am Institut für Bauforschung tätig ist.

Ungewöhnlicher ist das Mitwirken von Daisy Yang aus Australien. „Ich wollte schon immer was im Bereich Denkmalschutz machen beruflich, leider ist das in Australien ein sehr kleiner Bereich. Ich habe im Schulaustausch Deutsch gelernt und bin jetzt bei der Schlösser und Gartenverwaltung in Bad Homburg gelandet. Später möchte ich auch in dieser Richtung in Europa studieren.“

Was die schwerste Arbeit am Haus war, das nach der Fertigstellung für die Ferienspiele genutzt werden soll, darin sind sich die Mädchen einig. „Die Dämmung der Decke mit der Zellulose, also immer über Kopf, das hat man echt gemerkt,“ meint Lina.

von Marcus Hergenhan

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