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Baudirektor bewirbt sich als Dezernent

Jürgen Rausch Baudirektor bewirbt sich als Dezernent

Bauamts-Chef Jürgen Rausch ist SPD-Mitglied, arbeitet aber eng in verantwortungsvoller Position mit Grünen-Baudezernent Franz Kahle zusammen. Das macht ihn zu einem aussichtsreichen Kandidaten in Potsdam.

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Die Stadthalle ist eines der großen Projekte von Bauamtsleiter Jürgen Rausch (rechts). Auf dem Bild schaut er sich mit Kulturamts­leiter Richard Laufner, Sabine Welter (KFZ Marburg) und Architekt Thomas Hess ein Modell der Stadthalle an.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Marburgs Fachbereichsleiter für Planen, Bauen und Umwelt, Jürgen Rausch, könnte in der brandenburgischen Landeshauptstadt die Nachfolge von Ex-Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) antreten. Laut Berichten der Potsdamer Neuesten Nachrichten und der Märkischen Allgemeinen hat er sich für die ausgeschriebene Stelle beworben. Unter 36 Kandidaten sollen noch drei Bewerber in der Endrunde sein, darunter Rausch.

Um die Nachfolge für den im vergangenen November abgewählten Baudezernenten Klipp konkurriert Rausch mit Norbert John, technischer Geschäftsführer des Brandenburgischen Landesbetriebs für Liegenschaften und Bauen und Ulf Millauer, Chef der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung. Die Namen und Profile der Kandidaten waren am Montag in einer vertraulichen Sitzung den Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt worden.

Grüne haben für Stelle in Potsdam Vorschlagsrecht

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) habe mit den Fraktionschefs vereinbart, dass sich die Bewerber in den nächsten Wochen persönlich in den Fraktionen vorstellen sollen. Danach wollen der Potsdamer Oberbürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden erneut zusammenkommen und einen Favoriten auswählen. Vorschlagsrecht für die 
Besetzung des Baudezernenten haben nach Medieninformationen die Grünen in Potsdam.

Ulf Millauer ist ein Grüner, John parteilos. Jürgen Rausch ist Sozialdemokrat, hat aber seit Jahren unter Bürgermeister und Grünen-Baudezernent Dr. Franz Kahle die Stadtentwicklung in Marburg geprägt und daher ebenfalls gute Chancen.

Dass sich Rausch eine höhere 
Position vorstellen kann, ist nicht ganz neu: Vor anderthalb Jahren wurde Jürgen Rausch nach Informationen der OP auch als gemeinsamer rot-grüner Kandidat für das Amt des Marburger Oberbürgermeisters gehandelt. Rausch arbeitet in verantwortungsvoller Position eng mit Kahle zusammen und hat in und außerhalb der Verwaltung ein hohes Ansehen. Der Umbau der Marburger Stadthalle, die am Wochenende eingeweiht wird, ist eines seiner aktuellsten Projekte.

Kahle: Erfolg für Rausch wäre Verlust für Marburg

Jürgen Rausch war am Dienstag für die OP für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Kahle 
erklärte am Dienstagabend auf Anfrage der OP, dass ihn Rausch über seine Bewerbung informiert hatte. Für die Stadt Marburg wäre eine erfolgreiche Kandidatur ein „großer Verlust“, so Kahle. Persönlich würde es ihn für Rausch freuen. Und es sei legitim, sich beruflich weiterentwickeln zu wollen. „Die Stadt Marburg kann sich glücklich schätzen, solch einen kompetenten Kollegen zu haben“, so Kahle.

Mit den politischen Strukturen in Potsdam kenne er sich nicht aus, habe daher keine Vorstellung, welche Chancen Rausch habe, so Kahle weiter. Sollte der Bauamtschef gehen, müsse die Fachbereichsleitung in Marburg neu ausgeschrieben werden.

Die neuen Wahlbeamten in der Stadt Potsdam – dort wird derzeit auch ein Sozialdezernent gesucht – sollen vom Oberbürgermeister in der Juli-Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vorgeschlagen werden. Die insgesamt vier Dezernenten sind nach der brandenburgischen Kommunalverfassung dem Oberbürgermeister unterstellt.

In Potsdam regiert eine Rathauskooperation aus SPD, CDU, Grüne sowie Potsdamer Demokraten und Freien Wähler. Das Parlament wählt die Dezernenten für eine Amtsdauer von acht Jahren. Ex-Dezernent Klipp war im vergangenen November wegen seines zu groß geplanten Privathauses abgewählt worden.

von Anna Ntemiris

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