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Bastler flicken defekte Geräte

Technik Bastler flicken defekte Geräte

Premiere in Cappel: Das erste Repair-Café hat am Wochenende seine Türen im ehemaligen Rathaussaal geöffnet.

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Mit viel Fingerspitzengefühl und Fachkompetenz reparierten die freiwilligen Helfer die mitgebrachten Geräte.

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. Es wurde gelötet, geschraubt und geplauscht. Viele Besucher kamen am Wochenende zur Eröffnung des Repair-Cafés in das ehemalige Cappeler Rathaus. „Es geht hier um den gemeinsamen Austausch“, sagte Initiatorin Anja Döringer-Zährl, die ganz begeistert von der aus den Niederlanden stammenden Bewegung ist.

Entgegen der heutigen „Wegwerfgesellschaft“ steht in dem künftig monatlich stattfindenden Repair-Café aber nicht nur das kaputte Gerät im Vordergrund, sondern auch die gesellige Begegnung. „Cappel ist wieder um eine schöne Aktion reicher“, sagte Ortsvorsteher Heinz Wahlers über die vielen Besucher samt vermeintlich defekten Schätzchen im Arm.

Keine Garantie auf Erfolg

Von Kaffeemaschine und Radio bis hin zu Stichsäge und Wasserkocher: die freiwilligen Reparateure setzten alles daran, den Geräten wieder neues Leben einzuhauchen. Sechs freiwillige Reparateure standen bereit, um den Besuchern mit Expertisen zu helfen. 21 Teilnehmer meldeten sich und ihre defekten Geräte dazu bereits vor dem Eröffnungstag an. Einem Großteil konnte nach Geräteprüfung auch geholfen werden.

Eine Garantie auf Erfolg gab es zu Beginn aber nicht. Besonders neue und moderne Geräte mit Defekten können oftmals aus produktionstechnischen Gründen nicht mehr selbst repariert werden. Dennoch gaben die Techniker gegen eine Spende Tipps und Tricks, um die Fehlerursachen zu finden.

„Ich wurde auf Vorschlag zum Repair-Café eingeladen“, berichtete der gelernte Elektriker Bernd Fischer. „Zu Hause mache ich alles selbst, und die vier Stunden im Monat zwacke ich gern für die Initiative ab.“ Dabei werden noch händeringend weitere freiwillige Helfer „mit Fachkenntnissen und Know-how gesucht“, sagte Ulrich Kalabis, der die Eröffnung begleitete.

Repair-Café Cölbe diente als Vorbild

„Im Prinzip ist die ganze Idee gar nicht so neu, das haben wir ja schon vor 40 Jahren so gemacht“, berichtete Klaus Hosemann, Reparateur und Bausachverständiger. „Das Echo der Leute ist überragend, ich würde mir gern auch mehr jüngeres Publikum wünschen.“ Künftig möchten die Organisatoren deshalb noch eine Grundausstattung an Werkzeug zur Verfügung stellen.

Für die Reparatur von Elektrogeräten, Spielsachen und Co. werden noch Schraubendreher, ein Schraubstock und ein abschließbarer Schrank benötigt. Als Vorbild für die Reparaturaktion in Cappel diente das erfolgreiche Projekt von Gabriele Henkel, die seit Juni 2014 das Repair-Café in Cölbe organisiert. Mit viel Engagement und der Unterstützung von den Aktiven Bürgern Cappel (ABC) konnte die Initiative nun Fahrt aufnehmen.

Der nächste Termin findet bereits am 31. Oktober statt. Anmeldung unter der Telefonnummer 0174 / 5221084.

von Arnd Hartmann

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