Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Regen

Navigation:
Barrierefreies Fahrvergnügen

Rollstuhlfreundliches Karussell Barrierefreies Fahrvergnügen

Das erste „Integrationskarussell“ Marburgs auf dem Spielplatz „Auf der Weide“ im Südviertel sorgt für viel Fahrvergnügen seitens der Anwohner des Seniorenheims.

Voriger Artikel
Platz-Problem oder Park-Petitesse?
Nächster Artikel
Ebola-Impfstoff steht für Studien bereit

Sichtlich Spaß hatte nicht nur Bürgermeister Dr. Franz Kahle, sondern auch die Anwohnerinnen des Seniorenheims sowie deren 
Betreuerinnen bei der offiziellen Eröffnung des Integrationskarussells.

Quelle: Muriel Kalisch

Marburg. Eröffnet wurde das Gefährt von Bürgermeister Dr. Franz Kahle, unter neugierigen Blicken der anwohnenden Senioren aus dem Altenzentrum St. Jakob.

Das Projekt wurde vom Kinder- und Jugendparlament Marburg initiiert. Das Karussell soll, im Sinne einer inklusiven Stadtgestaltung, auch für Kinder mit körperlichen Behinderungen zugänglich sein. Dafür ist es eben in den Boden eingelassen, weiterhin sind Halterungen für Rollstühle und Sitzplätze Teil der Konstruktion.

Der Spielplatz, der in der Nähe des Kindergartens „Auf der Weide“ und zwischen dem GeWoBau und dem Seniorenstift liegt, ist nicht nur für Kinder 
gedacht und verfügt auch über Seniorenspielgeräte, mit dem sich Bewohner des Heims fit halten können.

Antrag wurde schon vor fünf Jahren gestellt

Die strömten bei der Eröffnung neugierig herbei und ließen sich nicht zwei Mal bitten, das Gefährt doch selbst einmal auszuprobieren. „Das Karussell ist ein Prototyp“, erklärte Bürgermeister Dr. Kahle. „Wir werden sehen, ob es für Marburg funktioniert und dann über weitere Inklusionskarusselle nachdenken“.

Den Antrag für das inklusive Gefährt wurde bereits im August 2011 eingereicht, im September desselben Jahres entschied das Stadtparlament einstimmig positiv über den Antrag der jüngeren Kollegen. „Die Umsetzung hat dann leider doch noch etwas länger gedauert“, erklärte die Betreuerin des Kinder- und Jugendparlaments Friederike Könitz. „Aber dass der Vorschlag so schnell angenommen wurde, war wirklich Rekord“.

80.000 Euro kostete das Projekt insgesamt. Dafür wurde jedoch nicht nur ein Karussell gebaut, auch der gesamte Spielplatz veränderte sich durch neue Wege und gefestigte Untergründe. „Vorher hat man hier immer nasse Füße bekommen“, erinnerte sich Dr. Kahle.

15.000 Euro wurden dennoch für das Karussell selbst veranschlagt. „Es gibt verschiedenste Modelle. Aber es sollte 
ja auch zu Marburg passen“, 
erklärte der Landwirtschaftsarchitekt Karsten Christian seine Entscheidung. Ursprünglich sollte das neue Spielgerät auf dem Spielplatz im Northampton Park angebracht werden.

Gymnastik tut auch Kahle gut

Dennoch sind alle Beteiligten sehr zufrieden mit dem jetzigen Standort. Auch die Bewohner zeigten sich angetan: „Ich finde es wirklich schön“, erklärt eine Seniorin, die auf die Einweihung bei einem Spaziergang im Innenhof aufmerksam geworden ist.

Sie entschloss sich dann auch als Erste, die Rollstuhlvorrichtung auf dem Karussell auszutesten. Gemeinsam mit dem Bürgermeister und dem Vorsitzenden des Kinder- und 
Jugendparlaments, dem 15-jährigen Manuel Greim, drehten sie einige Runden auf der rotierenden Platte. Allein blieb die Bewohnerin damit aber nicht: Immer mehr Seniorinnen und Senioren begeisterten sich für das Karussell.

Dass dieses vom Bürgermeister höchstpersönlich angetrieben wurde, schien dem Spaß eher zu- als abträglich zu sein. „Die Gymnastik tut Ihnen gut“, scherzte eine Anwohnerin. In Zukunft werde sich zeigen, wie das Karussell angenommen und genutzt werde, erklärte Dr. Kahle. Eines machte die Eröffnung jedenfalls deutlich: Kinder in Rollstühlen gibt es in jedem
 Alter.

von Muriel Kalisch

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr