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Barrierefrei zu den Bahnsteigen

Hauptbahnhof-Umbau Barrierefrei zu den Bahnsteigen

Ankommen in und Abfahren aus Marburg mit der Bahn - das war einst aufgrund zu niedriger Bahnsteige, fehlender Aufzüge und dauernd defekter ­Gepäckförderbänder alles andere als bequem.

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Auf dem Bild ist bereits gut zu erkennen, wie die Mittelinsel vor dem Hauptbahnhof – der künftige Busbahnhof – aussehen wird.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Auch jetzt, da sich die Umbauarbeiten am Hauptbahnhof ihrem Ende nähern, müssen Bahnreisende manchmal noch die eine oder andere Hürde überwinden, wie ein Marburger Ehepaar berichtet.

Es verbrachte seinen Urlaub auf der Nordseeinsel Amrum und reiste zum Fähranleger Dagebüll mit der Bahn. Samstags und sonntags gibt es während der Saison eine bequeme Direktverbindung dorthin - mit zwei Kurswagen, die bei der Deutschen Bahn (DB) mehr und mehr aus der Mode kommen. Dadurch besteht der Intercity allerdings aus neun statt der üblichen sieben Waggons.

Neun Waggons passen problemlos an die Marburger Fernverkehrsgleise 4 und 5, jedoch nicht an Gleis 1, das derzeit von den Zügen nach Frankfurt genutzt wird. Dort besteht Platz für maximal sieben Waggons - Folge: Das Marburger Paar und zahlreiche andere Fahrgäste in dem Sonntagabend gut besetzten Zug wurden kurz hinter Kirchhain per Lautsprecher dazu aufgefordert, zum Ausstieg zwei Wagen nach vorne zu gehen, was zu einigem Gedränge führte.

Aber solche Probleme wird es ab dem kommenden Wochenende nicht mehr geben. Denn ab Samstag, 30. August, halten die Fern- und Regionalexpresszüge Richtung Frankfurt wieder an Gleis 4, wie zurzeit auf der Anzeigetafel am Bahnsteig zu lesen ist. Das am selben Bahnsteig liegende Gleis 2 wird bereits wieder von Nahverkehrszügen Richtung Biedenkopf und Frankenberg genutzt.

„Die Personenunterführung im Hauptbahnhof wird bis Ende Oktober fertiggestellt und abgenommen sein“, sagt DB-Pressesprecher Torsten A. Sälinger auf Nachfrage.

Bis dahin werden nach seinen Angaben auch noch Restarbeiten an den Aufzügen und Bahnsteigen ausgeführt. Das heißt also: Knapp drei Jahre nach Beginn wird der Umbau des Hauptbahnhofs abgeschlossen sein - insgesamt sind dafür laut Sälinger elf Millionen Euro investiert worden. Reisende erreichen bereits jetzt bequem und barrierefrei die Bahnsteige: Es gibt einen Aufzug, der von Gleis 1zur Unterführung führt.

Modell bietet Orientierung für Sehbehinderte

Und es gibt Aufzüge von dort zu den beiden Bahnsteigen, an denen sich die Fernverkehrsgleise 4 Richtung Frankfurt und 5 Richtung Kassel befinden - der Fahrstuhl zum Gleis 4 ist allerdings zurzeit noch nicht in Betrieb. Von den Bahnsteigen aus lassen sich die Treppen, die in die Waggons führen, wesentlich bequemer erreichen als in der Zeit bis Ende 2010.

In der neu gestalteten Bahnhofshalle findet der Reisende nahezu alles, wonach er sucht: Zeitschriftenladen, Kiosk, Schnellimbiss, Bretzelbäcker, Metzgerei und Bäckerei jeweils mit Imbiss. Allenfalls nach einem Geldautomaten sucht er vergebens. Zur Orientierung ist rechts neben dem Haupteingang ein sogenanntes taktiles Modell des Bahnhofs-Inneren aufgestellt worden - vor allem für die in Marburg aufgrund der Blindenstudienanstalt besonders zahlreichen Reisenden mit Sehbehinderung.

Wer den Bahnhof durch den Haupteingang verlässt, kann derzeit nur nach links zum Taxi-Stand und Parkdeck gehen. Oder muss dem durch Baustellenabsperrungen vorgegebenen Fußweg nach recht folgen. Eine große Tafel zeigt, wo die Busse abfahren - sie musste jedoch aufgrund des Baufortschrittes auf dem Bahnhofsvorplatz mit aufgeklebten Plakaten aktualisiert werden.

Absolutes Halteverbot im Wendehammer

Wo die vielleicht wichtigste Buslinie - die zum Uniklinikum führt - abfährt, ist handschriftlich ergänzt worden.

Fast alle Busse starten derzeit unter der Stadtautobahnbrücke in der Ernst-Giller-Straße. Dorthin gelangen Reisende vom Bahnhof aus gesehen rechts vorbei am Bahnhofsvorplatz, der bis Ende des Jahres vollständig neu gestaltet sein soll. Zurzeit ist schon zu erkennen, wie dort der neue Busbahnhof mit seinen sechs Haltestellen aussehen wird.

Wer seine Lieben mit dem Auto zum Bahnhof bringen oder von dort abholen will, kann derzeit nur auf den Stellplätzen vor den Güterhallen beziehungsweise auf den davor liegenden Parkplätzen entlang der Neuen Kasseler Straße parken. Sobald alle Umbauten fertiggestellt worden sind, wird an der linken Bahnhofsseite, wo es einen Wendehammer mit absolutem Halteverbot gibt, ein „Kiss-and-Ride-Platz“ entstanden sein. Dort kann mit dem Auto gehalten werden, um Reisende auszuladen oder abzuholen.

von Michael Arndt

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