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Bamberger warnt vor Rot-Rot-Grün

OB-Wahl: Reaktionen Bamberger warnt vor Rot-Rot-Grün

Vor der Stichwahl beginnt nun das Ringen um die Wähler der nicht mehr vertretenen Parteien.

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Dirk Bamberger (rechts, hier mit OP-Chefredakteur Christoph Linne) will eine Linkskoalition verhindern.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nach dem schlechten Wahlergebnis berieten sich die Grünen am Montagabend über das weitere Vorgehen der Partei im Hinblick auf die Kommunalwahl und  die Stichwahl in zwei Wochen. Erkenntnissen daraus wollte am Nachmittag noch niemand vorgreifen, doch „an einem Wahlaufruf für Spies gibt es eigentlich keinen Zweifel“, erklärt Fraktionschef Dietmar Göttling. Zunächst solle es aber ein Gespräch mit Spies geben. Ob dort über mögliche Zugeständnisse gesprochen werden soll, verriet Göttling nicht, doch eines sei klar: „Der grüne Bürgermeister darf auf keinen Fall zur Debatte stehen.“

„Überrascht“ sei Göttling über den Vorstoß des grünen Kreistagsabgeordneten Heinz Palz-Gerling gewesen. Dieser hatte nach dem enttäuschenden Ergebnis den Austausch von Führungspersonal und „freche Gesichter“ gefordert. Das sei „nicht zielführend“, findet Göttling, denn „wir haben einen bewährten Mix aus Jung und Alt“.

Zu den Jüngeren in der Partei zählt Neuwohner, die „einen sehr guten OB-Wahlkampf gemacht und sich umheimlich gesteigert hat“, so Göttling. Er würde sich „wünschen, dass sie im Hinblick auf die Kommunalwahl eine starke Rolle einnimmt“.

Die Kandidatin selbst kann sich das vorstellen. „Ich denke, es ist kein komplett auf mich als Person gemünztes Ergebnis“, analysiert sie das Wahlresultat. Nachdem sich die Partei zu Schlussfolgerungen beraten habe, werde sie „überlegen, welche Rolle ich spielen will“.

Im Hinblick auf mögliche Wahlaufrufe anderer Parteien, ihn zu wählen, sagt Spies, er sei „immer bereit zu Gesprächen“. Große Zugeständnisse möchte er dabei jedoch nicht machen. „Ich stehe für meine Positionen und sehe da keinen großen Spielraum“, so Spies. Es gebe allerdings „viele Übereinstimmungen“ mit den Grünen. In erster Linie gehe es ohnehin um eine Personenwahl.

CDU-Bewerber Dirk Bamberger teilt mit, „Sondierungsgespräche“ kämen nicht in Frage, die Menschen sollten ihn wegen seines inhaltlichen Angebots und nicht wegen irgendwelcher Postenversprechen wählen. Bamberger  warnt nach dem starken Ergebnis für Linken-Bewerber Jan Schalauske im ersten Durchgang vor einer künftigen rot-rot-grünen Zusammenarbeit und einer stärkeren Rolle der Linken nach der Kommunalwahl. Er kündigt an, die Wähler im Endspurt auf „die Chance zur Verhinderung der einseitigen rot-rot-grünen Dominanz in Marburg“ aufmerksam zu machen.

Die Marburger Linke wollte auf der Fraktionssitzung am Montagabend erstmalig über einen möglichen Wahlaufruf sprechen. Eine endgültige Entscheidung fällt am Donnerstag auf der Kreismitgliederversammlung. Denkbar sind Bedingungen oder Wahlprüfsteine, die die Linken formulieren könnten.

von Peter Gassner
und Till Conrad

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