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Bamberger ist CDU-Kandidat

Oberbürgermeisterwahl Bamberger ist CDU-Kandidat

Dirk Bamberger ist Dienstagabend offiziell im Cineplex zum Kandidaten der Marburger CDU für die Oberbürgermeisterwahl im Juni gekürt worden.

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Die CDU schickt Dirk Bamberger ins Rennen um den Chefsessel im Marburger Rathaus.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Bamberger erhielt auf dem Nominierungsparteitag des CDU-Stadtverbandes im Cineplex-Kino 100 Prozent der Stimmen (83 von 83) und geht damit nun definitiv als Kandidat seiner Partei ins Rennen. Der zweifache Familienvater gilt trotz seiner CDU-Mitgliedschaft als Kandidat, der von außerhalb des üblichen Politikerkreises kommt. In der vergangenen Woche hatten bereits auch die FDP und die "Marburger Bürgerliste" (MBL) ihre Unterstützung für Bamberger als Kandidat des bürgerlichen Lagers zugesagt. Die "Bürger für Marburg" wollen ihre Zustimmung jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht zusichern.

CDU-Mann Dirk Bamberger ist offiziell als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl nominiert worden. Im Cineplex wurde der Marburger gefeiert. (Fotos: Nadine Weigel)

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Die SPD setzt ihrerseits auf Matthias Acker als Nachfolge-Kandidat für den scheidenden Oberbürgermeister Egon Vaupel (ebenfalls SPD), bei den Linken wird voraussichtlich Jan Schalauske nominiert. Die Grünen wollen ebenfalls einen eigenen Kandidaten küren. Ob der derzeitige Bürgermeister Dr. Franz Kahle seinen Erstanspruch geltend macht, ist jedoch noch ungewiss.Es war ein ungewöhnlicher Ort, an dem die CDU-Kandidatenkür über die Bühne ging: Während in den anderen Kino-Sälen im Cineplex in Marburgs neuer Mitte Kino-Filme wie „Der Hobbit: Die Schlacht der 5 Heere“ oder der Kriegs-Thriller „Herz aus Stahl“ gezeigt wurden, stand im Kinosaal in der oberen Etage ein Event ganz anderer Art an.
Vor dem Eingang empfing das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Marburg die Gäste.

Schnelle Entscheidungen in schwierigen Situationen

Einen Hauch von amerikanischem Wahlkampf verbreiteten mit Popcorn gefüllte Plastikbecher, die das Konterfei des später gewählten Kandidaten und der Spruch „Dirks Popcorn. Einer für alle“ zierten.
 Zwar war der mehr als 200 Plätze fassende Kinosaal voll besetzt, aber letztlich waren es nur rund 83 wahlberechtigte Mitglieder der CDU, die am Ende gebeten wurden, um den von Parteivorstand und Findungskommission einstimmig nominierten OB-Kandidaten zu bestätigen. Und diese Bestätigung fand eindrücklich statt, und zwar mit einer Prozentzahl von 100 Prozent, inklusive der Stimme des Kandidaten selber.
„Dirk Bamberger ist sympathisch und den Menschen zugewandt. Er ist freundlich, aufgeschlossen und ein Familienmensch“, nannte der Marburger CDU-Chef Matthias Range die Vorzüge des von der Findungskommission gefundenen Kandidaten. Zudem habe er im Ehrenamt bei der Feuerwehr und im Beruf bei der Sparkasse Erfahrungen gesammelt, die ihm bei der Führung der Stadtverwaltung helfen könnten.
Eine knappe halbe Stunde lang skizzierte Bamberger dann erste Grundzüge seines Programms. Es war seine erste größere politisch-programmatische Rede.

Denn bisher war Bamberger vorwiegend in seinem Ehrenamt als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Mitte in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten.
Daran erinnerte Bamberger auch im eher persönlich gefärbten ersten Teil seiner Ansprache. Bei der Feuerwehr habe er gelernt, Verantwortung für andere zu tragen und auch schnelle Entscheidungen in schwierigen Situationen zu treffen, sagte Bamberger. Soziales und gesellschaftliches Engagement sei ihm auch als Musiker in Orchestern der Feuerwehr und bei seiner ehrenamtlichen Arbeit bei der Gehörlosenhilfe wichtig gewesen, betonte der 42-Jährige.

Neuer politischer Kurs

Doch nun gehe es ihm bei seiner Kandidatur für den Posten des Rathauschefs darum, sein kommunalpolitisches Engagement auszuweiten. Dieses habe sich bisher in den vergangenen Jahren auf ein Vorstandsamt bei der CDU Altstadt beschränkt.
„Marburg wünscht sich einen neuen politischen Kurs im Rathaus – weg von der rot-grünen Klientel- und Privilegien-Politik“, gab sich Bamberger kampfeslustig. Als zwei Beispiele von  besonders eklatanten „rot-grünen Irrwegen“ nannte er die Pläne der Rathaus-Regierung für eine Seilbahn vom Lahntal auf die Lahnberge sowie den geplanten Windpark mit zwei Windkraftanlagen auf dem „Lichten Küppel“.
Zudem fehle es den derzeit im Rathaus politischen Verantwortlichen von SPD und Grünen am politischen Willen, für Sauberkeit und Ordnung in der Innenstadt zu sorgen. Dies zu ändern, hat sich Bamberger ebenso auf seine Fahnen geschrieben wie die Verbesserung des Zustands der Marburger Straßen, der aus seiner Sicht stellenweise desaströs sei. Als weiteren Punkt seiner politischen Agenda nannte
Bamberger beispielsweise ein verbessertes Verkehrs- und Parkplatzkonzept. So gehe es nicht an, dass Marburg ein Alleinstellungsmerkmal in einer Stadthalle ohne Parkplätze habe. Am Ende seiner Rede erhielt Bamberger stehende Ovationen.

Sportjacke für den Kandidaten

Größeren Aussprachebedarf von seiten der CDU-Basis gab es jedoch nicht. Einzig Ute Mehnert von der Senioren-
Union ergriff das Wort und sicherte Bamberger auch die Unterstützung der älteren Generation zu. Zudem bekräftigten in kurzen Grußworten Christoph Ditschler (FDP) und Dr. Hermann Uchtmann (Marburger Bürgerliste) die Unterstützung ihrer Parteien aus dem bürgerlichen Lager (die OP berichtete).
Nach der schnell erfolgten einstimmigen Wahl erhielten Dirk Bamberger und seine Frau Blumen, und der frischgebackene OB-Kandidat bekam eine Sportjacke überreicht. Diese kann er bei dem von ihm bis zur OB-Wahl am 14. Juni geplanten öffentlichen Lauftreff verwenden, für den er Mitläufer sucht.

von Manfred Hitzeroth
und Peter Gassner

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