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Bald schönster Bahnhof Deutschlands?

Einweihung des Empfangsgebäudes Bald schönster Bahnhof Deutschlands?

„Das Herz des Bahnhofs schlägt wieder“, freute sich Bahnchef Dr. Rüdiger Grube, der zur Eröffnung der Eingangshalle eigens aus Berlin angereist war.

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150 geladene Gäste waren zur Einweihung der Empfangshalle gekommen, darunter Bahnchef Dr. Rüdiger Grube (vorderste Reihe, 2. von links).

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Der Marburger Hauptbahnhof bringt alles mit, um im kommenden Jahr als schönster Bahnhof Deutschlands ausgezeichnet zu werden“, sagte Grube am Mittwoch bei der Feierstunde zur Wiedereröffnung der Eingangshalle. Starke Worte des Bahnchefs, an die sich viele Marburger erinnern werden, wenn der Bahnhof erst einmal komplett renoviert ist: Barrierefrei wird er dann sein, erinnerte Grube, der sich zudem auf den umgestalteten Bahnhofsvorplatz freut - so wie auch Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel, der von Bahnhof samt Vorplatz als einem „Herzstück der Stadtentwicklung“ sprach. Einschließlich privater Investitionen seien, wenn alles fertig ist, sicherlich 100 Millionen Euro investiert worden, schätzt Vaupel.

Nur 12 Millionen Euro davon hat die Bahn bezahlt, weswegen Grube den Kostenanteil von Stand, Land und Privaten als „gemeinsame Verantwortung“ lobte. Ohne den Verkauf des oberen Stockwerks des Bahnhofsgebäudes an die Gewobau hätte die Bahn die Renovierung des Gebäudes nicht bezahlen können.

Der Marburger SPD-Bundestagsabgeordnete Sören Bartol erinnerte daran, dass es mehr als zehn Jahre von der ersten Verhandlungsrunde zwischen Bahn und Stadt bis zum vorläufigen Ende der Renovierung gedauert habe. Deswegen sei dieser Mittwoch „ein glücklicher Tag für alle Marburger“, sagte Bartol, der kritisch anfügte: „Wenn wir wollen, dass Menschen die Bahn als umweltfreundliches Verkehrsmittel benutzen, dann müssen wir auch ihre Visitenkarten schön machen.“ Die Steuergelder für den Marburger Bahnhof seien deswegen gut angelegt.

Einweihung Bahnhof Marburg. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Vaupel hingegen hat ganz andere Wünsche für die Zukunft der Stadt und ihren Bahnhof: „Wenn wir den Stundentakt nach Norden und den Stundentakt nach Süden hinkriegen, sind wir einen Schritt weiter“, sagte er.

Vor der offiziellen Feierlichkeit hatte es Proteste mehrerer Behindertengruppen gegeben, die darauf hinwiesen, dass der Bahnhof noch immer nicht barrierefrei ausgebaut ist. Solcher Protest ist immer willkommen, sagte Grube, der sich positiv zur Einbeziehung etwa des Behinertenbeirats bei den Planungen für den neuen Bahnhof äußerte.

Zumindest für eine Behindertengruppe ist der neue Bahnhof schon jetzt barrierefrei: Wolfgang Kutsche von der Selbsthilfegruppe Cochlea-Implantat lobte den neuen Service an Schalter eins. Dort können Gehörlose mit Innenohrprothese eine Induktionsspule einschalten - die Hörhilfe funktioniert.

von Till Conrad

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