Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Bahn darf zum Schloss bimmeln

TÜV-Urteil Bahn darf zum Schloss bimmeln

Der TÜV Hessen hat der Marburger Schlossbahn am Donnerstag die Fahrerlaubnis für eine Steigung von bis zu 15 Prozent erteilt.

Voriger Artikel
Marktplatz soll frei von Rechtsextremen bleiben
Nächster Artikel
Landkreis will Direktvermarktung voranbringen

Über eine Alternativroute darf die Marburger Schlossbahn nun das Schloss anfahren.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Damit ist der Weg für eine Streckenführung zum Schloss über die obere Calvinstraße und von dort über einen Teil des Sandwegs frei.

Vorangegangen waren Anfahr- und Bremstests auf nasser und trockener Strecke, welche das Fahrzeug des Privatbetreibers Brunett „mit Bravour“ bestanden habe, so Regina Linda, Fachbereichsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung der Universitätsstadt Marburg. Der TÜV hat das schriftliche Gutachten für nächste Woche in Aussicht gestellt, so dass die Stadt die Streckengenehmigung zum 1. August erteilen kann.

„Gerade für die Gäste unserer Stadt ist es wichtig, dass die Bahn nun auch ihr eigentliches Ziel ansteuern kann“, so Oberbürgermeister Egon Vaupel. Entsprechende Anfragen von Touristen liegen bereits vor.

„Die Erwartungshaltung ist groß - täglich werden unsere Mitarbeiterinnen gefragt, wann die Anbindung zum Schloss beginnt“, bekräftigt das Klaus Hövel, Geschäftsführer der Marburg Tourismus und Marketing GmbH (MTM).

Vaupel betont: „Die bequeme Erreichbarkeit des Schlosses als Kulturbaustein und des Parks als Erholungsraum ist aber zugleich auch für unsere Bürgerinnen und Bürger ein zentrales Anliegen.“

Die Fachkräfte der Stadtverwaltung hatten deshalb nach Mitteilung des Magistrats die Suche nach einer Alternativroute für die Schlossbahn in den vergangenen Wochen intensiv unterstützt, nachdem die ursprünglich von der Betreiberfamilie vorgesehene Route mit über 15 Prozent Steigung nicht genehmigungsfähig war.

Die einzig mögliche und geeignete Strecke über die obere Calvinstraße und den Sandweg soll nun zunächst für eine Probezeit von drei Monaten genehmigt werden. „So können wir nach Ende der Saison im Oktober die Erfahrungen auswerten“, erklärt Vaupel.

Zunächst drei Fahrten am Tag

Zudem wird die Stadt pro Tag zunächst drei Hin- und Rückfahrten statt der ursprünglich beantragten fünf Touren zulassen. Die Bahn soll danach einmal vormittags und zweimal nachmittags die Strecke hin und zurück passieren. Mit den Schlossbahnbetreibern sei das bereits besprochen.

Die bestehenden Parkplätze bleiben erhalten. Lydia Brunett von der Betreiberfamilie sagte der OP, man sei froh, dass das wochenlange Hin und Her nun beendet sei. Nach Eintreffen der schriftlichen TÜV-Genehmigung soll die „Marburger Schlossbahn“ den Fahrbetrieb aufnehmen.

Anwohner hatten Bedenken gegen die vorgesehene Fahrtroute geltend gemacht und vor allem den Streckenabschnitt Calvinstraße/Sandweg kritisiert.

Vaupel: Sandweg wird kein Schleichweg zum Schloss

Einen Schleichweg für Fahrzeuge durch den Sandweg werde es aber nicht geben, stellte Vaupel klar. Der bestehende Sperrpfosten soll vom Fahrer der Schlossbahn nur zur Durchfahrt herausgenommen und sofort wieder eingesetzt werden.

Zudem ordnet die Universitätsstadt Marburg mit der Streckengenehmigung für die Zugmaschine zugleich Schrittgeschwindigkeit in der Calvinstraße und im Sandweg an, um Spaziergänger und Kinder zu schützen, informiert der Oberbürgermeister.

Die Breite der Schlossbahn betrage 1,90 Meter, teilte die Stadt Marburg zu Fragen des Begegnungsverkehrs auf den weiteren Straßen der Schlossbahnroute, etwa am Rotenberg, mit. Damit liegen die Außenmaße unter denen eines SUVs.

Ein Stadtbus ist 2,35 Meter breit, ein Klein-Lkw 2,20 Meter. Die Waggons der Schlossbahn verfügen über eine Vierrad-Steuerung. Sie schwenken nicht aus, betonte die Stadt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr