Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Bäume auf Synagogen-Platz gefällt

„Garten des Gedenkens“ Bäume auf Synagogen-Platz gefällt

Fünf Bäume und einige Sträucher wurden am Platz der alten Synagoge in der Universitätsstraße gefällt.

Voriger Artikel
Auto brennt nach Unfall
Nächster Artikel
Auf der Suche nach den gestohlenen 1,6 Millionen

Die Spuren der Baumfällung auf dem Grundstück der ehemaligen Synagoge sind noch zu sehen. Die Bäume wurden im Zuge der Vorbereitungen für den „Garten des Gedenkens“ gefällt.

Quelle: Thomas Breme

Marburg. Hans-Joachim Lucker ist empört: „Die Arbeiter haben schon um 6 Uhr morgens angefangen, mit Motorsägen die Bäume zu fällen, die direkt vor unserem Haus stehen“. Sein Haus steht an der alten Stadtmauer oberhalb des alten Synagogenplatzes.

Bei den Baumfällarbeiten handelte es sich um Vorarbeiten im Auftrag der Stadt Marburg für den „Garten des Gedenkens“, der an der Stelle entstehen soll, wo bis zur Zerstörung durch die Nationalsozialisten die jüdische Synagoge stand. Dies erläuterte der städtische Pressesprecher Rainer Kieselbach am Mittwoch auf Anfrage der OP. Empört zeigte sich Lucker vor allem darüber, dass die Anwohner nicht über die Arbeiten informiert worden seien. „Die Bäume haben uns immer sehr gut gefallen. Sie haben Vögel angezogen und boten auch eine Art Lärmschutz vor dem Verkehrslärm, der von der Universitätsstraße ausging“, erklärt Lucker.

Rainer Kieselbach warb im Namen der Stadtverwaltung um Verständnis dafür, dass die Baumfällarbeiten jetzt ausgeführt worden seien. „Die fünf Bäume und einige Sträucher mussten gefällt werden, weil sie der Neugestaltung des Synagogengeländes im Wege standen“, erläutert Kieselbach. Zudem sei es bei einigen Bäumen auch um die Standsicherheit der alten Stadtmauer gegangen. Dieses sei im Zuge der Planungen schon bekannt gewesen. Die Fällung sei auch bis Ende Februar zwingend notwendig, weil Bäume nicht während der Brutzeit der Vögel gefällt werden dürften. Mit der neuen Gedenkstätte soll über die Architektur des Synagogenbauwerks und die geschichtli­chen Geschehnisse an diesem Ort informiert werden. Sie soll den Platz als früheren Ort jüdischen religiösen Lebens würdigen und als einladende Aufenthaltsfläche für die Öffentlichkeit dienen.

von Manfred Hitzeroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr