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Backe, backe Plätzchen

Besser Esser Backe, backe Plätzchen

Durch die Adventszeit ohne Plätzchen? Das geht nicht – findet die „Besser Esser“-Redaktion. Und hatte dazu aufgerufen, tolle Rezepte zu mailen. Hier ist nun eine bunte Mischung, die hoffentlich für jeden Geschmack
etwas bereithält.

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Weihnachtszeit ist Plätzchen-Zeit.

Quelle: Archivbild

Marburg. Der Duft nach Zimt zieht durch die warme Küche, Schokoladenspritzer zieren die Arbeitsplatte und hier und da liegen bunte Zuckerstreusel auf dem Fußboden – so sieht es eben aus in der Weihnachtsbäckerei. Jeder, der schon einmal in der eigenen Küche Plätzchen gebacken hat, kann davon ein Lied singen. Aber der Aufwand ist es immer wert, denn es geht doch nichts über den Genuss selbst gebackener Weihnachtsplätzchen.

Das wissen auch Jörg und Katharina Schäfer aus Gladenbach. Die beiden Polizeibeamten sind passionierte „Foodblogger“ – das bedeutet, sie veröffentlichen ihre Rezepte, Backtipps und Kocherfahrungen auf einer eigenen Seite (www.schlemmerkatze.de) im Internet. Und Plätzchen gehören für das Ehepaar zur Weihnachtszeit einfach dazu. „Wir sind schon immer leidenschaftliche Hobbyköche und probieren uns durch die Küchen dieser Welt“, schreiben die beiden in ihrem Blog. Es sei ihnen darüber hinaus wichtig, mit den Produkten regional und saisonal zu bleiben. Am liebsten füllen Schäfers ihre weihnachtlichen Keksdosen übrigens mit Zimtsternen und doppelt gefüllten Mürbchen – die Rezepte dazu finden sich auf dieser Seite (Hintergrundkasten unten).

Prall gefüllte Bäuche bei den Schwimmern

Wenn es draußen ungemütlich wird, dann macht es sich die Gladenbacher DLRG drinnen besonders gemütlich. So auch am vergangenen Samstag, als die Ortsgruppe zum Plätzchenbacken in ihren Schulungsraum einlud. Das gemeinsame Herstellen solcher Leckereien hat bei den Lebensrettern aus der Kirschenmarktstadt Tradition: So übten sich schon Generationen von Nachwuchsschwimmern im Ausrollen und Ausstechen von Teig.

Auch diesmal hatte eine Betreuerin abends zuvor den Teig vorbereitet. Sie hatte alle Hände voll zu tun, denn es galt, den Grundstoff für etwa 20 Kinder vorzubereiten.

Ausgestattet mit einem großen Arsenal an Ausstech-Förmchen und Nudelhölzern gingen die Butterplätzchen-Nachwuchsbäcker ans Werk. In der kleinen Küche und an der langen Tischreihe standen an diesem Nachmittag nicht nur den Betreuern die Schweißperlen auf der Stirn.

Die Kinder wetteiferten im Teig-Ausrollen, Ausstechen und Verzieren der Plätzchen. Für letzteres stand allerlei bunter Zierrat bereit: Perlen, Schoko-Streusel und vieles mehr (Rezept siehe Kasten unten links). So verziert, mit und ohne Zuckerglasur, wanderten die Bleche mit dem Rohmaterial in den Ofen. Und es gab nichts, bei dem die Kinder nicht anpacken wollten. Ebenso viel Freude wie das Ausstechen und Verzieren bereitete ihnen nach dem Backen das Probieren der Plätzchen. Die sollten, eingefüllt in Tüten, als Mitbringsel zu Hause verschenkt werden. Aber wer will schon etwas verschenken, was den Lieben womöglich nicht schmeckt. Wen wundert es da, dass nicht alle Plätzchen-Bäcker im Anschluss beim samstäglichen Kinderschwimmen im Freizeitbad Nautilust mitmachen konnten?

Mancher Bauch war so gut gefüllt, dass der Gang ins Wasser den Baderegeln widersprochen hätte. Es gab sogar Jungbäcker unter der DLRG-Jugend, die klagten schon während der Probier-Zeremonie über Bauchschmerzen. Gleichwohl zogen fast alle Teilnehmer des Butterplätzchenbackens mit den übrigen Schwimmkindern beim Training ihre Bahnen.

Rezepte

von Jörg und Katharina Schäfer

Doppelt gefüllte Mürbchen Zutaten für etwa 60 Stück:

  • 325 Gramm Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 100 Gramm Zucker
  • 1/2 TL Vanillepaste
  • 1 Ei (Größe M)
  • 200 Gramm kalte Butter

Alle Zutaten zügig zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie einschlagen. Für etwa eine Stunde in den Kühlschrank legen. Backofen auf 160 Grad Celsius bei Umluft vorheizen.
Teig dünn ausrollen und mit einem beliebigen Ausstecher die Plätzchen ausstechen. Bei der Hälfte der Plätzchen noch ein Loch in der Mitte ausstechen, damit Ringe entstehen. Plätzchen etwa acht Minuten backen – je nachdem, wie dünn sie ausgerollt sind.
Die Plätzchen auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Zutaten für die Füllung:

  • 1 Glas Ananasmarmelade (zum Beispiel von Schwartau)
  • 100 Gramm Zartbitterschokolade
  • 1/2 Würfel Kokosfett (Palmin)

Die Ananasmarmelade erwärmen und durch ein Sieb streichen. Alternativ kann das ganze auch im Mixer fein püriert werden. Die Plätzchen mit der Marmelade bestreichen und jeweils einen Ring darauf setzen. Schokolade mit Kokosfett zum Schmelzen bringen. Die flüssige Schokolade in die Marmeladenlöcher tropfen und fertig sind die doppelt gefüllten Mürbchen!
Zimtsterne
Zutaten für ca. 30-40 Stück:

  • 3 Eiweiß (Größe M/L)
  • 200g Puderzucker
  • 300g gemahlene Mandeln
  • 100g gemahlene Haselnüsse
  • 1 EL Zimt
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 Prise Salz

Zunächst zwei Eiweiß steif schlagen. 100 Gramm Puderzucker einrieseln lassen und solange weiter schlagen, bis eine weiße cremige Masse entsteht. Den Eischnee mit Mandeln, Nüssen und Zimt vermischen, bis sich alles gut miteinander verbunden hat. Teig in Frischhaltefolie wickeln und 20 Minuten kalt stellen. Den Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie etwa fünf bis sieben Millimeter dick ausrollen. Mit einem Sternenausstecher 30 bis 40 Plätzchen ausstechen, je nach Größe des Ausstechers. Den Ausstecher zwischendurch immer wieder in Puderzucker tauchen, dann bleibt der Teig nicht so kleben!
Plätzchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Das übrige Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und 100 Gramm Puderzucker einrieseln lassen. Zitronensaft hinzufügen und weiter schlagen, bis eine cremige und streichfähige Masse entsteht. Die Masse nun mit einem Pinsel dick auf die Plätzchen auftragen.
Im vorgeheizten Backofen bei 150°C Umluft etwa 13 bis 16 Minuten auf der unteren Schiene backen. Die Backzeit variiert je nach Ofen und der Dicke der Plätzchen. Das Eiweiß sollte in jedem Fall weiß bleiben und der Teig nicht austrocknen.
Jörg und Katharina Schäfer kommen aus Gladenbach und bloggen unter „Schlemmerkatze.de“.

Butterplätzchen à la DLRG Gladenbach :

  • 500 Gramm Mehl
  • 200 Gramm Zucker
  • 2 Eigelb
  • 400 Gramm Butter oder Margarine
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • abgeriebene Schale einer Zitrone

Alle Zutaten werden auf einem Brett zu einem glatten Teig geknetet. Den stellt man mindestens eine halbe Stunde lang kalt. Danach wird er auf eine Dicke von etwa drei Millimeter ausgerollt. Nun sticht man mit Förmchen die Plätzchen aus. Man legt sie auf ein gefettetes Backblech. Vor dem Backen kann man einen Teil mit Eigelb bestreichen, oder man lässt sie wie sie sind und verziert sie nach dem Backen (200 Grad, 15 Minuten) mit einer Zuckerglasur.

Hilfreiche Tipps

Trockenfrüchte
Seit vielen Generationen werden Trockenfrüchte wie Rosinen, Datteln, Aprikosen oder Orangeat für Weihnachtsgebäck verwendet. Früher gab es im Winter nur wenig Obst zu kaufen, deshalb waren getrocknete Früchte eine besondere Delikatesse. Sie enthalten wichtige Vitamine und Ballaststoffe, das Gebäck bleibt länger saftig und erhält einen fruchtigen Geschmack.

Vollkornmehl
Weihnachtsgebäck lässt sich auch mit Vollkornmehl variieren: So schmeckt es etwas kräftiger als Plätzchen aus hellem Mehl. Je nach Geschmack und Sorte kann in Rezepten ein Teil oder die ganze Menge des Weizenmehls durch Weizenvollkornmehl ersetzt werden.

Nuss-Ersatz
Weil Nüsse und Mandeln grundsätzlich beim Kauf sehr zu Buche schlagen, kann man stattdessen auch Haferflocken nutzen. Die sind günstiger, sorgen in den Plätzchen aber für fast den gleichen Geschmack wie Nüsse. Dazu werden die Haferflocken in einer Pfanne kurz geröstet und hinterher gemahlen. Dann können sie problemlos als Nuss-Ersatz in den Teig wandern. Gut auch für Allergiker.

Vegane Plätzchen
Als vegane Plätzchen eignen sich hervorragend Vanillekipferl. Sie werden aus Mehl, Margarine, Zucker und geriebenen oder gerösteten Mandeln, oft auch Walnüssen, Erdnüssen oder Haselnüssen gebacken.
Hier eine Rezept-Variante: 250 Gramm Mehl, 210 Gramm Butter, 100 Gramm gemahlene Mandeln, 80 Gramm Zucker, zwei Päckchen Vanillezucker. Daraus wird ein Teig geknetet und anschließend werden Kipferln gerollt und geformt. Backzeit: 20 Minuten bei 175 Grad. Die noch warmen Kipferl in einer Mischung aus Puderzucker, und zwei Päckchen Vanillezucker wenden. Fertig.

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