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Bachlauf ist verbreitert, Ufer abgeflacht

Renaturierung Bachlauf ist verbreitert, Ufer abgeflacht

Im Cappeler Feld hat der Fachdienst Stadtgrün, 
Klima- und Naturschutz 
 einen 90 Meter langen Abschnitt zu einem 
naturnahen Lebensraum 
 umgestaltet.

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Dr. Franz Kahle (von links), Heinz Wahlers und Jörg Malkus stellten den renaturierten Graben vor.

Quelle: Lisa Scholz

Cappel. Bei dieser Renaturierungsmaßnahme entfernten Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde einen Teil der Pflastersteine aus dem Graben. Der Bachlauf ist nun verbreitert und die Uferböschungen sind abgeflacht und strukturreich angelegt.

„Das ist ökologisch sinnvoll und wasserbaulich vertretbar“, teilte Jörg Malkus vom Fachdienst Stadtgrün, Klima- und Naturschutz der Universitätsstadt Marburg mit. So können in dem naturnah gestalteten Bach beispielsweise Jungfische groß werden.

Dieser renaturierte Abschnitt des Badestubengrabens liegt im Cappeler Feld zwischen Hochwasserdamm und Lahn und kostete etwa 23 000 Euro.

Durch die Renaturierung wird der Graben zwar nicht zu einem natürlichen und sauberen Bach, bietet aber Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

Der Graben ist nach dem Gebiet benannt, in dem der Bach seinen Ursprung hat: der Badestube im Stadtteil Richtsberg. Von dort aus fließt das Oberflächenwasser meist verrohrt weiter und kommt in Cappel wieder ans Tageslicht. In den 60er und 70er Jahren wurde der Graben gepflastert und die Ufer begradigt. Dadurch sollte das Gewässer kontrollierbar werden. Heute weiß man aber, dass der kleine Bach bei Unwetter zu einem beachtlichen Fluss anschwellen kann. Um dem entgegenzuwirken und der Natur etwas zurückzugeben, plante die Stadt Marburg das Vorhaben vor einem Jahr und setzte es in diesem Spätsommer um.

Projekt dient dem Hochwasserschutz

Am Grund sind zwar noch Pflastersteine, aber der Fluss kann in die Breite gehen und sich so besser verteilen. Das nimmt den Wassermassen die Kraft und dient so dem Hochwasserschutz. Zudem wurden einige der abgerissenen Steine als Wasserbrecher wiederverwendet.

Aufgrund des unbefestigten Ufers kann sich der Fluss nun einen eigenen Weg suchen. Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) erklärte, dass es schwierig ist, genau vorauszusagen, was die Natur daraus macht. So bleibt es also spannend, was sich die Natur im Laufe der Zeit zurückholt.

Die Renaturierung des Cappeler Badestubengrabens ist ein Teil einer Gesamtmaßnahme in verschiedenen Stadtgebieten. Stück für Stück soll der Natur etwas zurückgegeben werden. Der Cappeler Ortsvorsteher Heinz Wahlers zeigte sich zufrieden mit der bisherigen Renaturierung: „Es funktioniert.“

von Lisa Scholz

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