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"Baby" Waldkindergarten wird erwachsen

Verabschiedung "Baby" Waldkindergarten wird erwachsen

Fünf Jahre hat sich Uta Preck für die Gründung eines Waldkindergartens in Cappel in 2013 sowie als Vorsitzende des seit 2012 bestehenden Trägervereins "Buntspechte Cappel" engagiert.

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Während des Herbstfestes tollten die Kinder im Wald herum. Fotos: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Mit Herzblut hast du zusammen mit deinem Mann Sönke die Idee eines Waldkindergartens in Cappel geboren und diesen mit viel Liebe und Ausdauer ins Leben begleitet. Dabei hast du uns Eltern mit unglaublicher Überzeugungskraft mitgerissen, mit unvergleichlichem Fingerspitzengefühl und politischem Geschick verhandelt und Unterstützer für dein ‚Baby‘ gewonnen, angefangen von Bürgermeister Dr. Franz Kahle bis zum Förster“, erklärte Susanna Stübner, seit September Vorsitzende des Trägervereins „Buntspechte Cappel“, in der Laudatio auf ihre Vorgängerin Uta Preck.

Bewundert habe der Vorstand ihren umfassenden Überblick über jedes Detail des Kindergartens, ihre Klarheit, Fairness, Korrektheit und den Realismus. Nach anfänglichem Wahnsinnstempo, von der Vereinsgründung mit sechs weiteren Personen am 25. Oktober 2012 bis zum Start des Kindergartens im August 2013 vergingen keine zehn Monate, habe das ,Baby‘ Waldkindergarten langsam und solide wachsen können. Von einem nur vormittags geöffneten hin zu einem mit zwölf Nachmittagsplätzen.

Das ehrenamtliche Engagement Uta Precks habe mindestens den Umfang einer halben Stelle gehabt, ihr Mann Sönke habe sich um technische Baufragen und die Homepage sowie die Kinder gekümmert, während sie auf Vorstandssitzungen war.

Als kleines Zeichen der Anerkennung und des Dankes für ihren unbeschreiblichen Einsatz erhielt Uta Preck neben einigen Geschenken die Ehrenmitgliedschaft im Verein „Buntspechte Cappel“. Die Kinder brachten ein Ständchen mit dem Lied „Danke für diesen Kindergarten“ dar.

Bürgermeister Dr. Franz Kahle sowie Stefanie Lambrecht, Leiterin des Fachdienstes Kinderbetreuung, hoben die Besonderheit des Angebotes hervor, das die Vielfalt der Kinderbetreuungsmöglichkeiten in Marburg bereichere.

Lambrecht würdigte die hohe Professionalität, mit der Preck ehrenamtlich die Einrichtung geleitet habe. „Sie hinterlassen einen gut aufgestellten Waldkindergarten“, sagte sie.

Uta Precks erste Tochter Tamira hatte den Waldkindergarten in Wehrda besucht. Unter anderem für ihre zweite Tochter Madlena entwickelte sie die Idee, auch in Cappel einen weiteren Waldkindergarten zu gründen. Madlena war dann schließlich beim Start drei Jahre alt und gehörte zu den ersten „Buntspechten“.

Dass damit auch der Wunsch vieler anderer Eltern erfüllt wurde, zeigt sich daran, dass alle 20 Plätze belegt sind und pro Jahrgang 20 bis 30 weitere Interessenten auf der Warteliste stehen. Anfangs waren auch drei Kinder aus Ebsdorfergrund dabei, seit diesem Jahr hat die Gemeinde in Roßberg ebenfalls einen Waldkindergarten.

Uta Preck sprach von ihrem „dritten Kind“, dem kleinen Buntspecht, und dankte allen, die bei Planung, Geburt und dem weiteren Weg geholfen hätten. In Gedanken schwanger gegangen mit der Idee sei man bereits 2007. 2011 habe man mit aller Kraft versucht, schwanger zu werden, und nach intensiver Zeugungsarbeit sei alles sehr schnell gegangen bis zur Geburt im Sommer 2013. Das erste Jahr war die aufregende Kleinkindzeit, in der alles neu war, das zweite Betriebsjahr, die Grundschulzeit, in der es noch sehr viel zu lernen gab, und das dritte Jahr schon die Pubertät mit ihren Turbulenzen. „Und nun ist der kleine Buntspecht 18 und kann in die Freiheit entlassen werden, er braucht seine Erzeuger nicht mehr“, meinte Preck, wie er sich weiter entwickele, werde sich zeigen. „Es ist toll, zu sehen, dass es zwar viel Arbeit macht, aber auch sehr viel Freude und sich vor allem auch heute noch lohnt, Kinder und Buntspechte ins Leben zu setzen.“

von Manfred Schubert

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