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B3 wird zum Nadelöhr

Baustelle auf der Stadtautobahn B3 wird zum Nadelöhr

Autofahrer brauchen jede Menge Geduld, wenn sie in den Stoßzeiten die B 3 befahren: Die Stadtautobahn ist bis November nur einspurig befahrbar.

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Arbeiter einer Spezialfirma brachten gestern vor der Ausfahrt Marburg-Süd ein elektronisch gesteuertes Hinweisschild an, das vor Staus im Baustellenbereich der B 3 warnen soll.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Im Laufe der Woche verlegt Hessen Mobil die etwa 1,7 Kilometer lange Baustelle zwischen den Ausfahrten Marburg-Bahnhofstraße und Marburg-Mitte vom Mittelstreifen auf die jeweils linken Streifen beider Richtungsfahrbahnen. Für den Verkehr stehen dann nur die jeweils rechten Fahrstreifen zur Verfügung.

Mit modernster Technik will Hessen Mobil dazu beitragen, dass sich die Behinderungen für die Autofahrer in Grenzen halten. Gestern installierte eine Spezialfirma im Auftrag von Hessen Mobil Hinweissschilder, die je nach Verkehrssituation aktiv werden. Ein erstes Hinweisschild ist aus Fahrtrichtung Süden bereits vor der Ausfahrt Fronhausen angebracht.

Durchfahrtsgeschwindigkeit als Messwert

Es soll den Fernverkehr bei Bedarf weiträumig umleiten. Empfohlen wird die Route Ebsdorfergrund/Kirchhain/Petersburg, wie Marco Berndt von der Bauüberwachung bei Hessen Mobil berichtet. Ein zweites Warnschild, allerdings ohne Umleitungsempfehlung, ist vor der Ausfahrt Marburg-Süd angebracht. Wenn es in Richtung Norden stockt, leuchtet es auf, so dass ortskundige Autofahrer selbst entscheiden können, ob sie sich einen anderen Weg durch die Stadt suchen.

Wie Willi Kunze, der Regionalbevollmächtigte von Hessen Mobil, der OP mitteilte, orientieren sich die elektronisch gesteuerten Hinweissschilder nicht an der Verkehrsmenge, sondern an der Durchschnittsgeschwindigkeit. Sie wird zwischen dem Parkplatz Marburg-Mitte und Marburg-Südbahnhof von Detektoren gemessen. Ermittelt die Technik eine Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 70 Stundenkilometern, leuchtet an den Vorwarnschildern der Schriftzug „Staugefahr“ auf; sinkt sie auf unter 35 km/h, soll das Wort „Stau“ aufleuchten.

Verkehrsleitsystem kostet rund 50.000 Euro

Laut Kunze kann es sein, dass die Grenzwerte nach den Erfahrungen der ersten Tage noch einmal neu justiert werden müssen. „Sicher ist aber“, ergänzt Hessen-Mobil-Sprecherin Bettina Amedick, „wenn ein Warnhinweis aufleuchtet, dann kommt es garantiert zu Behinderungen.“ Aus Richtung Norden bietet Hessen Mobil im Übrigen keine Umleitungsempfehlung an. Hier warnt das erste Schild vor der Ausfahrt Marburg-Wehrda vor eventuellen Behinderungen.

Mit dem elektronisch gesteuerten Verkehrsleitsystem auf der B 3 beschreitet Hessen Mobil im Landkreis Marburg-Biedenkopf Neuland. Vorbild, so Amedick, sind die Bemühungen des Landes um einen möglichst zügigen Verkehrsfluss auf der A 5 zwischen Ober-Mörlen und Friedberg. Dort hatte eine Baustelle zwischen Mai und August für Behinderungen gesorgt, Verkehrsminister Florian Rentsch hatte unter dem Schlagwort „Baustelle im 21. Jahrhundert“ öffentlichkeitswirksam auf Bemühungen hingewiesen, um die Belastungen für die Autofahrer im Rahmen zu halten.

Hessen Mobil will die Erfahrungen in Marburg deswegen sorgfältig auswerten. Immerhin kostet die Installation des Verkehrsleitsystems etwa 50000 Euro. Eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Analyse sei nach dem Ende der Bauarbeiten im Winter deswegen selbstverständlich.

von Till Conrad

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