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B-3-Tunnel: Bau bei Fulda liefert erste Kosten-Schätzung

Vision B-3-Tunnel: Bau bei Fulda liefert erste Kosten-Schätzung

Für die etwaige Untertunnelung der Marburger Stadtautobahn gibt es erste Kosten-Indizien: Der Bau würde wohl rund 100 Millionen Euro kosten.

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Der fertige Autobahntunnel in Neuhof bei Fulda ist 1,6 Kilometer lang – eine ähnliche Distanz, wie die für einen möglichen B3-Tunnel in Marburg.

Quelle: Arne Dedert

Marburg. Das geht aus der Kostenveröffentlichung für den vor wenigen Tagen fertiggestellten Autobahnausbau im osthessischen Neuhof hervor. Dort ist, auf einem 3,5 Kilometer langen Abschnitt der A 66, für 118 Millionen Euro auch ein 1,6 Kilometer langer Tunnel gebaut worden. Nach Angaben des hessischen Verkehrsministeriums gegenüber der OP hat alleine dieses Herzstück des Bauprojekts 80 Millionen Euro gekostet. Der Tunnel verläuft unter der Stadt Neuhof hindurch und schützt die Anwohner vor Lärm und Abgasen. Die zwei Röhren - eine nach Norden, eine nach Süden - sind durch eine Wand getrennt. Im Tunnel gilt Tempo 80.

Der letzte, nun fertige Abschnitt zog sich nach dem Spatenstich im Herbst 2005 über Jahre, weil er sich aufwendig gestaltete. Das Flüsschen Fliede und die angrenzende Bahnstrecke mussten verlegt werden. Die Bauarbeiten für den Tunnel verrichteten teilweise Taucher unter Wasser.

Nach unten, nicht nach oben

Die Entwicklung in Neuhof hat auch Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) im Blick. „Das ist eine ähnliche Streckenlänge wie in Marburg“, sagt er. Man habe in der Universitätstadt nun „mehr als eine erste Ahnung“, wie viel Geld solch ein Großprojekt kosten würde. Maßgeblich sei, wie tief die Tunnelwände in den Boden gebaut werden. „Jeder Zentimeter, den man tiefer geht, macht den Bau teurer“, sagt Vaupel. Eine Einhausung der Straße, „die Gott weiß wie hoch nach oben ragt“, sei „nie geplant gewesen“. In Marburg wolle man „so weit wie möglich nach unten und keinen Klotz hinstellen“.

Ob das Bauprojekt realisiert werden kann, hängt direkt mit einer möglichen Austragung der Bundesgartenschau 2029 (Buga) zusammen. Von einer offiziellen Bewerbung, beziehungsweise dem Ja zu dieser, verspricht sich der Magistrat massive Infrastruktur-Veränderungen in Marburg: Der B-3-Tunnel wäre Lärmbekämpfer, verbände die Stadtteile, und die Fläche auf dem Bauwerk könnte Wohnquartier oder Freizeitgelände werden. Eine Machbarkeitsstudie zu Buga und Tunnel soll in Auftrag gegeben werden.

von Björn Wisker

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