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Autos kommen stapelweise ins Regal

Parken in Marburg Autos kommen stapelweise ins Regal

Sechs Autos auf einer Fläche, wo sonst eins stand: Ein Regal-System macht's möglich. Der OB wünscht sich ein solch modernes Parkhaus für Marburgs Stadtmitte, wie er im OP-Gespräch erklärte.

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Wie ein Palettensystem in der Logistik funktioniert die Aufbewarung der Autos in diesem Parkhaus in Dresden.

Quelle: SHB Saalfeld

Marburg. Eng, dunkel, schwierig: Parkhäuser sind keine Wohlfühloasen. Doch es gibt sie, die automatischen, barrierefreien, benutzerfreundlichen Parksysteme. In Dresden, München, Zürich. Und bald auch in Marburg? So könnt es gehen: Sie fahren ins Parkhaus, genau genommen geradeaus in den Übergaberaum. Sie steigen aus, brauchen ihr Auto nicht einmal abzuschließen. Alles erledigt sich von selbst: Ihr Fahrzeug wird automatisch in eine Parkbox befördert, zu der keiner Zugang hat. Sobald Sie bei der Rückkehr bezahlt haben, öffnet sich der sogenannte Übergaberaum: Ihr Auto wurde aus der Box befördert und steht zur Abfahrt bereit. Sie steigen ein und fahren nun geradeaus wieder heraus.

Keine Angsträume

„Es gibt bei solchen Parksystemen keine Angsträume, man fährt nur geradeaus rein und geradeaus wieder raus“, erklärt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Daher sei es auch für solche Fahrer attraktiv, die sonst Parkhäuser meiden. Der Rathauschef will solch ein modernes Parkhaus nach Marburg holen. Das Thema Parkraum sorgt in Marburg seit Jahren für Zündstoff. Die Meinungen, ob die Parkflächen in der Innenstadt ausreichend sind, gehen weit auseinander. Vaupel hat mit seinem „Thesenpapier“ seine Positionen dargestellt. Einer der zentralen Punkte ist für ihn der Ausbau des UB-Parkraums auf das Niveau der Kurt-Schumacher-Brücke (die OP berichtete).

Ein neues Parkhaus ist ein weiterer Vorschlag, den er bisher noch nicht öffentlich präsentiert hat. Er stehe mit der Firma SHB Saalfeld in Kontakt, die solche Parksysteme baut, so Vaupel. Stadtmarketing-Koordinator Jan-Bernd Röllmann und Christoph Rau, Geschäftsführer der Stadtwerke-Tochter Marburg Consult, waren eigens nach Dresden gefahren, um sich das dortige Parkhaus anzuschauen. Beeindruckend, so das Fazit von Röllmann.

Standort-Frage offen

Das Konzept passe zu Marburg, weil es platzsparend sei, so Vaupel. Dort, wo bisher in herkömmlichen Parkhäusern ein Auto abgestellt werden konnte, ist jetzt Platz für sechs Fahrzeuge.

Nach dem Konzept der Firma reichen bereits Restgrundstücke mit einer Grundfläche von 8 mal 12 Metern aus, um Stellplätze für mindestens 35 Fahrzeuge zu schaffen. „Die Parkhäuser sind von außen nicht als solche zu erkennen, und sie sind so gebaut, dass sie einzelne Etagen auch in Wohn- und Geschäfstraume umgebaut werden könnten“, so Röllmann.

Als Standort kommen in Marburg drei Flächen in Frage, so Vaupel. Zwei davon wären in der Innenstadt, eine in der Nordstadt. Näheres dazu will er nicht sagen, weil noch Gespräche mit Grundstücksbesitzern laufen. Eine der möglichen Flächen wäre die Baulücke am Pilgrimstein neben dem jetzigen städtischen Parkhaus.

Tiefgaragen im üblichen Sinne seien in Marburg wirtschaftlich nicht zu betreiben, so Vaupel. Man müsste hohe Gebühren fordern, um die Kosten zu decken. Die Saalfeld GmbH habe aber offenbar Erfolg mit ihrem Konzept. In Dresden zahlen Kunden tagsüber pro halbe Stunde 70 Cent.

Die Parkhaus-Anbieter erklärten auf Anfrage der OP, dass sie aus Marburg bisher keine offizielle Anfrage bekommen haben. „Wir freuen uns natürlich über das gezeigte Interesse an unserem innovativen Produkt“, erklärte Alexander Vogler, Geschäftsführer der Saalfelder Hebezeugbau GmbH.

von Anna Ntemiris

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