Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Autor krönt Königskinder

Literatur Autor krönt Königskinder

Kai Hofmann reist durch die Seele. Der 48-Jährige schreibt und illustriert seit Jahren Kinderbücher - in Kürze erscheint sein neues Werk. In diesem verarbeitet er auch seine eigene Jugend.

Voriger Artikel
Das längste Weihnachtslied Hessens
Nächster Artikel
Scharnier zwischen Bürgern und Politik

„Ich, das Königskind“ ist ein Märchen des Marburger Autors Kai Hofmann (48). Er verarbeitet darin eigene Kindheitserlebnisse. Es wird Anfang Dezember veröffentlicht. Foto: Björn Wisker

Marburg. Vor lauter Ideen quillen die Mappen über. Dutzende Skizzen und Entwürfe hat der Marburger in seiner Wohnung archiviert. Alles, was sich in sieben Jahren nachdenken, ausprobieren und verwerfen ansammelt. „Länger habe ich nie an etwas gearbeitet als an diesem Buch“, sagt Hofmann. „Ich, das Königskind“ lautet der Titel der Jugend-Literatur, die kurz vor Weihnachten vom Echino-Media-Verlag - auch bei Amazon und Co. - veröffentlicht wird. 68 Seiten stark wird das Buch sein, 100 Abbildungen enthält es.

Denn das Schreiben allein erfüllt Hofmann nicht, er zeichnet die Figuren und Bilder in den Büchern selbst. Zuletzt arbeitete er stets mit der Airbrush-Technik, nun schwenkte er auf Aquarell um. „Ich wollte viele Details zeigen, das bekam ich so besser hin, auch wenn es eine echte Herausforderung war“, sagt der Ex-Werbefachmann.

„Die Idee zum Königskind entstammt meiner eigenen Kindheit“, sagt Hofmann, der selbst einen 14-jährigen Sohn hat. Jahrzehntelang sei ihn ihm der Gedanke gereift, einige schöne und skurrile Erlebnisse aufzuarbeiten. „Das Ich, das eigene Wesen, das Zusammenspiel von Seele und Körper beschäftigte mich unterbewusst immer“, sagt er. Vieles von dem, was er an Geschichten als Kind aufsaugte, diese aber nicht zu verstehen, trieb ihn um. Aber wie soll ein Erwachsener die Herzen und das Hirn von Jungen und Mädchen erreichen? „Für Märchen, für Phantasie ist man nie zu alt“, sagt er. „Aus einem Kinder-Ich zu schreiben fiel mir leichter als gedacht. Ich habe mir einfach vorgestellt wie ich mir als Kind die Dinge erklärt haben würde wollen.“

So ging er schon bei seinem ersten Werk vor, einem Stück zu Fledermäusen. „Einer Nachtwanderung habe ich es zu verdanken, heute Kinderbücher schreiben zu können“, sagt er. Ein Kind habe Angst vor den Tieren gehabt, es fand sie gruselig. Hofmann wollte ihr das Gegenteil beweisen, suchte Bücher über Fledermäuse. „Da war weit und breit nichts Kindgerechtes aufzutreiben. Also habe ich es selbst geschrieben und gemalt“, sagt er. Da dem Mädchen Text und Bilder gefielen, schmückte es der Marburger aus, fand 1996 einen Verlag und veröffentlichte das Buch. Doch soll es keine Tralala-Literatur sein, sondern zum Nachdenken anregen. Auch deshalb hat Hofmann einige philosophische Andeutungen versteckt.

Hofmann ist vom kreativen Werbemann zum Vollblut-Künstler geworden. Neben Märchen textet er Lieder, die auch auf Youtube im Internet zu sehen sind („Königskind Anderland“). Auch das Theaterstück „Das Fragetierchen“ schrieb er. Sein erstes Buch kam so gut an, dass der Verlag sich mehr Veröffentlichungen wünschte. 25 500 Mal verkauften sich Hofmanns Bücher bislang. 14 Euro kostet sein neues Werk.

von Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr