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Autofahrern droht Parkverbot an Uni-Bibliothek

Parkplätze in Marburg Autofahrern droht Parkverbot an Uni-Bibliothek

Alle Parkplätze an der Universitätsbibliothek könnten 2017 wegfallen. Die Universitätsleitung bereitet eine Kündigung der 100 bisher von den Stadtwerken bewirtschafteten Flächen vor.

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Schranke für alle ab 2017? Bislang ist rund ein Drittel des UB-Parkplatzes reserviert.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Ab März 2017 könnte demnach das gesamte Areal an der Wilhelm-Röpke-Straße nicht mehr allen Autofahrern zur Verfügung stehen. Künftig würden die Stellflächen exklusiv für Universitätsanlieger reserviert sein – bislang gilt das nur für einen Teil.

Hintergrund für diesen Schritt ist die Marburger Stellplatzsatzung, die von der Uni – spätestens mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Universitätsbibliothek am Pilgrimstein – den Nachweis von ausreichend Parkplätzen erfordert. Diese nötige Anzahl steht für die Uni auch ohne einen Umbau, ohne Aufstockung der Fläche zur Verfügung.

Der Magistrat, für den „diese Entscheidung nicht überraschend kommt“ (OB Dr. Thomas Spies), arbeitet an einer Lösung, verhandelt derzeit mit Uni-Leitung und Hessischem Baumanagement – Eigentümer des Grundstücks – über die Frage, ob es deren prinzipielles Okay für einen Parkdeck-Bau an der Stelle gibt.

OB Spies favorisiert eine Erweiterung der Fläche auf ein bis zwei Parkdeck-Etagen. Denkbar ist offenbar die Errichtung eines Fertig-Parkhauses. „In diesem Bereich gibt es sehr spannende Möglichkeiten“, sagt Spies im OP-Gespräch. Knackpunkt ist die Finanzierung. Spies strebt mit einem Fertig-Parkhaus eine günstige Bauweise hin, setzt zudem wohl auf eine Co-Finanzierung durch Stadt, Land, Uni und Stadtwerke.

„Ab Ostern 2017 auf die 100 innenstadtnahen Parkplätze verzichten zu müssen, wäre sehr schlecht“, sagte Spies während der Verkehrsausschuss-Sitzung. Der OB befindet sich daher bereits in Gesprächen mit Universität und Land, den Grundstückseigentümern, um die Auswirkungen einer Vertragskündigung mit den Stadtwerken zu mildern. Spies wirbt für ein zügiges Handeln, will ein prinzipielles „Ja“ zur Erweiterung der Stellflächenzahl mithilfe eines Parkdecks.

Die Finanzierungsfrage soll im Anschluss geklärt werden. Ursprünglich stellte die Universitätsleitung in Aussicht, einen Stellflächenausbau mit Geld vom Land zu ermöglichen. Diese Mittel sind nicht geflossen. Und dass die nötigen Millionensummen aus „Heureka“, dem hessischen Hochschulbauprogramm verwendet werden, gilt als unwahrscheinlich.

Kosten: „Uni und Land nicht aus der Pflicht entlassen“

Angesichts der Haushaltslage, dem seitens der Stadt ausgeschöpften Investitionsvolumen, will aber auch der Magistrat das Parkplatz-Erweiterungsprojekt nicht alleine stemmen. „Ich bin nicht bereit, etwa die Wünsche von Schulen im Rahmen des aufgelegten Bildungsbauprogramms oder den Bau des Kindergartens Am Teich für Parkplatzerrichtungen zu opfern“, sagt Spies. Grundsätzlich wolle man auch Land und Uni „nicht aus der Pflicht entlassen“, ergänzt Fabio Longo, SPD-Stadtverordneter, in der Ausschusssitzung.

Die FDP/MBL und Grüne haben indes in einem Antrag an das Stadtparlament den Magistrat aufgefordert, ein Studie samt Parkdeck-Konzept zu entwickeln und zu prüfen, wie teuer der Bau für die Kommune wäre. „Die Stadt soll das nicht zwingend alleine bezahlen. Aber wir brauchen mal eine Hausnummer, was so ein Bau kosten würde“, sagt Hans-Werner Seitz (Grüne). Die CDU lehnt den Vorstoß mit Hinweis auf die Eigentümerfrage ab: „Solange nicht klar ist, ob man da überhaupt einen Stein hinsetzen darf, muss man nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen“, sagt Joachim Brunnet.

Bis November 2007 konnte jeder Autofahrer auf dem UB-Parkplatz kostenlos parken. Im November 2007 schloss die Universität mit den Stadtwerken einen Vertrag, wonach der Parkplatz zwar für alle Autofahrer offen bleibt, dann jedoch Parkgebühren anfallen. Die Uni versprach sich damals Mehreinnahmen und wollte der „Nutzung des Parkraums durch Dritte“  – also etwa Oberstadt-Bummlern – entgegentreten.

von Björn Wisker

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