Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Autofahrer sauer über rechts vor links

Tempo-30-Zonen Autofahrer sauer über rechts vor links

Einige Anwohner der Ernst-Lemmer-Straße mit ihrer 17-Prozent-Steigung sind empört über die Einführung der Tempo-30-Zone in Wehrda undbeschweren sich bei derStraßenverkehrsbehörde.

Voriger Artikel
Wohnen im Freien gegen Wohnungsnot
Nächster Artikel
Ministerin hat 666000 Euro für Schulsanierung im Gepäck

Mit weißen Markierungen auf dem Asphalt wird auf Tempo 30 hingewiesen, das Schild „Vorfahrt geändert“ zeigt an, dass nun rechts vor links gilt.Foto: Tobias Hirsch

Wehrda. „Tempo 30 kann ich ja akzeptieren, auch wenn es mir persönlich nicht gefällt“, sagt eine Anwohnerin der Ernst-Lemmer-Straße gegenüber der OP. „Woran ich mich aber stoße, ist, dass nun rechts vor links gilt.“ Das führe auf der steilen Straße, die auch von Stadtbussen befahren werde, durch ständiges Abbremsen und Wiederanfahren zu mehr Lärm und Abgasen als vor Einführung von Tempo 30. Und dieser Meinung seien mindestens zehn weitere Nachbarn.

„Warum können so steile Straßen trotz Tempo 30 nicht weiter als Vorfahrtstraßen ausgewiesen werden?“, fragt die Anruferin, deren Name der OP bekannt ist. Die Antwort der Straßenverkehrsbehörde: In Tempo-30-Zonen gelte grundsätzlich rechts vor links. Und davon gebe es keine Ausnahmen.

Auch am Ortenberg rechts vor links

Christoph Rau, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg Consult, sagt auf Anfrage der OP: „Für unsere Busfahrer sind die Tempo-30-Zonen mit ihren Rechts-vor-links-Regeln kein besonders schönes Thema.“ Aber sie müssten damit leben. Beruhigen kann Rau die Anruferin aus der Ernst-Lemmer-Straße, die sich sorgt, dass die Busse an den Steigungsstrecken eventuell nicht mehr vom Fleck kommen, sollten sie auf null runterbremsen müssen. „Unsere Busfahrer können in allen Marburger Straßen jederzeit problemlos wieder anfahren.“

Und im Winter bei Eis und Schnee entscheide ohnehin jeder Fahrer selbst, ob er fahre, da letztlich er die Verantwortung für die Fahrgäste trage. Generell seien die Busse auch vor Einführung der Tempo-30-Zonen in den Wohngebieten nicht schneller als 30 Kilometer pro Stunde gefahren, betont Rau. Die nun längeren Fahrzeiten resultierten aus der Rechts-vor-links-Regelung. „Wir beobachten, welche Auswirkungen das auf den Fahrplan haben wird“, sagt Rau. Erfahrungen gebe es schon vom Richtsberg, wo beim Fahrplanwechsel im Dezember auf jeden Fall eine Anpassung vorgenommen werden müsse. „Hoffentlich müssen wir dann nicht mehr Fahrzeuge einsetzen.“

Am Ortenberg, wo seit der ersten Ferienwoche ebenfalls flächendeckend Tempo 30 eingeführt worden ist, gebe es für die Busse der Linie 8 noch keine Verspätungsprobleme, da längere Fahrzeiten ohnehin schon im Fahrplan berücksichtigt seien. Denn die Georg-Voigt-Straße, die derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt ist, hat laut Rau bisher „den Charakter eines Feldweges“ gehabt.

Appell an die „Selbstverantwortung“

Edith Pfingst, Pressesprecherin der Stadt, sagt: „Die Tempo-30-Zonen wurden und werden eingeführt, nachdem vielfach und ausgiebig darüber diskutiert worden ist.“ Es sei nicht geplant, die Regelung wieder rückgängig zu machen. Diese brauche allerdings Zeit, sich einzuspielen. Und dafür bitte die Stadt alle Betroffenen um Geduld. Außerdem appelliert sie an die „Selbstverantwortung“ der Autofahrer. Das heißt, sich an das vorgeschriebene Tempo 30 zu halten und die geänderten Vorfahrtregelungen, auf die weiterhin extra aufgestellte Schilder hinwiesen, zu halten. Irgendwann werde das auch von den Ordnungsbehörden kontrolliert werden.

von Michael Arndt

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr