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Autofahrer erbost über Parkhaus-Preise

Verkehr Autofahrer erbost über Parkhaus-Preise

Verwunderung bei vielen Marburgern: Sei kurzem zahlen sie für ein Ticket in Parkhäusern mehr Geld. Die Stadt rechnet durch teurere Parkflächen mit Mehreinnahmen von mehr als 300 000 Euro.

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Marburg. Nach den Parkplätzen nun die Parkhäuser: Die Preise in den Parkhäusern sind vor kurzem erhöht worden. Anstatt einen, zahlt man mancherorts nun 1,30 Euro. Durchschnittlich seien die Gebühren um zehn Prozent erhöht wurden, heißt es aus der Stadtverwaltung. Viele Marburger sind irritiert. Immerhin hieß es kürzlich noch, dass die Plätze in den drei Parkhäusern und auf den zwei Parkdecks vorerst verschont bleiben und nur Stellflächen entlang öffentlicher Straßen teurer werden.

„Die Personal- und Sachkosten sind über die Jahre deutlich gestiegen. Hier musste angepasst werden“, sagt Ralf Laumer, Sprecher der Stadt. Das Prinzip: je zentraler und näher an der Oberstadt, desto teurer. In den großen Häusern, im zentralen Oberstadtparkaus etwa existieren 240 Plätze, im Parkhaus Nord nahe des Hauptbahnhofs 204 - mit maßgeblicher Nutzung der Deutschen Vermögensberatung.

Nach OP-Informationen sind viele Händler und Gewerbetreibende erbost über die steigenden Preise. Sie kaufen seit Jahren Gutschein-Kontingente, um ihren Kunden kostenloses Parken als Service für die Zeit ihres Einkaufs anzubieten. Dafür zahlen sie das Geld an die Stadt. Die neueste Rechnung erbost viele.

Auch Autofahrer wittern Schröpfmethoden. „Es gibt nunmal Leute, die auf das Auto angewiesen sind. Und die müssen immer und überall mehr zahlen“, sagt Kai-Michael Debus (37). „Zehn Cent mehr hier, zehn Cent teurer dort. Das summiert sich und man kann eben nicht nur mit Bus oder Rad fahren, das ist eine Illusion“, ergänzt Sonia Michalik (46). Die Verantwortlichen kontern: „Die letzte Erhöhung liegt zehn Jahre zurück“, sagt Laumer. Unternehmer, die ihren Kunden Parktickets anbieten, erhielten zudem bereits seit Einführung der Parkgutscheine einen Rabatt von 20 Prozent - „als aktive Unterstützung des Handels“, ergänzt Laumer. Immerhin blockieren somit keine Dauerparker die Flächen.

Frust herrscht aber nicht nur bei Kurzzeitparkern. Auch Anwohner in der Oberstadt sehnen sich nach einer festen Stellfläche, etwa im Parkhaus Pilgrimstein. Auf einen offenen Platz drängen derzeit 150 Bewerber. Ein Zustand, der Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für Marburg) alarmiert. Sie bringt einen Antrag in das Stadtparlament ein, in welchem sie fordert, die mangelhafte Parksituation zu beseitigen und Abhilfe zu schaffen. „Der zwanghafte Verzicht auf Parkplätze scheint keine Lösung zu sein“, sagt sie. Wohnraum stehe in der Oberstadt leer, weil es kein Parkplatzangebot gebe.

Höhere Gebühren bringen 300 000 Euro mehr ein

Neben den Parkhäusern gibt es noch 1220 gebührenpflichtige Stellplätze entlang der Straßen. Doch diese Zahl droht auf rund 1000 zu sinken, wenn das Areal der Ex-Brauerei für Autofahrer wegfällt. Zu diesen Flächen kommen mehrere Tausend für Park&Ride sowie Anwohnerparken. Parkgebühren an den öffentlichen Straßen spülten im vergangenen Jahr 935 000 Euro in die Stadtkasse. 2013 kalkuliert die Stadt rund 300 000 Euro mehr ein, das wären Gesamteinnahmen von 1,2 Millionen Euro. Die Gebühren für Parkplätze in der Innenstadt stiegen bereits auf bis zu 80 Cent (Parkzonen 1 und 5) beziehungsweise auf 50 Cent (Parkzone 2) je angefangene 30 Minuten. Für die Parkplätze im Südviertel, die nicht für Anwohnerparken reserviert sind, stieg die Gebühr von 30 auf 40 Cent je angefangene halbe Stunde.

Tatsächlich zahlt jeder Autofahrer aber jetzt schon mehr, sobald er sich nicht an den 30-Minuten-Takt hält. Denn: Die Parkschein-Automaten kennen nur diesen Takt, wer 35, 40 oder 50 Minuten parkt, zahlt immer die ganze Stunde. Nach OP-Informationen soll diese Technik in den kommenden Jahren durch moderne ausgetauscht werden, die kürzere Intervalle zulässt und Geld wechselt.

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