Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Auszeit vom Camp-Alltag

Zirkus für Flüchtlingskinder Auszeit vom Camp-Alltag

Spiel, Spaß, und Musik: In Cappel ist ein Zirkus-Nachmittag für die Flüchtlingskinder aus dem Erstaufnahme-Camp an der Umgehungsstraße veranstaltet worden.

Voriger Artikel
Wissenschaft und Glaube im Einklang
Nächster Artikel
„Biker sind oft religiöse Menschen“

Ein Mitmach-Zirkus in Cappel sollte eine Verschnaufpause vom Alltag im Flüchtlings-Camp ermöglichen.

Quelle: Arnd Hartmann

Cappel. Verschnaufpause vom fluchtbedingten Alltag: Es wurde gelacht, musiziert und artistische Kunststücke wurden ausprobiert. „Wir erhoffen uns, dass wir mit diesem Angebot eine offene Begegnung zwischen den Menschen anregen können“, sagte Mike Bodenstein vom Evangelischen Jugendhaus.

Rundum kümmerten sich die Ehren- und Hauptamtlichen für einen gelungen Nachmittag, um den gemeinsamen kulturellen Austausch zu fördern. Neben dem Jugendhaus versorgten die Aktiven Bürger Cappel (ABC) die Besucher mit Getränken sowie selbst gebackenem Kuchen. Später hieß es dann: „Manege frei!“ bei Jonglage, Tellerdrehen und Henna-Tattoos. Auch die Orientbrücke Marburg sowie der Kinder- und Jugendzirkus standen für einen informativen Austausch unter den jungen Leuten bereit.

Seit den Sommerferien haben die Flüchtlingskinder aus dem Aufnahmelager im Cappeler Gewerbegebiet die Möglichkeit im Jugendhaus an drei Tagen der Woche an Sprachkursen und Freizeitbeschäftigungen teilzunehmen, berichteten die Jugendhaus-Mitarbeiter Mike Bodenstein und Lars Iske. Dabei stehe „die Begegnung der Jugendlichen an erster Stelle“. Insgesamt sind die Organisatoren sehr stolz auf das „pädagogische Angebot“, welches von den Flüchtlingskindern intensiv genutzt werde. „Für die Cappeler Jugend sind diese Veranstaltungen nun mal die erste Möglichkeit, um in direkten Kontakt mit den anderen Kindern zu treten“, erklärte Bodenstein. Um die Barrieren aufzubrechen und in zwischenmenschlichen Kontakt zu treten, dienen vor allem die 14-tägig stattfindenden Kulturabende mit Filmvorführungen. „Wir agieren immer mehr als Koordinationsstelle im Sinne der Begegnung“, erklärten die Jugendhausmitarbeiter. Aus diesem Grund sei die Initiierung des Zirkusnachmittags für die Kinder auch so wichtig gewesen. „Es ist einfach großartig wie viele Menschen sich hier für die Flüchtlinge einsetzen“, sagten die Jugendhaus-Kids während der Vorbereitungen.

Wie wichtig diese kleine Auszeit von der oft erdrückenden Alltagsbewältigung im Flüchtlingscamp überhaupt ist, schilderte Addas Neamah, die mit Mutter und Schwestern die gute Stimmung genoss. „Wir mussten aus dem Irak fliehen, da wir durch unseren christlichen Glauben von den IS-Terroristen verfolgt wurden. Jetzt sind wir gerade fünf Tage in Cappel, haben davor aber schon vier Monate in Schweden verbracht. Wir wollten einfach mal raus aus dem Lager, um die Leute kennenzulernen.“ Über die große Anteilnahme und die positiven Eindrücke freute sich auch Fritzi Gissel vom „Netzwerk Füreinander“, die regelmäßig ehrenamtliche Sprachhilfe anbietet: „Die Menschen sind einfach sehr lern- und aufnahmebereit und das freut einen natürlich umso mehr.“

von Arnd Hartmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr