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Auszeichnung für fairen Kaffee

Weltladen Auszeichnung für fairen Kaffee

Auszeichnung für die Elisabeth Kaffee-Gruppe des Marburger Weltladens: Engagierte Marburger erhalten den Gleichberechtigungspreis der Stadt, der zum dritten Mal vergeben worden ist.

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Doreen Thieke (l.), Cornelius Gutenbrunner, Elke Schwonke-Koerner, Elena Scholl, Benjamin Schreiber, Jutta Greb, Werner Höhn, Ekki Seiffert von der Elisabeth Kaffee-Gruppe, Marlis Sewering-Wollanek, Oberbürgermeister Egon Vaupel und die Gleichstellungsbeauftragte Christa Winter.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. 2007 wurde der 800. Geburtstag Elisabeth von Thüringens gefeiert. Ihr Name steht für einen besonderen Einsatz für soziale Gerechtigkeit. Sie bestand darauf, nur rechtmäßig von den Bauern und Klöstern erworbene Speisen zu essen. Ein Jahr zuvor setzte sich eine Gruppe überwiegend ehrenamtlich tätiger Mitglieder des Marburger Weltladens zusammen, um zum Jubiläumsjahr einen ökologischen und fair gehandelten Kaffe auf den Markt zu bringen.

Handelspartnerin ist die aus 256 Frauen bestehende Produzentinnengemeinschaft Comucap in Honduras. Ziel von Comucup ist nicht nur die wirtschaftliche Besserstellung der Mitglieder, sondern auch die Unterstützung der Frauen im Kampf um ihre Rechte auf ein selbstbestimmtes Leben und eigene Erwerbsarbeit, zum Beispiel durch Alphabetisierungskurse, Gesundheitsberatung, Landerwerb und ökologische Kaffeeproduktion.

Am Dienstagabend wurde der zurzeit aus vier Frauen und vier Männern bestehenden Elisabeth Kaffee-Gruppe vor 75 Gästen im Historischen Rathaussaal der zum dritten Mal seit 2009 vergebene Marburger Gleichberechtigungspreis verliehen. Dotiert ist er mit 2500 Euro. Die Laudatorin Dr. Marlis Sewering-Wollanek, Vorsitzende der städtischen Gleichstellungskommission, hob hervor, dass die Jury relativ rasch zu der Entscheidung gekommen sei. Sie begründete diese unter anderem mit der Verknüpfung eines globalen politischen und wirtschaftlichen Projektes mit der lokalen Ebene, insbesondere der Verwurzelung in Marburg. Das Projekt unterstütze die Unabhängigkeit der Frauengruppe in Honduras. In Marburg werde die Öffentlichkeit, insbesondere auch junge Menschen, durch die Arbeit der Gruppe sensibilisiert. Neben einer Wanderausstellung zu dem Projekt gibt es beispielsweise Sponsorenläufe an Schulen.

Kaffee hat sich zu einer Marke Marburgs entwickelt

Doreen Thieke und Elena Scholl von der Elisabeth Kaffee-Gruppe berichteten unter anderem, dass inzwischen durch mehrere gegenseitige Besuche auch persönliche Beziehungen zu den Frauen in Honduras entstanden seien. Man wolle den Kaffee noch bekannter machen und mehr verkaufen, um so für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Welt einzutreten.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) hatte in seiner Begrüßung unterstrichen, dass der Elisabeth Kaffee inzwischen eine Institution in Marburg sei. Die Gruppe habe damit Innovatives geleistet. Man merkt, dass sie das mit Herzblut machen. Und es ist notwendig, dass sie das tun, sagte er zu den Preisträgern. Der Anstoß, den Preis ins Leben zu rufen, sei gewesen, dass Frauen Leistungen erbringen, aber vorrangig Männer geehrt und ausgezeichnet würden. “Wir können und dürfen uns Ungleichheit nicht mehr leisten“, resümierte er.

Einen Vortrag über Geschlechtergerechtigkeit und Fairen Handel hatte zu Beginn Andrea Fütterer, Leiterin der Abteilung Grundsatz bei Gepa – The Fair Trade Company, gehalten. Die musikalische Begleitung kam vom aus Katharina Fendel (Flöte) und Johannes Treml (Gitarre) bestehenden Duo Santiago, von deren südamerikanischen Stücken zwei direkt Kaffee und dessen Anbau thematisierten.

von Manfred Schubert

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