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Auszeichnung für Lärmgegner

IG MARSS-Preis Auszeichnung für Lärmgegner

Ein Marburg ohne lärmende Stadtautobahn, die in einen Tunnel verbannt werden soll, großflächiger Wohn- und Erholungsraum auf den neu entstandenen Flächen. So stellen sich die Preisträger die Stadt in ferner Zukunft vor.

Marburg. Seit Jahren wird in Marburg darüber diskutiert, ob und wie die Lärm- und Schmutzbelastung der allseits präsenten B3 reduziert oder vermieden werden kann. Das hehre Ziel: Rückbau und Untertunnelung der Stadtautobahn. Der Anstoß zu diesen Überlegungen kam von der Arbeitsgruppe nachhaltige Stadtentwicklung der Lokalen Agenda 21, die zusammen mit der Bürgerinitiative Stadtautobahn B3a zu Gesprächen anregten und die Idee voran brachten. Am Montag-abend wurde diese „bisher allein von Bürgern getragene Initiative als wichtigster Anstoß für eine bessere Zukunft der Stadt“ von der Initiativgruppe Marburger Stadtbild und Stadtentwicklung (IG MARSS) ausgezeichnet. „Wir wollen heute eine ganz besondere Form der Bürgerbeteiligung ehren“, betonte Vorstandsmitglied Claus Schreiner, der den Preis für besondere Verdienste um Stadtbild, Stadtentwicklung und Denkmalschutz an die beiden Organisationen überreichte. Der Wunsch nach Bürgerbeteiligung sei in Marburg gut aufgestellt, sagte Schreiner.

Doch für private und auch öffentliche stadtbildprägende Großprojekte gestaltet sich eine Beteiligung der Bewohner sowie ein reger Informationsfluss oft schwierig.

Keine Protestaktion

Dennoch gibt es eine besondere Form der Bürgerbeteiligung, die außerhalb von Politik, Verwaltung und Wirtschaft, allein in den Köpfen der Menschen entstanden ist. Daraus entwickelte sich der Wunsch, das Stadtbild langfristig zu verbessern und den Rückbau oder die Untertunnelung der B3 zu fordern. Das Besondere daran: es ist keine Protestaktion, viel eher ein selbstloses Engagement für die Zukunft der Stadt, betonte Schreiner. Es ist erst der Beginn eines sehr langen Prozesses, doch der Anfang ist gemacht. „Wir freuen uns über die Anerkennung unserer Arbeit“, sagten Gerhard Haberle von der Marburger Agendagruppe und Hannes Kleinhenz von der Bürgerinitiative Stadtautobahn, die den Preis entgegen nahmen.

Wie das Mammutprojekt im Laufe der Zeit weiter voran gebracht werden könnte, erläuterte anschließend Bauingenieur Mathias Kurz am Beispiel des umfangreichen Saarbrücker Projekts „Stadtmitte am Fluss“.

Wie die Stadt Marburg wird auch Saarbrücken von der Stadtautobahn in zwei Hälften geteilt, Lärm und Abgasbelastung sind allgegenwärtig, Bauplätze fehlen. Auch dort sei das langfristige Ziel eine Untertunnelung und zukunftsfähige Aufwertung der Innenstadt, erklärte der Projektleiter. Seit Jahren laufen die Planungen für eine Realisierung der Idee, mehrere Teilerfolge wie eine neue Uferpromenade konnten bereits erzielt werden.

Ohne die Bürger und deren engagierte Gruppierungen, wie sie auch in Marburg zu finden sind, sei dies nicht möglich gewesen, betonte der Referent.

von Ina Tannert

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