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Auszeichnung für „Best Buddies“

Ehrung im Rathaus Auszeichnung für „Best Buddies“

Tim Thielicke, Director Best Buddies Deutschland, sagte ganz gerührt in seiner Begrüßungsrede. „Die Mischung macht es, je mehr Menschen mitmachen, umso vielfältiger wird das Projekt.“

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Die Laudatoren und die Geehrten stellten sich im Rathaussaal zum Gruppenbild auf.

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. Für acht Freundschaftspaare, die ein Jahr am Freundschaftsprogramm teilgenommen haben, und weitere sechs Best-Buddies-Botschafter gab es neben Urkunden und T-Shirts Glückwünsche von Landrätin Kirsten Fründt (SPD), Professorin Heike Schnoor vom Institut für Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität, Dr. Bernhard Conrads, Initiator Best Buddies Deutschland, und Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne).

„Best Buddies ist eine weitere Perle in der Krone Marburgs, als soziales Herz Deutschlands“, erklärte Dr. Conrads in seiner Laudatio dem Publikum. Best Buddies, ein im Jahr 1989 gegründetes internationales Programm der Kennedy-Familie mit gleichen Wurzeln wie den Special Olympics scheiterte jedoch vor acht Jahren im ersten deutschen Startversuch in Berlin. Im zweiten Anlauf erarbeiteten die Organisatoren einen neuen Ansatz, der regional verpflichtend von der Basis aus, „Bottom up“, Menschen mit geistiger oder Lernbehinderung ansprach.

Über den Kontakt zu Thielicke und dessen Engagement im Verein „Spectrum“, ein ambulanter Träger der Behindertenhilfe, sowie zu Professorin Schnoor entstand der Freundschaftsgedanke zur Inklusion von neuem. Thielicke, der durch sein Studium und seine spätere Berufstätigkeit in den USA gemeinsam mit seiner Frau Lauren die notwendigen Kontakte zum Ursprungsland von Best Buddies sicherstellen konnte, verbreitete die deutsche Initiative für Menschen mit Handicap in derzeit vier weitere Bundesländer. „Einige Landesverbände der Lebenshilfe zeigen sich bereits interessiert, in Schwetzingen, Braunschweig oder in Gütersloh gibt es erfolgversprechende Initiativen“, sagte Dr. Conrads.

Best Buddies, das heißt eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, neue Kontakte über eine Plattform zu knüpfen zwischen Menschen mit und ohne Handicap. Neben persönliche Treffen oder über die sozialen Netzwerke soll dabei zwei Mal im Monat ein gemeinschaftliches Treffen stattfinden, bei dem Sport- oder Kulturveranstaltungen unternommen werden können, ein netter Plausch bei Kaffee und Kuchen oder auch ein Kinobesuch erfolgen kann.
Lorena Weik und Laura Süssmann haben sich bei einem gemeinsamen Treffen im Ockershäuser Allee-Café kennengelernt. Beide saßen damals nebeneinander und auf Anhieb klappte die Kontaktaufnahme. „Wir beide sind echte Kaffeetanten, gehen aber auch gern Einkaufen oder auf die Geburtstagspartys von Freunden“, erzählte die Studentin Weik. Auch Christina Gerke, die ihren „Best Buddy“ Ezne Hopkins über das Programm vor über einem Jahr gefunden hat,genießt die intensive Freundschaftserfahrung.

Best-Buddies-Gründer per Videobotschaft mit dabei

In diesen Sommer durften Gerke und fünf weitere Teilnehmer in die USA reisen und den Initiator Anthony Kennedy Shriver während einer Workshopwoche in Indiana am Uni-Campus persönlich kennenlernen.
„Ich hoffe, dass mehr Leute Freundschaften durch Best Buddies finden“, ergänzte Gerke und resümierte über die tolle Erfahrung, welche sie jetzt als Best-Buddies-Botschafterin weitertragen wird.

Im Anschluss übergaben Kahle, Schnoor, Fründt und Conrads die Urkunden an alle Programmteilnehmer. „Andersartigkeit bedeutet auch ein Zugewinn für uns selbst“, sagte Kahle. „Selbst für Menschen, die keine Behinderung haben, ist es nicht immer einfach, neue Freundschaften zu schließen. Erfahrungen zu sammeln, neue Kontakte auch im Ausland zu finden, umfasst die Initiative Best Buddies“, lobte Fründt.

Per Videobotschaft aus den Vereinigten Staaten ermutigte Best-Buddies-Gründer Shriver die Anwesenden, weiter an dem Projekt zu arbeiten, und dankte allen Teilnehmern für ihr persönliches Engagement.

von Arnd Hartmann

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