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Austausch belebt den Studienalltag

25 Jahre Erasmus-Programm Austausch belebt den Studienalltag

"Europa in Bewegung", so lautete das Thema der zweitägigen Tagung des Hochschulmobilitätsprogramms "Erasmus".

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Die Darsteller des Marburger Schauspielprojekts „Dramarasmus“ führten lustige Szenen aus einem „Erasmus“-Aufenthalt“ von der Ankunft bis zum Abschied vor. Foto: Ina Tannert

Marburg. „Happy Birthday Erasmus“: So schallte es mehrmals an diesem Abend durch die Aula der Alten Universität. Auslöser war die Feier zum 25-jährigen Bestehen des Hochschulmobilitätsprogramms. „Erasmus“ wurde im Jahr 1987 ins Leben gerufen und diente anfangs vor allem der Förderung von Fremdsprachen. Mit der Zeit nahmen sowohl die Teilnehmerzahlen als auch Mitgliedsländer stetig zu. Im Mittelpunkt des durch die Europäische Union geförderten Programms steht die Erhöhung der Mobilität der Teilnehmer. Daneben geht es aber auch um die Entwicklung und Ausführung gemeinsamer Programme im Bereich des europäischen Hochschulraums.

Gegenwärtig nehmen 32 Länder an „Erasmus“ teil. Dabei geht die Förderung mittlerweile selbst über die Grenzen der Europäischen Union hinaus, was die Mitgliedsländer Schweiz und Liechtenstein belegen.

359 MarburgerTeilnehmer pro Jahr

Im vergangenen Jahr nahmen rund drei Millionen europäische Studierende an dem Programm teil und verbrachten einige Zeit im Ausland. Zu Beginn von „Erasmus“ nahmen insgesamt nur 657 Studenten an einem Austausch teil. Davon stammten nur rund 20 aus Marburg. Mittlerweile nutzen pro Jahr rund 350 Studierende der Philipps-Universität die Chance auf einen ausländischen Hochschulaufenthalt durch ein Stipendium. Neben diesen werden ebenso die Lehrenden und andere Mitarbeiter der Universität gefördert. Bevorzugte Länder der Marburger Teilnehmer sind hierbei Spanien, Frankreich, Großbritannien sowie mittlerweile auch die Türkei.

Während der ­Feierlichkeiten wurde die erfolgreiche Entwicklung und europäische Zusammenarbeit verdeutlicht und gelobt. Der Festakt begann am vergangenen Donnerstagabend in der eindrucksvollen Atmos­phäre der Aula in der Alten Universität. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von den Violi­nisten Laura Johais und Stephan Gröger. Christina Bohle, Leiterin des Referats für Europäische Bildungsprogramme und „Erasmus“-Hochschulkoordinatorin, erinnerte an die bewegte Geschichte des Programms und dessen Erfolg. Sie verwies auf die zukünftigen Pläne der Europäischen Union. Nach 25 Jahren stehe „Erasmus“ nun an einem Wendepunkt zur nächsten Programmgeneration für die Jahre bis 2020.

„Erasmus for all“:Neue Programme geplant

Die zukünftigen Eckpfeiler und Perspektiven des neuen Programms werden momentan ausgearbeitet und diskutiert. Neue Programme für allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend und Sport sollen unter einem einzigen „Dachprogramm“ als „Erasmus for all“ vereint werden. „Es bleibt abzuwarten, wie konkret die ­innere Struktur des neuen Programms aussehen wird“, so Bohle.

Im Anschluss berichtete Christopher Moss, ehemaliger Marburger „Erasmus“-Koordinator, von seinen Erfahrungen und lobte das Konzept als „wichtiges Instrument der Internationalisierung des europäischen Hochschulraums.“ Aufgrund sprachlicher oder kultureller Begebenheiten kam es im ­Laufe der Austauschprogramme immer wieder zu amüsanten Missverständnissen und Anekdoten. So konnte Moss sich an Klärungsbedarf hinsichtlich des Alkoholkonsums während eines Türkeiaustausches erinnern oder an Probleme der an den Euro gewöhnten Studenten mit dem erforderlichen Währungsumtausch während einer ­Reise nach Großbritannien. Für die Zukunft wünsche er sich, dass „Erasmus“ dazu beitragen solle, dass jeder Europäer eine andere Sprache beherrsche. Zum Abschluss der Tagung führte das Theaterprojekt „Dramarasmus“ ein heiteres Pantomimenspiel auf. Mit vollem Körpereinsatz stellten sie typische Szenen einer „Erasmus“-Reise dar. Von der Ankunft über erste Startschwierigkeiten bis hin zu Freundschaften, Ausschweifungen und Abschiedsszenen. Am Ende gratulierten die studentischen Schauspieler zum Jubiläum. In verschiedenen Sprachen riefen sie durch die Aula: „Alles Gute, Erasmus!“

von Ina Tannert

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