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Ausstellung zu sexistischer Werbung

Rechtsexpertin hält Vortrag Ausstellung zu sexistischer Werbung

Wen spricht stilisierte und zielgerichtete Werbung eigentlich an? Welche Botschaften vermitteln geschlechter­bezogene Werbeaussagen? Fragen, welche die Kölner Rechtsexpertin Dr.

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Dr, Berit Völzmann.

Quelle: (c) Arnd Hartmann

Marburg. Berit Völzmann mit den Marburgern gemeinsam untersuchte - im Zusammenhang mit der Ausstellung „Frauen- und Männerbilder in der Werbung“, die das Gleichberechtigungsreferat der Stadt ausrichtet.„Es ist gar nicht so ungewöhnlich, sich mit so einem Thema wissenschaftlich auseinanderzusetzen“, sagte Dr. Völzmann. Dabei bildete das von der Werbeindustrie unterschiedlich eingesetzte Material die Grundlage des Vortrages.

Zudem wurden die juristischen Aspekte von diskriminierenden und rechtsverletzenden Inhalten auf ihren Gehalt untersucht. Zu Beginn stellte Dr. Völzmann den von ihr unterstützten Verein „Pinkstinks“ vor. Eine junge Protestorganisation, die Kampagnen gegen Produkte und Werbung von limitierenden Geschlechterrollen organisiert, mit dem Ziel, ein kritisches Medienbewusstsein bei den Konsumenten anzuregen.

Aber nicht nur symbolisierte Sexualität, sondern auch die Rollenzuschreibung in der Werbung zeigte die Rechtsreferendarin anhand von diversen Beispielen.

Mehrere Lesarten der Inhaltsbotschaften wurden anschließend mit dem Publikum diskutiert. Dabei standen vor allem Werbeinhalte von Luxusartikelherstellern, Schmuck, Baugewerbe, Textil und Unterhaltungselektronik im Fokus.

Ebenso befasste sich die Referentin neben der Erwachsenenwerbung auch mit der für Kinder. Als Unterscheidungsmerkmal von Jungen- und Mädchenspielwaren haben sich „blau und rosa“ vermehrt in den vergangenen Jahren als geschlechterspezifische Unterteilung auf dem Markt herausgebildet, erklärte die Juristin. Dabei gehe es aber nicht nur um ein Unterscheidungskriterium, sondern allgemein komme es „vermehrt zu einer strategischen Produktkategorisierung“, um möglichst viele junge Leute anzusprechen.

Gewöhnung und Akzeptanz sind ein Problem

Stereotype Geschlechterkonstruktion in der Werbewirtschaft zeige zudem die Auswirkungen hin zu einer leistungsfähigeren Gesellschaft im Hinblick auf die Zuordnung von persönlichem Körperempfinden und Selbstwertgefühl.

Weiterhin diskutierte Dr. Völzmann gemeinsam mit dem Publikum Rechtsgrundlagen zu besonderen gerichtlichen Entscheidungsfällen von sexistischer Werbung.

„Das Problem an der bestehenden Debatte ist die existierende Gewöhnung und Akzeptanz der breiten Masse an solche Werbemethoden.“ Dabei könne der Deutsche Werberat nur bedingt geeignete Sanktionsmittel gegen solche werbenden Unternehmen einsetzen. Zu „mehr zivilgesellschaftlicher Beteiligung gegen sexistische Werbung“ rief die Marburger Frauenbeauftragte Christa Winter deshalb am Ende der Veranstaltung auf.

Die Ausstellung ist noch bis Freitag im Rathaus zu sehen - Öffnungszeiten: heute und Mittwoch 9 bis 16 Uhr, Donnerstag 9 bis 18 Uhr und Freitag 9 bis 12 Uhr.

von Arnd Hartmann

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