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Aussteiger wehrt sich gegen Vermüllungs-Vorwürfe

Neues von "Öff-Öff" Aussteiger wehrt sich gegen Vermüllungs-Vorwürfe

Seit 2012 lebt Aussteiger Jürgen Wagner, alias „Öff Öff“, auf einem etwa 3 000 Quadratmeter großen Grundstück oberhalb des Wohngebietes in Ockershausen.

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Aussteiger Jürgen Wagner alias „Öff Öff“ auf seinem Grundstück in Ockershausen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Gepachtet wird es von der Interessengemeinschaft „Perma-Oase Ockershausen“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Grundstück gemeinsam mit Öff Öff im Sinne einer „Permakultur“ zu bebauen. Dabei handelt es sich um eine Anbaumethode, deren Ziel es ist, nutzbare Ökosysteme zu schaffen, die sich quasi ganz von selbst, ohne Pflege, permanent erhalten können.

Als Modell- und Bildungslandschaft für modernes ökologisches Verhalten strebt der Interessenverein auch Kooperationen mit der Universität und Schulen an. Doch aus Politik und Nachbarschaft wurden in den vergangenen Wochen immer wieder Kritik und Zweifel an der artgerechten Nutzung des Grundstücks laut (die OP berichtete).    

Globale Verantwortung statt locker-flockigem Chaos

Nachdem Vertreter der Bauaufsicht und der Naturschutzabteilung bereits Ortsbesichtigungen durchgeführt hatten, stattete nun auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) persönlich Öff Öff und Udo Wierlemann, dem Vereinssprecher der „Perma-Oase“, einen Besuch ab, um sich ein Bild zu machen.

Sein Resümee: „Das Grundstück sieht an manchen Stellen sehr vermüllt aus.“ Dabei handele es sich zwar vorwiegend um Gegenstände, die der Vorbesitzer auf dem Grundstück hinterlassen habe, wie etwa eine alte Grillanlage und Spielgeräte. Jedoch gibt Kahle zu bedenken: „Wenn man dort eine öffentliche Gartenlandschaft betreiben will ist das kein gutes Aushängeschild.“ Er sei nach wie vor skeptisch, dass sich das Grundstück tatsächlich für Besuchergruppen eigne.

Das Angebot eines alternativen Grundstückes, das etwa 500 Meter vom jetzigen entfernt liegt und das man über einen separaten Weg besser erreichen kann, als das jetzige, schlug Öff Öff zunächst aus. Es sei zu „überdimensioniert“, teilte er auf OP-Anfrage mit: „Erst, wenn die Permakultur sich weiter­entwickelt und wir im größeren Stil Feldbau betreiben können, dann ist es sinnvoll, das Zusatzangebot anzunehmen.“

Er wehrt sich gegen die Vermüllungs-Vorwürfe. „Real betrachtet, haben wir bislang auf der Wiese mehr aufgeräumt und Müll vorgefunden beziehungsweise rausgeholt, als wir Material dorthin brachten.“ Er selbst verstehe sich zudem nicht als „Lotter-Hippie“,  sondern eher als einen Asketen. „

Statt locker-flockigem Chaos mit Blümchen im Haar, wummernder Musik und Drogen im Sinn, bedeutet das Bemühen um sinnvolles natürliches Leben, „ganzheitliche Nachhaltigkeit“ oder „globale Verantwortung“ für mich“, erklärt er sein Anliegen.

von Ruth Korte

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Aussteiger „Öff Öff“
Die Wildnis nimmt hier keinen Schaden. Ihr geht es besser als in manch einem Garten“, sagt Öff Öff. Die Naturschutzbehörde und der Ortsbeirat Ockershausen sehen das anders.

Belächelt, bewundert, gehasst. Die Person Jürgen Wagner alias „Öff Öff“ ist umstritten. Seit 2013 lebt der Aussteiger auf einer Wiese in Ockershausen. Aus Politik und Nachbarschaft wird nun Kritik laut.

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