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Ausschuss fordert Honorar-Transparenz

Haupt- und Finanzausschus Ausschuss fordert Honorar-Transparenz

Die Marburger Linke fordert, dass die Sparkasse die Höhe der Honorare für die Vorträge von prominenten Gastrednern offenlegt. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) sieht für dieses Anliegen keine große Chance.

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Zum Vortrag von Joschka Fischer kamen mehr als 1 000 Zuhörer in die Marburger Stadthalle. Archivfoto

Marburg. Zu einer kleinen Debatte über die Offenlegung von Redner-Honoraren kam es am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtparlaments. Anlass war ein Antrag der „Marburger Linken“, dem der Ausschuss dann auch bei Enthaltungen der CDU und der SPD-Abgeordneten Marianne Wölk einstimmig zustimmte.

Das Thema ist nicht ganz neu. vor allem nach den Skandal um die Vorträge von Peer Steinbrück bei den Stadtwerken in Bochum. „Spätestens nach der Affäre um die immensen Vortragshonorare für den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück muss es im Interesse öffentlicher Unternehmen liegen, ihre Geschäftspolitik in diesem Bereich für die Bürger transparent zu gestalten“, heißt es in der Antragsbegründung. So sollten die Kunden beispielsweise erfahren, wieviel die heimische Sparkasse für den Vortrag von Ex-Außenminister Joschka Fischer (Archivfoto) beim „großen Gesprächsforum“ bezahlt hätte, meint Jan Schalauske (Linke). Zu Fischers Vortrag in der Marburger Stadthalle waren im Oktober 2011 mehr als 1000 Kunden der Sparkasse Marburg-Biedenkopf gekommen, für die der Eintritt kostenlos war.

„Wir fänden es gut, wenn es einen politischen Beschluss gäbe, an die Geschäftsleitung der Sparkasse zu appellieren, die Redner-Honorare transparent zu machen“, sagte Schalauske. Darum solle der Verwaltungsrat der Sparkasse Marburg-Biedenkopf gebeten werden.

„Die Redner-Honorare von vielen prominenten Vortragenden sind doch bereits öffentlich“, verwies Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für Marburg) auf im Internet kursierende Listen.

Auch OB Egon Vaupel machte dem Antragsteller wenig Hoffnung auf eine Erfüllung seines Wunsches.

Er sicherte jedoch zu, in seiner Eigenschaft als Verwaltungsratsvorsitzender dem Sparkassen-Vorstand über den Appell zu informieren. Jedoch gehöre es seines Wissens nach zur Geschäftspolitik des Vorstands, die Honorare von prominenten Referenten nicht offenzulegen. Nichstdestotrotz ist das Thema auch aus Sicht von Vaupels Magistrats-Kollege Dr. Franz Kahle (Grüne) wichtig. „Die Sparkasse und die Volksbank Mittelhessen überbieten sich mit prominenten Rednern. Eventuell sollten sie sich in Zukunft auf gewisse Höchstsummen festlegen, die sie für solche Vorträge zahlen“, meinte Kahle.

von Manfred Hitzeroth

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