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Ausländer-Andrang in die Stadt

Statistik Ausländer-Andrang in die Stadt

Immer mehr Ausländer kommen nach Marburg: 2014 lebten 459 mehr in der Universitätsstadt als 2013. Vor allem die Zahl aufgenommener Flüchtlinge steigt. Die zuständige Behörde spürt nun zunehmende Belastungen.

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7122 Migranten leben derzeit in Marburg, teilten Ausländerbehördenleiter Martin Cronau (links), Flüchtlingskoordinatorin Gudrun Fleck-Delnavaz und OB Egon Vaupel mit.

Quelle: Archiv

Marburg. Insgesamt 7122 Menschen aus 144 unterschiedlichen Ländern leben in Marburg. Die meisten stammen aus Europa. Das teilte die Ausländerbehörde mit. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das eine Steigerung um 6,9 Prozent (459 Personen). Verglichen mit 2012 entspricht es einem Plus von mehr als 17 Prozent. „Die Stadt ist stolz auf diese Vielfalt“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD).

Der Großteil der Migranten kommt laut Ausländerzentralregister aus europäischen (3769) und asiatischen (2141) Ländern. Die größte zusammengefasste Gruppe der Nationalitäten, 520 Personen, stammt aus Russland. Dieser folgen Zuwanderer aus der Türkei mit 513 Menschen. Auf dem dritten Platz stehen Chinesen (432 Personen).

Mehr Studenten und Flüchtlinge

Ein Grund, warum in Marburg deutlich mehr ausländische Mitbürger registriert sind, ist die wachsende Zahl der Studenten der Universitätsstadt. „Etwa ein Viertel der Menschen aus anderen Nationen haben einen studentischen Hintergrund“, sagt Martin Cronau, Leiter der Ausländerbehörde.

Einen rapiden Anstieg gibt es seit dem vergangenen Jahr bei der Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber. Von 48 in 2013 wuchs die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Asylverfahren auf 112 - Tendenz steigend, wie die Stadtverwaltung mitteilt. „Im vergangenen Jahr gab es aber nicht eine Ausweisung oder Abschiebung“, erläutert Vaupel.

Die Ausländerbehörde registrierte zudem zuletzt 913 Flüchtlinge und Personen mit sogenanntem humanitären Aufenthaltsrecht - das sind 131 mehr als im Vorjahr.

Flüchtlinge: Stadt rechnetmit weiteren 200

Viele stammen aus Krisenländern wie Syrien, Somalia, Eritrea oder Afghanistan. Diese haben unterschiedliche Aufenthaltsrechte, entweder befristet, dauerhaft, eine Duldung, sonstig befristet, sowie mit oder ohne festgestellte Flüchtlingseigenschaft oder subsidiärem Schutz (bedeutet: auch ohne Flüchtlingseigenschaft als schutzbedürftig geltend). Weitere 307 jüdische Emigranten mit Daueraufenthaltsrecht stammen aus der ehemaligen Sowjetunion.

Bereits 87 weitere Flüchtlinge kamen in diesem Jahr bereits nach Marburg, sagte Gudrun Fleck-Delnavaz, städtische Flüchtlingskoordinatorin. Die Stadtverwaltung rechnet im laufenden Jahr mit insgesamt 170 bis 200 zusätzlichen Flüchtlingen.

Insgesamt zeige sich eine „erfreuliche Entwicklung, wirtschaftlich wie auch im humanitären Bereich“, fasste Vaupel zusammen. Die Migranten seien „entscheidend am wirtschaftlichen Erfolg der Stadt beteiligt“.

Sie arbeiteten in den verschiedensten Bereichen, in der Pharmaindustrie, der Universität, dem Klinikum, als Manager oder Pflegekräfte, erläuterte Vaupel. Gerade in unterbesetzten Berufsfeldern wie dem Pflegebereich sei die Unterstützung der Ausländer „äußerst wichtig“.

Behörde: „Wir arbeiten an Grenze der Belastbarkeit“

Zuständig für Anträge, Fragen und Probleme ist die Ausländerbehörde. Diese sieht sich angesichts der steigenden Zahlen „mittlerweile überlastet, dem engagierten Team zum Trotz“, sagte Amtsleiter Cronau. „Wir arbeiten auf Kante, an der Grenze der Belastbarkeit.“ Regelmäßige Überstunden, lange Wartezeiten und eine Überziehung der amtlichen Sprechzeiten von bis zu eineinhalb Stunden sind die Folgen der steigenden Zahlen. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 13000 Menschen betreut, eine Steigerung um mehr als elf Prozent.

Derzeit gibt es Pläne, die Behörde personell aufzustocken. Momentan verfügt sie nach Angaben der Stadtverwaltung über achteinhalb Stellen.

von Ina Tannert

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