Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° Regen

Navigation:
Ausbildungszentrum: Wehren bereit zum Kampf

Jahreshauptversammlung Ausbildungszentrum: Wehren bereit zum Kampf

Bei der Gemeinsamen Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren Marburg im Bürgerhaus Marbach ist eine positive Bilanz des vergangenen Jahres gezogen worden.

Voriger Artikel
Rad-Leihe: Stationen sind installiert
Nächster Artikel
Koalitionskrach: Zerbricht Asta?

Gut besucht war die Jahreshauptversammlung der Marburger Feuerwehren.Foto: Heiko Krause

Marburg. Die Leiterin der Marburger Feuerwehr, Carmen Werner, freut sich, dass mit insgesamt 531 Einsatzkräften im Stadtgebiet die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr sogar noch um 17 Feuerwehrleute gestiegen seien ebenso wie der Anteil der Frauen, der bei 66 liege. Das Soll sei mit 126 Feuerwehrleuten nach wie vor deutlich übererfüllt, so Werner. Auch die Jugendfeuerwehren seien mit 57 und die Kinderwehren mit 31 Mitgliedern gut aufgestellt. Erfreulich sei, dass zehn junge Leute in die Einsatzabteilungen übernommen werden konnten.

Aber Werner wies auch darauf hin, dass die Situation nicht überall so gut sei wie in der Innenstadt. In einzelnen Stadtteilen sei die Einsatzabteilung gemeinsam gealtert. Jens Seipp, Sprecher der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen, nannte als Beispiel die Freiwillige Feuerwehr Schröck (die OP berichtete). Beide mahnten daher eine intensive Mitgliederwerbung an, damit auch zukünftig in jedem Ort einsatznah die Versorgung gewährleistet sei.

Werner verwies darauf, dass von den Aktiven auch wieder eine Vielzahl an Lehrgängen besucht worden seien. Die Zahl der Einsätze sei erfreulicherweise mit insgesamt 819 gesunken. 158 Brandeinsätze, darunter ein Großbrand, bei dem die Einsatzkräfte besonders gefordert wurden, habe es 2013 gegeben, 256-mal sei die Feuerwehr zur allgemeinen Hilfe gerufen worden, dort sei ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Die Zahl der Fehlalarmierungen habe bei 197 gelegen.

Die Schlagkraft der Feuerwehr Marburg sei durch die Neugründung in Bauerbach, die noch in diesem Jahr ihr Gerätehaus bekomme, maßgeblich gestärkt worden, so Werner. Als echte Entlastung bezeichneten Werner und Seipp die lange geforderte und nun umgesetzte Gründung einer Werksfeuerwehr für das Uniklinikum.

Die Feuerwehrchefin mahnte aber auch die Politik der Universitätsstadt an, weiterhin ausreichend Haushaltsmittel für Ausrüstung und Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Bei den Neubeschaffungen gebe es einen „Abstand zur Ursprungsplanung“. Es müsse aufgepasst werden, dass nicht auf einen Schlag irgendwann eine Millioneninvestition nötig werde.

Brandschutzdezernent Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Hermann Heck (CDU) versprachen die uneingeschränkte Unterstützung über alle Parteigrenzen hinweg. Vaupel lobte den großen ehrenamtlichen Einsatz, den die Freiwilligen Feuerwehren für die Bürger leisteten. Und die Mitgliederzahlen zeigten, „dass die Entwicklungen in Marburg gesund sind“.

Wunsch nach Wohnungen

Das Stadtoberhaupt hob hervor, dass alle Entscheidungen im Einklang getroffen würden, so letztlich auch die Umwandlungen von Wohnungen für Feuerwehrleute bei der Hauptwache zugunsten der Ordnungspolizei. Eine Aufstockung der Gebäude, um wieder Wohnraum zu schaffen, werde kommen, allerdings sei eine erste Planung noch zu teuer. Werner wünschte sich in diesem Zusammenhang auch Wohnungen an anderen Standorten, außerdem wie bereits im vergangenen Jahr ein Trainingsgelände, auf dem gemeinsame Übungen durchgeführt werden könnten. Dieses könnte beispielsweise in Cappel entstehen, im Zusammenhang mit einem Neubau des Ausbildungszentrums der hessischen Jugendfeuerwehren. Das alte Gebäude in Cappel ist in die Jahre gekommen.

Fast alle Redner forderten den Erhalt des Standorts. Seipp verwies darauf, dass die Landesregierung ohne Rücksprache plötzlich eröffnet habe, dass ein Neubau in „Mittelhessen“ geplant sei. Vor allem Gießen habe sich bereits 2013 als Standort ins Gespräch gebracht, da hätte er sich einen besseren Stil gewünscht. Er sei aber zuversichtlich, Landkreis und Stadt Marburg würden sich für den Erhalt des Standorts in Cappel einsetzen und es gelte nun, ein tragfähiges Konzept vorzustellen.

Die deutlichsten Worte fand Kreisbrandinspektor Lars Schäfer: „Mittelhessen ist nicht der Landkreis Gießen.“ Man hätte erst mit denen reden sollen, die das Ausbildungszentrum bisher betreuen, und das seien die Stadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes sicherte Schäfer zu, „wir werden es nicht kampflos hergeben“. Notfalls würden die Wehren des Kreises auch nach Wiesbaden fahren, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

von Heiko Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr