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„Ausbaupotenzial der Fernwärme vorhanden“

Energiekonzept für die Nordstadt „Ausbaupotenzial der Fernwärme vorhanden“

Der Stadtteil im Dreieck zwischen Universität, Elisabethkirche und Bahnhof soll in den kommenden Jahren einer energetischen Modernisierung unterzogen werden.

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Theo Pauly (von links), Jürgen Rausch, Thorsten Gerhardt und Daniel Oßwald stellten das Energiekonzept vor.

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. Steigenden Energie­preisen und Lebenshaltungskosten will die Stadt mit einer umfassenden Modernisierung begegnen und die Kohlenstoffdioxid-Emissionen bei der Erzeugung von Strom und Wärme bis zum Jahr 2030 halbieren.

Geprägt von einer vielfältigen Baustruktur aus Gründerzeit­häusern, historischen Universitätsgebäuden, aber auch modernen Wohn- und Geschäftsanlagen, steht die Nordstadt in den kommenden Jahren auf der energetischen Sanierungs-Agenda des Magistrats. Das neue Energiekonzept soll den Stadtteil mit rund 1600 Einwohnern noch lebenswerter machen und stellt zugleich die denkmalgeschützten Gebäude in den Vordergrund. „Es wird sehr spannend werden, weil mehr als nur ein Einzelgebäude eine Rolle spielen wird“, sagte der leitende Baudirektor Jürgen Rausch.

Trierer Uni-Insititut entwickelt Marburger Konzept

Für die energetische Neukonzeptionierung des 60 Hektar großen Areals stehen aber nicht nur Wärme- und Stromversorgung, sondern ebenso der Verkehrsaspekt und die Erhaltung der Bausubstanz im Fokus der Planungsarbeiten. So sollen dementsprechend kürzere Wegstrecken für Fahrrad- und Pkw-Verkehr durch die Anlegung von weiteren Wegstrecken und die Aufhebung der Einbahnstraßen eine Lösung bieten. Auch das „Thema einer Straßenbahnstrecke“ haben die Stadtplaner bereits diskutiert, sagte Rausch.

Für die Entwicklung des Energiekonzeptes beauftragte die Universitätsstadt zudem das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement der Universität Trier. „Wir haben es hier mit einem sehr heterogenen Viertel zu tun“, sagte Daniel Oßwald, verantwortlicher Mitarbeiter der Konzeptentwicklung. Über die Einzelhausplanung hinaus orientiert sich das Energiekonzept auf ein ganzes Quartier mit einem Bestand von zu 40 Prozent denkmalgeschützten Häusern. Aufgrund dessen begannen die Institutsbeauftragten bereits im Frühjahr mit der Wohnungstypologie und der Erstellung eines Sanierungspotenzials der Nordstadt.

Bauleiter sieht im Nordviertel Potenzial für Fernwärme

Anhand von drei Sanierungsstufen könnte nach dem aktuellen Plan die energetische Gebäudesanierung der Mehrfamilienhäuser aus den Jahren 1859 bis 2009 erfolgen: von der Sanierung der Dach-, Fenster- und Wandflächen bis hin zur kompletten Strom- und Wärmeversorgung aus erneuerbarer Energie. In den künftigen Monaten werden deshalb weitere Punkte zur Konzeptanwendung erarbeitet werden. Mit der Potenzialanalyse sowie einem Szenario für die zu erreichenden Klimaschutzziele beschäftigen sich die Projektplaner in der weiteren Datenerhebung.

Über die Anschlussmöglichkeiten an das von den Stadtwerken betriebene Fernwärmenetz informierte Bauleiter Thorsten Gerhardt in einem weiteren Vortrag. Die parallele Erzeugung von Strom und Wärme mit hohem Gesamtnutzungsgrad könnte in der „räumlich dichten Abnehmerstruktur“ im Bereich der Deutschhausstraße gut zu realisieren sein. Insgesamt ist das „Ausbaupotenzial der Fernwärme in der Nordstadt vorhanden“, ergänzte Gerhardt. Über das Heizkraftwerk am Ortenberg würde somit die Energieversorgung erfolgen.

Magistrat und Stadtwerke wünscht mehr Bürgerbeteiligung

Entscheidend für den Ausbau und die Sanierung bereits vorhandener Trassen ist die Zustimmung der Bürger im Nordviertel. „Anwohner sollten sich den anstehenden Heizanlagenneubau überlegen“, da mit dem potenziellen Fernwärmeanschluss anfallende Installations-, Service- und Reparaturkosten wegfallen, sagte Gerhardt.

Bei der abschließenden Ideen­sammlung in Kleingruppen konnten die Anwesenden weitere Ideen und Vorschläge für das Konzept entwickeln und aktiv an der Planung teilhaben. Bereits im Januar findet dazu die nächste Informationsveranstaltung statt. „Mehr Bürgerbeteiligung“ wünschen sich die Projektverantwortlichen von Magistrat und Stadtwerken, da für die nachhaltige Stadtteil­entwicklung die Einbringung der Marburger besonders wichtig ist.

von Arnd Hartmann

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