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Ausbau von Turbo-Internet erlahmt

Glasfaser Ausbau von Turbo-Internet erlahmt

Irritationen in Bauerbach: Die Glasfaser-Leitungen für das Hochgeschwindigkeits- Internet funktionieren nicht. Nun wächst die Sorge in Michelbach und Ginseldorf.

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Glasfaser-Leitung sollen super-schnelles Internet nachhause bringen. Die Stadtwerke Marburg investieren alleine in Bauerbach 1,2 Millionen Euro für den Netzausbau.

Quelle: Deutsche Telekom

Bauerbach. Kriech-Tempo statt Rase-Netz: Den ganzen Sommer lang wurde in Bauerbach gegraben und gearbeitet, um die Glasfaserleitungen für den schnelleren Internetzugang zu verlegen. Ursprüngliches Ziel für die Freischaltung des Glasfasernetzes sollte im September sein. Doch bis heute haben die Bauerbacher noch keinen konkreten Termin genannt bekommen, wann das System startklar ist. Auf Nachfrage bestätigte Ortsvorsteher Lothar Böttner (CDU) bei der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend, „dass sich die Freischaltung des Glasfasernetzes bis mindestens Februar - um fast ein Vierteljahr - verzögern wird.“

Einer der Gründe sei, dass noch nicht alle Hausbesitzer in ihren Häusern die Anschlüsse verlegt hätten. So sei keine Prüfung möglich, hieß es aus dem Ortsbeirat. Die Bewohner des unteren Teils des Dorfes zeigten sich nach der Offenbarung erstaunt. Sie hätten Ende Sommer bereits alles Nötige erledigt gehabt, teilten Anwohner mit. Ortsbeiratsmitglied Beate Abé (SPD) erklärte: „Das obere Dorf ist von einer anderen Firma betreut worden“, sagt sie.

Aus dem Bauerbacher Boden gestampft

Norbert Kraus, Bauleiter bei der Glasfaser-Offensive bestätigt die Verzögerungen: „Anfang März kann es schon werden, bis die Kunden die aktiven Dienste in Anspruch nehmen können, bis alles funktioniert“, sagt er. „Die Abnahmen für die Technik laufen gerade“, ergänzt er. Das ganze sei für die Stadtwerke „ein Pilotprojekt. Wir mussten und müssen Erfahrungen sammeln.“ Allerdings habe man den Kunden schon vor Beginn der Bauarbeiten - die termingerecht abgeschlossen worden seien - erklärt, dass man sich bei der Umsetzung des Projekts Geduld erbitte. Außerdem sei nicht von September oder Oktober als Starttermin die Rede gewesen, sondern von Ende 2013. Die Verzögerung betrage somit „nicht ein halbes Jahr, sondern maximal drei Monate“, sagt Kraus. Die Stadtwerke bereiten derzeit noch Prüfungen und Tests des Systems vor.„Wir haben das Glasfasernetz aus dem Bauerbacher Boden gestampft. Und wir wollen Sorge dafür tragen, das nach Fertigstellung alles reibungslos funktioniert“, sagt Kraus.

Im Frühjahr 2014 baggert der Energieversorger die Straßen entlang der Häuser in Michelbach, dem größten Außenstadtteil auf. Startklar sollen die Internet- und Festnetzverbindungen ab Oktober 2014 sein. Das Unternehmens-Ziel: Etwa 350 der 550 Hausanschlüsse im Stadtteil - das sind mehr als 60 Prozent - wollen an der Glasfaser-Offensive teilhaben. Doch bremst die Entwicklungen in Bauerbach die Euphorie in Marburgs Norden. Auch in Ginseldorf, wo mehr als 200 der 240 Hausbesitzer ab November 2014 Turbo-Internet haben wollen, schaut man sorgenvoll auf den Nachbarstadtteil.

Bauleiter Kraus beschwichtigt die Michelbacher und Ginseldorfer: „Die Ortsteile profitieren im nächsten Jahr von den Erfahrungen, die wir in den vergangenen Monaten in Bauerbach gemacht haben. Da werden ein paar Prozesse besser und schneller ablaufen“, sagt er.

Bauerbach wurde nach Aussagen der Stadtwerke als erster Stadtteil für eine flächendeckende Erschließung mit einem neuen Highspeed-Glasfasernetz ausgewählt, weil dort die überwiegende Zahl der Haushalte überhaupt keinen DSL-Anschluss über das Festnetz buchen konnte und Bauerbach damit die schlechteste Versorgungslage aller Marburger Stadtteile habe. 80 Kilometer Glasfaserkabel haben Bauarbeiter auf sieben Kilometern quer durch den Ort verlegt. 1,2 Millionen Euro investieren die Stadtwerke in die Modernisierung des Kommunikationssystems.

von Mareike Bader und Björn Wisker

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