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Zwingli-Treppe erinnert an Reformation

Zeitreise Zwingli-Treppe erinnert an Reformation

„Stadterlebnis Reformation“: Am Donnerstag startete auf dem Vorplatz der Lutherischen Pfarrkirche eine „Zeitreise“. Sie dauert bis Sonntag an.

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Mutig: Die 15-jährige Marie ließ sich „schröpfen“.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Zu diesem Anlass wurde die öffentliche Fläche mit bestem Ausblick über die Stadt bunt geschmückt und mit diversen Ständen aus der Zeit des Reformators versehen. So konnten Ketten und Plattenrüstungen samt Hellebarden und Spießen von der Reenactment-Truppe „Fünf Schneeballen“ bestaunt oder diverse zeitgemäße Gerichte gekostet werden.

„Wir versetzen uns inhaltlich in die Lutherzeit und laden dazu auch unsere Partner des Reformprojekts Tripolis ein, die aus Zürich und Prag kommen“, erklärte Karin­ Stichnote-Botschafter vom Fachdienst Kultur.

Marburg, wie Martin Luther es erlebte: Aufwendig gestaltete „Zeitreise“

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Zur Eröffnung der viertägigen Veranstaltung, wurde auch die „neue“ Zwingli-Treppe eingeweiht, wobei es sich im Grunde um die Neubenennung einer der Seitentreppen des Kirchengebäudes hoch Richtung Schloss handelt.

„Ich begrüße sie herzlich zu unserer Zeitreise und möchte mich bei den vielen Menschen bedanken, die unserem Fachdienst Kultur mit historischen Kenntnissen und praktischen Tätigkeiten unterstützt haben. Huldrych Zwingli aus Zürich und Martin Luther aus Eisenach trafen 1529 zum ersten und einzigen Mal hier in Marburg aufeinander, und auch wenn sie sich dabei als Reformatoren auf theologischer Ebene nicht einig wurden, war es doch ein historisches Ereignis. In diesem Sinne soll die Zwingli-Treppe daran erinnern, und wir feiern heute 500 Jahre Reformation und das verständlich, populär, aber historisch korrekt“, sagte Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) in ihrer Eröffnungsrede.

Tatsächlich verstanden sich die beiden Geistlichen schon auf der sprachlichen Ebene kaum, wie im Anschluss Dekan Burkhard zur Nieden erläuterte: „Zwingli predigte grundsätzlich frei und schrieb nicht viel auf, dabei kam es wegen des schweizerischen Dialekts zu Missverständnissen, und Luther ging dazu über, sich vor allem über lateinische Texte auszutauschen. Dennoch blieben die philosophischen Standpunkte damals unvereinbar.“

Im Anschluss lobten auch die Gäste Reinhold Brunner aus Eisenach sowie Roland Wuillemin aus Zürich den Einsatz der Stadt und die aufwendige Gestaltung der Festlichkeiten.

Besonders eindringlich war die historische Erfahrung vor allem für diejenigen, die sich nach der Treppeneröffnung von der Armenküche verköstigen ließen, welche nach historischem ­Rezept auftischte.

„Also das ist im Prinzip ein Brei aus Linsen, Kichererbsen, Zwiebeln und einem Stück Hering“, erklärte­ Sozialwissenschaftsstudentin Bianka Stockert, welche die Speise aus den Holzschalen probiert hatte. Ihr Fazit: „Ziemlich intensiv, aber würde ich auch freiwillig essen.“

von Marcus Hergenhan

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