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Zahnärztliche Hilfe im Inselparadies

Marburgerin plant Reise auf Cook-Inseln Zahnärztliche Hilfe im Inselparadies

Nach dem Ende ihres Zahnmedizin-Studiums plant Hanna Werner einen freiwilligen Hilfseinsatz auf den Cook-Inseln.

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Die Cook-Inseln sind auch ein Urlaubsparadies. Dort plant die approbierte Zahnärztin Hanna Werner einen zahnärztlichen Hilfseinsatz.

Quelle: Manfred Hitzeroth

Marburg. Die Cook-Inseln klingen nach Lust auf Südsee, Palmen, Strand und einen Hauch Abenteuer. Für einige deutsche Fernreisende sind die Inseln ein echtes Traumziel und gelten touristisch gesehen als „Inselparadiese in der Südsee“. Doch Hanna Werner will nicht als Touristin auf die fernen Inseln reisen, die sich 3 000 Kilometer und vier Flugstunden von Neuseeland zwischen Tonga und ­Tahiti im südlichen Pazifik befinden.

Sie plant vielmehr einen sechswöchigen unentgeltlichen Hilfseinsatz als Zahnärztin. Die 25-Jährige stammt aus Unterfranken und hat gerade ihr Studium der Zahnmedizin an der Marburger Universität beendet. Für die approbierte Zahnärztin würde jetzt eigentlich eine Zeit als Assistenzärztin in einer Praxis folgen, falls sie sofort den vorgezeichneten Karriereweg beschreiten würde. Doch zuvor will sie noch einmal etwas ganz anderes wagen.

Inspiriert zu ihrem Vorhaben wurde sie durch den Online-Bericht eines Studierenden der Zahnmedizin aus Köln über sein mehrwöchiges Praktikum auf der Hauptinsel Rarotonga. Er war dort am Ende seines Studiums als Helfer in der dortigen Zahnklinik auf den Cook-Inseln unter anderem zwei Wochen als Schulzahnarzt in einer Grundschule tätig.

Dabei leistete er im wahrsten Sinne des Wortes Aufbauarbeit und machte beispielsweise mit den einheimischen Kindern ein Zahnputztraining, in dem er ihnen die Basisfertigkeiten beibrachte. Aber nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene hat er im Zuge seines unbezahlten Praktikums behandelt.

Rund 87 Prozent der etwa 18 000 Einwohner der 15 Cook-Inseln sind Maori-Eingeborene.  Auf den meisten Nebeninseln gibt es gar keine Ärzte oder Zahnärzte. „Die Kinder essen dort sehr viel Süßes und wissen häufig nicht, wie man Zähne putzt“,  weiß Hanna Werner.

Tipps und Kontaktadressen für die „Cook-Insel“-Reise

Sie hofft, dass sie mit ihrem Hilfseinsatz etwas zum Ernährungsbewusstsein und zur Zahngesundheit auf den Cook-Inseln beitragen kann.

Dass die Landessprache Englisch ist, war auch ein entscheidendes Kriterium für die Marburgerin, um sich für ihre Reise zu interessieren. Ermöglicht wurde die „Auslandsfamulatur“ des Kölner Studenten auch mit einem Reisekostenzuschuss des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Hinzu kamen zahnmedizinische Sachspenden von deutschen Firmen.

Die junge Marburger Zahnärztin wird ihre Reise aus eigener Tasche bezahlen. Von dem Kölner Studenten erhielt Hanna Werner schon jede Menge Tipps für ihre ganz persönliche ­„Cook-Insel“-Reise und auch wichtige Kontaktadressen vom dortigen Gesundheitsministerium.

„Wenn man das Material mitbringt, dann kann man dort Zahnfüllungen und Wurzelbehandlungen machen“, berichtet sie. Und so hofft sie, dass sie von deutschen Dental-Laboren, Fachfirmen oder der Zahnklinik Sachspenden erhält, damit sie gut ausgestattet auf die Cook-Inseln reist.

Dabei könnte es sich sowohl um simple Materialien wie Watte­röllchen handeln, aber auch um Spezialutensilien wie Zahnfüllungsmaterial oder Fluoride.

Im September will die frisch gebackene Marburger Zahnärztin losfliegen. Bis dahin ist aber noch einiges zu organisieren. Wenn alles gut läuft, dann kann sie vielleicht nach ihrer Rückkehr auch einen Bericht im Internet verfassen, der wiederum in der Zukunft Nachahmer inspirieren könnte.

von Manfred Hitzeroth

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