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Windkraftgegner formieren sich

Protest Windkraftgegner formieren sich

Eingeladen war nur per Mund-zu-Mund-Propaganda, aber dennoch kamen mehr als 60 Menschen zu einer Versammlung in das Ausflugslokal Sellhof, um sich wegen der geplanten Windkraftanlagen beim Görzhäuser Hof und in der ­Nähe des Sellhofs über den Planungsstand, die Verfahrensschritte, die Auswirkung auf die Anwohner und auf die Schäden der ­Natur informieren wollten.

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Die Kleinwindanlage am Oberen Rotenberg.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Eingeladen hatte Dr. Andreas Matusch, profilierter Gegner der Windkraft-Pläne. Die frühere Bundestagsabgeordnete, Dr. Gisela Babel (FDP), die die Versammlungsleitung übernommen hatte, berichtete der OP, viele der Besucher hätten sich „ahnungslos“ gezeigt, was die Planungen für sie persönlich bedeuten könnten. „Es kam zu keiner Zeit Kritik an der Energiegewinnung als solche auf, wohl aber an der Massierung und gewaltigen Höhe der Windräder sowie an dem Standort im Wald“, berichtete Babel. Sie berichtete, dass die Landesregierung in Niedersachsen ein Verbot der Windräder in Waldgebieten verfügt habe – im Gegensatz zur hessischen Gesetzgebung.

In der Stadt Marburg stehe ­eine Änderung des Flächennutzungsplans an, zu dem auch die Ortsbeiräte gefragt seien. Bis jetzt gebe es in den betroffenen Stadtteilen noch keine einheitliche Meinung, sagte Babel. So sei über die Höhe der Windräder bisher keine konkrete Feststellung gemacht worden – „mit 236 Metern Höhe erreichten die Windräder aber fast die Höhe des Eiffelturms“, so Babel. „Sie wären überall zu sehen und vor allem zu hören“, sagte die FDP-Politikerin.

„Gewaltige Schäden bei der Vogelpopulation“

Professor Martin Kraft, Vogelschutzbeauftragter der Deutschen Vogelschutzwarte für die Stadt Marburg, sprach von „gewaltigen Schäden bei der überreichen Vogelpopulation und den Waldgebieten“.

Auch beim winzigen Windrad beim Sellhof sind gravierende Eingriffe zu befürchten, sagte Kraft. Ohne Gefährdung von Vögeln gebe es keine Art von Windräder. Auf die Frage, warum die Stadt 40 400 Euro für das kleine Windrad am Sellhof aufbringe, habe es keine Antwort gegeben.

Auch die FDP/MBL-Fraktion im Stadtparlament lehnt die Anlagen auf dem Görzhäuser Hof und am Sellhof ab. „Wir kritisieren, dass sich die Stadtwerke einfach über die starken Bedenken der Ortsbeiräte in Marbach und Wehrshausen hinwegsetzen und stur am fragwürdigen und sinnlosen Bauvorhaben festhalten“, sagte Partei- und Fraktionschef Christoph Ditschler zur geplanten Kleinwindkraftanlage am Sellhof. Die FDP fordert einen sofortigen Baustopp. „Die Stadtwerke sollen sich lieber um die Erneuerung ihrer überalterten Busflotte kümmern.“

von Till Conrad

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