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"Wer singt, betet doppelt"

Landeskirchentage "Wer singt, betet doppelt"

Drei Tage lang feierten hunderte Christen die Landeskirchenmusiktage in Marburg - und die neue Ergänzung zum ­Kirchengesangbuch "EG plus".

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Knapp 400 Teilnehmer sangen am Samstagnachmittag beim „Marburger Singen“ neue Lieder aus dem „EG plus“, dem Ergänzungsband zum Kirchengesangbuch (großes Bild). Bischof Dr. Martin Hein hielt die Predigt beim Abschlussgottesdienst vor 800 Menschen am Sonntag.

Quelle: Till Conrad

Marburg. Bischof Dr. Martin Hein war nach dem Abschlussgottesdienst am Sonntagnachmittag hochzufrieden mit dem dreitägigen Treffen: „Kirche kommt in Schwung“, sagte er der OP. „Wenn viele zusammenkommen, zeigt das, wie lebendig wir sind.“

In der Tat war es ein beeindruckendes Bild beim Abschlussgottesdienst, als mehr als 700 Teilnehmer gemeinsam mit Instrumentalisten und Kinderchören Lieder aus dem neuen „EG plus“ anstimmten. „Neue Lieder für den alten und immer aktuellen Glauben“ nennt Bischof Hein diese Ergänzung. Er hält es mit Kirchenvater Augustin, der einmal gesagt hat: „Wer singt, betet doppelt.“

Kein evangelisches Super-Gesangbuch

500 Jahre nachdem Luther ­seine 95 Thesen veröffentlicht und damit den Anstoß zur Reformation gegeben hatte, erinnerte Hein in seiner Predigt daran, welche Bedeutung gerade Luther der Musik beige­messen hatte. „Die ­Reformation war zu einem großen Teil ­eine Singebewegung: Man ­konnte die gereimten Texte schnell auswendig lernen und ebenso schnell die Melodien lernen“, sagte Hein in seiner Predigt.

Mit einem Missverständnis räumte der Bischof auf: Im neuen EG plus sind nicht die besseren Lieder zusammengefasst - es ist also nicht das evangelische Super-Gesangbuch, sondern will vielmehr eine zeitgemäße Ergänzung zum Kirchengesangbuch sein und die Bemühungen um ein zeitgemäßes Liedgut fortschreiben.

Davon konnten sich Marburger auch ein Bild machen beim „Marburger Singen“ am ­Samstagnachmittag: Knapp 400 Menschen waren trotz des mehr als durchwachsenen Wetters gekommen, um gemeinsam mit dem Chor „Yoy of Live“ unter der Leitung von Jean Kleeb ­gemeinsam zu singen. Vom „Amazing grace“ über „Tears in heaven“ und „I am sailing“ bis zu „You’ll never walk alone“ reichte das Repertoire der Lieder, das die Teilnehmer gemeinsam sangen. Das so ­genannte „Rudelsingen“ sorgte auch in anderen Städten schon für ausgebuchte Säle - in Marburg war es nicht nur einer der Höhepunkte des

Landeskirchenmusiktages, sondern auch die inoffizielle „Indienstnahme“ des EG plus. „Wir haben es durch Benutzung in Dienst gestellt“, sagt Bischof Dr. Hein.

In elf Workshops hatten 250 Sänger und Instrumentalisten neue Lieder erprobt. Für die Kinderchorfreizeit hatten sich 80 Jungen und Mädchen angemeldet.

Musikalischen Visitenkarte der Region

Die Landeskirchenmusik­tage waren am Freitagabend mit ­einem Wandelgottesdienst eröffnet worden. Nach der Eröffnung und einer Zwischen­station in der Lutherischen Pfarrkirche schlängelte sich der Weg der rund 150 Teilnehmer durch die Oberstadt in die Elisabethkirche, wo die Andacht mit Gesang der Elisabeth­kantorei und dem gemeinsamen Lied „I am sailing“ beendet wurde.

In die Nacht ging es mit einer musikalischen Visitenkarte der Region, der Kirchen­kreise Marburg und Kirchhain: Hier war Bezirkskantor Peter Groß mit furiosem Spiel an einer seltenen elektrischen Hammondorgel zu hören, die sonst bei ­Dekan Burkard zur Nieden zuhause erklingt.

„Wir wollen zeigen und miteinander erleben, wie quicklebendig evangelische Kirchenmusik heute ist - darüber hätte Martin Luther sich gefreut“, sagt Uwe Maibaum, der als Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche von Kur­hessen-Waldeck zu dem Fest eingeladen hatte.

von Till Conrad

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