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"Weltweit die Älteste ihrer Art"

Religionskundliche Sammlung "Weltweit die Älteste ihrer Art"

Von 1000 auf 9600: In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Zahl der Exponate fast verzehnfacht. Ausländische Gäste lobten ihre große Bedeutung.

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Feierten die fast hundertjährige Geschichte: (von links) Dr. Ekaterina Teryukova, Professor Joachim Schachtner, Professor Marianna Shakhnovich, Konstanze Runge, Professor Edith Franke.

Quelle: Felix Busjaeger

Marburg. Vor fast 100 Jahren hatte der Theologe und ­Religionsphilosoph Rudolf Otto die visionäre Idee, eine Sammlung aufzubauen, die die Vielfalt der Religionen darstellt. Damals hätte er wohl nicht gedacht, dass sie sich im Laufe der Jahre so vervielfältigen würde. Kultfiguren, Bilder und Ikonen, Rollbilder, Ritualgegenstände und Hausaltäre gehören heute zu den Exponaten.

Im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft in der ­Alten Aula der Philipps-Universität Marburg wurde das 90-jährige Bestehen nun gefeiert. Auf dem Festakt mit zahlreichen Gästen sorgte der Musiker Hadi Alizadeh mit persischen Perkussion-Instrumenten für Unterhaltung. Mehrere Gäste richteten Grußworte an die Beschäftigten der Religionskundlichen Sammlung, erinnerten an wichtige Ereignisse in der Geschichte der Sammlung und dankten für erfolgreiche Zusammenarbeit.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Uni-Vizepräsidenten Professor Joachim Schachtner, der einen kurzen Rückblick auf die Historie der Sammlung warf. Sie wurde zum 400-jährigen Bestehen der Universität eröffnet. „Weltweit ist sie die ­Älteste ihrer Art“, so Schachtner. Sie beherberge inzwischen rund 9600 Exponate.

Der Vizepräsident lobte die positive Entwicklung, die die Einrichtung seit ihrer Gründung durchlaufen habe, und richtete seinen Dank an Professor Edith Franke, die seit 2006 die Leiterin der Religionskundlichen Sammlung ist. Ihrem Engagement sei es zu verdanken, dass in den letzten Jahren die Bachelor- und Masterstudiengänge verstärkt in die Sammlung eingebunden würden. Wechselnde­ ­Ausstellungen sorgten dafür, dass die Sammlung auch einem breiten Publikum zugänglich sei.

Aus Russland angereiste Gäste, Professorin Marianna Shakhnovich und Dr. Ekaterina Teryukova, sprachen in ihren Grußworten von der großen Bedeutung der Sammlung und ihrem „hervorragenden Ruf“. Beide Rednerinnen erklärten, dass man an den bestehenden Kooperationen anknüpfen und in Zukunft weitere gemeinsame Projekte betreuen wolle. Als Zeichen der Freundschaft überreichten die Frauen Geschenke in Form eines Bildes, einer Handtrommel und eines Ikons.

Professor Edith Franke erinnerte in ihrer Rede an die Entwicklung, die die Sammlung in den vergangenen 90 Jahren durchlaufen hat. Angefangen bei Rudolf Otto, sprach sie über Martin Kraatz, dem große Teile des heutigen Konzepts der Ausstellungen zu verdanken seien, bis hin zu Plänen für die Zukunft. Sie gewährte Einblicke in Inhalte der Sammlung und verriet den Zuhörern ihr Lieblingsexponat: Eine Wayang-Figur, die einen Charakter der javanischen Mythologie darstellt.

Neben den Feierlichkeiten zum Jubiläum der Sammlung wurde auch der Dissertationspreis der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft verliehen. Dr. Mirko Roth überzeugte die Fachjury. Der Titel seiner Arbeit lautete: „Transformationen. Ein zeichen- und kommunikationstheoretisches Modell zum Kultur- und Religionswandel, exemplifiziert an ausgewählten Transformationsprozessen der Santería auf Kuba“.

von Felix Busjäger

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