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Fröhliche Feier in der Nachbarschaft

Weidenhäuser Höfefest Fröhliche Feier in der Nachbarschaft

Nach anfänglichem Regen entspannte sich die Wetterlage beim Höfefest im Marburger Stadtteil Weidenhausen. Trotz frischer Temperaturen gab es ein stimmungsvolles Fest.

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Die „Six on Seven Jazzband“ bestritt das Abendprogramm im Hof Missomelius, der Keimzelle des Weidenhäuser Höfefestes. Hier entstand die Idee zu dem Fest.

Quelle: Thorsten Richter

Weidenhausen. Wenn es Nacht wird in Weidenhausen, dann werden die Bürgersteige noch nicht hochgeklappt, unter anderem wegen der zahlreichen Kneipen im Viertel. Es ist schon ein besonders feierlustiges Völkchen, das hier wohnt, meint auch Ortsvorsteher Wolfgang Grundmann bei der offiziellen Begrüßung zum Marburger Höfefest auf der Bühne vor dem buddhistischen Zentrum „Karma Dzong“. Neben Musik, Essen und Getränken gebe es vor allem viel „Quatschi-Quatschi“, meint Grundmann.

Beim Höfefest herrscht Ausnahmezustand in Weidenhausen: Die Geschäfte, Galerien und Kneipen sind geöffnet, und auch die kleinsten Innenhöfe können erkundet werden. So war es auch an diesem Samstag wieder. Vor allem gegen Abend füllten sich die Höfe und Innenhöfe rund um die Weidenhäuser Straße zusehends.

Nach anfänglichem Regen entspannte sich die Wetterlage beim Höfefest im Marburger Stadtteil Weidenhausen. Trotz frischer Temperaturen gab es ein stimmungsvolles Fest.

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Die Ursprünge des Festes gehen auf eine private Feier Mitte der 80er-Jahre zurück, erinnerte sich Dr. Bernhard Conrads im Gespräch mit der OP. Damals hätten mehrere Mietparteien in den gemeinschaftlich genutzten Innenhof Freunde eingeladen und ein alljährlich stattfindendes Fest mit 200 Gästen gefeiert.

Seit 14 Jahren findet das damals von Initiator Michael Schneider vom Fahrradladen Velociped ins Leben gerufene Höfefest nun immer am ersten Samstag im September statt. „Allen gemeinsam ist die Auflage, dass die Betreiber auch finanziell selbst verantwortlich sind“, erklärt Conrads. Wenn es eine Konstante gibt, dann ist es wie jedes Jahr der Auftritt der Jungs von „Malcanto“ um Gitarrist Willi Schimanski und Sänger Peter Volksdorf im Hof Bode. Während Volksdorf - stilecht mit einem jetzt schon weiß gewordenen Piratenbart ausgestattet - hingebungsvoll in die Tasten seines Akkordeons greift, schreit er sich die Seele aus dem Leib zum Song „In der Nachbarschaft“ nach einem Tom-Waits-Klassiker. Das Publikum in dem engen Hinterhof grölt begeistert mit beim Refrain dieses Liedes und weiteren Spelunkensongs.

Jeder Auftrittsort bietet völlig neue Einblicke in das Innenleben Weidenhausens. So beispielsweise die „Balkon-Bühne“ im Innenhof vom Haus Nummer 50 in der Weidenhäuser Straße. Von dort oben bespielen „Balacs international & Friends“ das Terrain mit einer Mischung aus jugendlicher Energie und Musiker-Routine. In dem engen Schlauch zwischen zwei Häusern drängeln sich die begeisterten Fans. Aber auch wer es nicht ganz so eng mochte, kam auf seine Kosten. Viel Platz war beispielsweise am Shambala-Hof oder im Hof Missomelius oder auf der ebenfalls integrierten Bühne an der Lahn direkt am Bootssteg. Die liebevoll gestalteten Illuminationen sowie die meistens hausgemachten Speisen und Getränke sorgten mit für ein betont nachbarschaftliches Ambiente.

von Manfred Hitzeroth und Heinz-Dieter Henkel

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