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Beirat plädiert für Fußgängersteg

Weidenhäuser Brücke Beirat plädiert für Fußgängersteg

Der Behindertenbeirat der Stadt Marburg möchte zwar nicht auf einen Fußgängersteg bei der Sanierung der Weidenhäuser Brücke verzichten. Doch mit einer zeitlichen Verzögerung können die meisten Mitglieder leben.

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Die Umgestaltung der Weidenhäuser Brücke ist sei Monaten ein kommunalpolitisches Streitthema. Jetzt wurde darüber auch im städtischen Behindertenbeirat diskutiert.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Sanierung der Weidenhäuser Brücke und die Haushaltskürzungen der Stadt Marburg standen mit zwei Anträgen auch beim Behindertenbeirat auf der Tagesordnung. Dazu informierte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies über Kosten und Planungen zum Fußgängersteg an der Brücke und über finanzielle Kürzungen bei den familienunterstützenden Diensten für Familien mit behinderten Kindern.

Beiratsmitglied Peter Günther hatte gefordert, dass der Rudolphsplatz im Zuge der Sanierung der Weidenhäuser Brücke barrierefrei umgestaltet wird. Er erteilte einer „Minimallösung“ ohne Fußgängersteg eine Absage und wolle das ursprüngliche Konzept umgesetzt sehen. Vor der Abstimmung des Beirats erklärte Spies, dass erst eine Untersuchung im Sommer zeige, ob die Brücke sofort saniert werden müsse, weil die Traglast weiter nachlasse. „Die Weidenhäuser Brücke hätte auch niemand angefasst, wenn sie nicht durch Salzwasser angegriffen worden wäre.“ Insbesondere im Winter sei so der Sandstein beschädigt worden, zeige mittlerweile Risse. Priorität sei daher, die Brücke dicht zu bekommen.

„Dazu muss man alles an Füllung rausholen und dann Beton draufgießen“, erklärte der OB. Die Kosten für diese „Minimallösung“ lägen bei fünf Millionen Euro, wobei das Land rund zwei Millionen Euro zuschieße.

Debatte über Sozialkürzungen

„Machen wir den Steg mit, dann muss auch der Anschluss an den Rudolphsplatz gemacht werden.“ Das koste 7,3 bis 7,8 Millionen Euro – vom Land kämen nur bis zu 2,9 Millionen. „Die Spielräume für Investitionen müssen runtergefahren werden“, so der OB weiter. Bislang habe die Stadt jährlich 40 Millionen investiert, obwohl sie sich nur 20 Millionen leisten könne. „Den Steg will ja nun niemand wegfallen lassen. Die Frage ist nur: Muss man den Steg 2018 mitmachen, falls saniert werden muss – oder kann er noch zwei bis drei Jahre warten“. Der Beirat stimmte dem Antrag von Günther zu, der sich laut Spies ohnehin mit den Planungen der Stadt decke – da der Steg nicht konkret für 2018 verlangt werde.

Ein weiterer Antrag befasst sich damit, dass im Haushalt der Stadt die Mittel im sozialen Bereich auch für die fami­lienunterstützenden Dienste­ gekürzt würden. Der Beirat stimmte nun nicht gegen die Kürzungen an sich, sondern sprach sich dafür aus, dass diese vorhandenen Strukturen für Familien mit behinderten Kindern erhalten werden sollen. Spies hatte zuvor erklärt: „Kürzen macht nie Spaß, im sozialen Bereich erst recht nicht.“ Dennoch könne es nicht sein, dass eine so wohlhabende Stadt wie Marburg einen defizitären Haushalt habe. „Wir machen wichtige Dinge auf einem Niveau, von dem andere nur träumen.“ Insgesamt steige der Haushalt für Soziales sogar um zehn Prozent.

Allerdings müssten strukturelle­ Veränderungen her, die einige Jahre in Anspruch nähmen, um die laufenden Kosten zu senken. Daher ginge der Appell an große Träger, drei Jahre mit niedrigeren Zuwendungen zu überbrücken, bis diese strukturellen Veränderungen abgeschlossen seien. Im Sozialbereich habe es zudem auch Angebote gegeben, die nicht mehr in nennenswerter Form stattgefunden hätten, aber dennoch nicht infrage gestellt worden seien. „Und wir sparen ­zuallererst und am meisten in der Verwaltung selbst.“ Auch beim Sport und den Feuerwehren werde gespart, was nicht ­unbedingt Freude mache, aber hingenommen werde,­ ­erklärte Spies. Er brachte zudem an, dass es eine „ganze Reihe an Angeboten gibt, die wir ­finanzieren, obwohl es Sache des Landkreises wäre oder die zu zwei Dritteln den Bürgern des Kreises zugute kommen“. Als Beispiel nannte er etwa den Verein für Selbstbestimmung.

von Patricia Grähling

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